Der SC Freiburg hat sich in den vergangenen zehn Jahren sportlich, wirtschaftlich und strukturell deutlich weiterentwickelt. Vorstand Oliver Leki sieht einen entscheidenden Ausgangspunkt dafür in einem veränderten Selbstverständnis des Klubs – ohne dabei mit den Freiburger Grundsätzen zu brechen.
SC Freiburg: Was hinter dem rasanten Wandel des Klubs steckt
Klub-Boss erklärt Freiburgs Wandel
„Im ersten Schritt, das war die Voraussetzung, mussten vor allem die Haltung und das Grundverständnis im nichtsportlichen Bereich des Vereins verändert werden“, erklärt Leki im Bundesliga-Magazin. Danach habe Freiburg eine klare Strategie entwickelt, um den Verein „wirtschaftlich, infrastrukturell, organisatorisch und personell weiterzuentwickeln“ – und gleichzeitig die eigene Identität und die eigenen Werte zu bewahren.
Stadion wird zum Schlüssel
Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg war der Bau des Europa-Park Stadions. Bei einem Bürgerentscheid entfielen 2015 58,2 Prozent der gültigen Stimmen auf den Stadionneubau. Seit Oktober 2021 spielt der SC in der neuen Arena, die mit knapp 35.000 Plätzen deutlich größere Vermarktungsmöglichkeiten bietet als das alte Dreisamstadion.
Für Leki war das Stadion eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung der vergangenen Jahre. Ohne das positive Votum wären die heutigen Erfolge und die Entwicklung des Vereins „nicht im Ansatz möglich gewesen“.
Freiburg wächst rasant
Die Zahlen verdeutlichen den Aufschwung: Die Geschäftsstelle ist inzwischen auf rund 200 Mitarbeiter angewachsen. In der Saison 2023/24 setzte Freiburg mehr als 200 Millionen Euro um und erwirtschaftete einen Rekordgewinn von über 40 Millionen Euro. Die Mitgliederzahl stieg von rund 8000 im Jahr 2013 auf mittlerweile fast 85.000.
Trotz der neuen Dimensionen soll sich am grundsätzlichen Freiburger Kurs wenig ändern. Im sportlichen Bereich setzt der SC weiterhin stark auf die eigene Nachwuchsarbeit. Sportvorstand Jochen Saier bezeichnet die Freiburger Fußballschule als „das Fundament, auf dem der Verein steht“.
Leki: „Wir lassen uns nicht treiben“
Auch auf dem Transfermarkt will Freiburg seiner Linie treu bleiben und Einnahmen nicht reflexartig für große Namen ausgeben. Stattdessen setzt der Klub weiter auf Kontinuität und langfristige Planung. „Wir lassen uns nicht treiben“, betont Leki.
Die gestiegenen Möglichkeiten haben dennoch das Selbstverständnis verändert. Wo lange die Grenzen des Standorts im Vordergrund standen, herrscht inzwischen die Überzeugung, dass sportlich mehr möglich ist. Einen Grund für einen Kurswechsel sieht Leki aber nicht: „Wir hatten sehr gute zehn, herausragende fünf Jahre. Es ist klar, dass wir unseren Weg nicht verändern.“