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"Nichts kommt": Diese Abrechnung mit einem HSV-Held hat es in sich

Abrechnung mit HSV-Held hat es in sich

Der HSV sortiert Jean-Luc Dompé aus. Der Aufstiegsheld hat jeglichen Kredit verspielt. Trainer Merlin Polzin rechnet ab.
Jean-Luc Dompé hat sich die ein oder andere Sache während seiner Zeit beim Hamburger SV zuschulden kommen lassen.
Der HSV sortiert Jean-Luc Dompé aus. Der Aufstiegsheld hat jeglichen Kredit verspielt. Trainer Merlin Polzin rechnet ab.

Diese Abrechnung hat es in sich! Wie der Hamburger SV am Montag mitteilte, wurde Flügelspieler Jean-Luc Dompé „für Gespräche über seine Zukunft“ freigestellt und reiste nicht mit ins fünftägige Trainingslager nach Herzogenaurach. Nun spricht Trainer Merlin Polzin Klartext.

Der Coach ist sonst für seine verbale Zurückhaltung bekannt und galt einst als großer Fan des Angreifers. Doch nach zahlreichen Regelbrüchen des Profis ist nun offenbar kein Vertrauen mehr da. „Es ist kein schönes Gefühl, wenn du ihn nach außen hin verteidigst, aber das Gefühl hast, dass von der anderen Seite nichts kommt. Wir haben ihm aber auch gesagt, dass wir ohne ihn nicht mehr hier als Trainer sitzen würden. Aber ohne uns wäre er nicht zum Bundesligaspieler geworden. Ich hoffe, dass er sein Glück, das er sich erhofft, finden wird.“

Nach Angaben des Klubs fiel die Entscheidung ausschließlich aus sportlichen Gründen. Dompé hatte in den vergangenen Jahren jedoch auch abseits des Platzes für Aufsehen gesorgt – unter anderem, als er unter Alkoholeinfluss Auto fuhr.

Polzin rechnet mit Dompé ab

Die Skandal-Akte umfasst aber weitere Einträge. Bereits 2023 war er mit Teamkollege William Mickelbrencis in ein Autorennen verwickelt, bei dem es zu einem Unfall kam und ein Totalschaden entstand. Dompé beging Fahrerflucht.

Zudem kam er zu spät zu Treffen oder gab Mitspieler Mickelbrencis im Mannschaftskreis eine Backpfeife. Nun kam er aus seinem Sommerurlaub alles andere als fit und mit Übergewicht zurück. Das brachte das Fass offenbar zum Überlaufen.

„Wir hatten schon zu Saisonende mit ihm ein Gespräch geführt. Darüber, was uns weniger gut gefallen hat, und wie wir uns verändern wollen. Es ging auch darum, wie er seine eigene Situation einschätzt. Es gab zudem auf Vereins- und Beraterebene Gespräche dazu“, erklärte Polzin.

Der 35-Jährige fügte an: „Es ist die Summe daraus, dass wir uns verändern wollen. Wenn es am Ende nicht zusammenpasst, hat er nichts davon, und wir nichts davon. So muss man sich in die Augen schauen und sagen: Das passt eben nicht mehr.“

Dompé wird 2025 zum HSV-Held

Dompé war 2022 zum HSV gewechselt und kam seitdem in 111 Pflichtspielen auf 18 Tore und 32 Vorlagen. Vor allem die Aufstiegssaison 2024/2025 prägte er mit neun Toren und 14 Assists maßgeblich mit und spielte sich so eigentlich tief in die Herzen aller HSV-Fans. Gemeinsam mit Davie Selke bildete er das Traum-Duo.

Als im April 2025 verkündet wurde, dass der Franzose seinen Vertrag verlängert hat, explodierte das Volksparkstadion. Der Deal wurde als Coup gefeiert.

Sogar Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps öffnete dem Dribbelkünstler die Tür. Doch dann kam auch sportlich nicht mehr viel. Dompé plagten langwierige Achillessehnenprobleme. Er kam nur auf 20 Spiele und drei Tore in der vergangenen Saison. Sportlich nahm sein Wert immer mehr ab.

Auch in der Kabine verlor Dompé zunehmend den Rückhalt, wie Polzin nun verriet. „Die Entscheidung an sich trägt jeder in der Mannschaft mit, kann jeder nachvollziehen. Es war auch für mich nicht leicht. Natürlich hatte sich die Beziehung zu ihm nach den Vorfällen im Januar auch verändert, inklusive der fehlenden Einsicht von seiner Seite – uns und der Mannschaft gegenüber.“