Von einem Abschied ist plötzlich keine Rede mehr. Noch vor wenigen Monaten galt Minjae Kim beim FC Bayern als einer der Verkaufskandidaten. Immer wieder wurde der Südkoreaner mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, ein Abgang schien zumindest denkbar.
FC Bayern: Neue Hoffnung für Kim
Kim bastelt weiter am Image
Doch nach SPORT1-Informationen wurden entsprechende Überlegungen intern bereits Richtung Ende der vergangenen Saison weitgehend ad acta gelegt.
Dass Kim aktuell mit dem Rekordmeister auf PR-Tour durch seine Heimat Südkorea reist und in Jeju einer der gefragtesten Profis ist, passt deshalb ins Bild – auch wenn es ungewohnt ist.
An der Abwehr-Hierarchie wird sich nichts ändern
Schließlich gehört der Defensivmann in Deutschland zu den leisesten der Bayern-Stars. Jetzt schöpft er neue Hoffnung – auch wenn sich seine sportliche Ausgangslage zunächst kaum verändert hat. Die Reise ist eine Momentaufnahme.
Denn in der internen Hierarchie geht Kim derzeit weiterhin als Nummer 3 in die neue Saison. Jonathan Tah und Dayot Upamecano haben aktuell die besseren Karten für die Startelf. Sie haben in den vergangenen 12 Monaten gezeigt, dass sie auf höchstem Niveau spielen können.
An dieser Konstellation dürfte sich daher zunächst wenig ändern.
Kim stellt sich Konkurrenzkampf bei Bayern
Kim scheint seine Rolle allerdings angenommen zu haben. Statt öffentlich zu meckern, empfiehlt er sich mit Leistungen – und genau das kommt bei Trainer Vincent Kompany gut an.
„Ich bin sehr froh, mich mit Upa und Tah messen zu können“, sagte Kim am Montagabend Ortszeit. Beim FC Bayern gehöre ein großer Konkurrenzkampf schließlich „jede Saison“ dazu. Mit beiden Konkurrenten pflege er „ein gutes Verhältnis“, man tausche sich regelmäßig aus und er könne „vieles lernen“.
Kompany spricht ein Lob aus
Worte eines Teamplayers, die Kompany zu schätzen weiß. Entsprechend freundlich sprach der Coach über seinen Schützling – und er macht Kim sogar Hoffnung. Noch sei nichts entschieden, so der Belgier.
„Die Leute machen immer diese Ranglisten auf, aber es steht noch nichts fest. Ich möchte Minjae ein Kompliment machen. Egal wie seine Situation ist: Er bringt auf dem Platz Leistung und redet nicht neben dem Platz“, sagte Kompany auf der Pressekonferenz in Jeju.
Er verwies dabei auch auf seine eigene Karriere, in der er selbst unterschiedliche Rollen innerhalb der Hierarchie bei Manchester City erlebt habe. Letztlich entscheide immer die Leistung auf dem Platz.
Für Kompanys Trainer-Kollegen Sérgio Costa, auf dessen Team Jeju SK die Bayern am Dienstag (ab 13 Uhr im LIVETICKER) treffen, ist Kim auch leistungstechnisch außergewöhnlich. „Wir haben von August 2018 bis Dezember 2022 zusammengearbeitet, als ich Co-Trainer des koreanischen Nationalteams war. Er ist nicht nur ein Mensch, den ich sehr liebgewonnen habe. Er gehört für mich auch sportlich zu den drei besten Innenverteidigern der Welt!“, sagte er der Bild.
FC Bayern: Wichtiges Signal für Kim
Kim genießt deutlich mehr Rückhalt, als es von außen oftmals den Anschein hatte. Nach SPORT1-Informationen verfügt der Südkoreaner über mehrere Fürsprecher im Aufsichtsrat der Münchner.
Dort wird der Koreaner seit jeher wesentlich positiver bewertet als zuletzt häufig dargestellt. Intern genießt Kim weiterhin einen deutlich höheren Stellenwert als beispielsweise Hiroki Ito.
Das zeigt sich jetzt auch an der aktuellen Kaderplanung. Während Sportvorstand Max Eberl Ito zuletzt öffentlich in den Rang eines Verkaufskandidaten abstufte, spielen entsprechende Gedankenspiele bei Kim keine Rolle mehr.
Für den Südkoreaner ist das ein wichtiges Signal. Zwar dürfte er den Zweikampf mit Tah und Upamecano um die beiden Stammplätze zunächst verlieren, seine Perspektive beim FC Bayern hat sich dennoch spürbar verbessert – und von selbst gehen will Kim ohnehin nicht. „Ich hoffe, dass ich diese Saison mehr Gelegenheiten vom Trainer bekomme und bleiben kann“, erklärte der 29-Jährige.
Kim hat es geschafft, sich als verlässlicher Ersatzmann zu positionieren. Einer, der seine Rolle akzeptiert, im Training Vollgas gibt und bereitsteht, wenn er gebraucht wird. In Korea bastelt er weiter an diesem Image.