Es waren turbulente Wochen für Eintracht Frankfurts heiß umworbenen Sportvorstand Markus Krösche. Das Interesse der AC Mailand, die mit stolzen 40 Millionen Euro Gehalt über die nächsten vier Jahre lockte. Gerüchte um die Nachfolge von Jürgen Klopp als Global Head of Soccer beim RB-Konzern. Brisante Immobilien-Deals.
So steht es um Krösches Zukunft bei Eintracht Frankfurt
Der Plan mit Krösche
Doch nun ist endlich wieder Ruhe eingekehrt, zumindest was die Schlagzeilen angeht. Mit der Integration des neuen Trainerteams um Rückkehrer Adi Hütter und der Kaderzusammenstellung für die kommende Saison hat Krösche alle Hände voll zu tun. Aber es fragt sich, wie lange der 45-Jährige noch für die Eintracht wirbelt.
Frankfurt will mit Krösche verlängern
“Ich bin keiner, der wegläuft”, sagte Krösche jüngst. Sein Vertrag in der Mainmetropole läuft noch bis 2028. Nach SPORT1-Informationen pochen die Frankfurter Verantwortlichen um Axel Hellmann und Präsident Matthias Beck sogar auf eine Verlängerung – offiziell verhandelt werden darf allerdings erst ab dem 1. Juli 2027.
Grund dafür ist das Aktienrecht, welches besagt, dass eine erneute Berufung in den Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG grundsätzlich erst frühestens ein Jahr vor Ablauf der laufenden Amtszeit zulässig ist. Gesprochen werden darf aber natürlich schon vorher.
Und wie SPORT1 erfahren hat, kristallisierte sich aus ebenjenen Gesprächen zuletzt heraus, dass Krösche sich eine neue Herausforderung ebenso gut vorstellen kann, auch wenn er einer Verlängerung prinzipiell nicht abgeneigt gegenübersteht. Doch aktuell stocken die Gespräche.
Krösches Ausstiegsklausel gilt auch für BVB und Bayern
Spätestens im Winter-Transferfenster 2027 dürfte neue Bewegung in die Causa Krösche reinkommen. Der Manager verfügt nach SPORT1-Infos über eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag: Für circa drei bis vier Millionen Euro könnten ausgewählte Vereine zuschlagen. Darunter der FC Bayern, Borussia Dortmund und einige Top-Klubs aus der Premier League.
Ein Engagement bei den Bayern oder beim BVB scheint zumindest zu diesem Zeitpunkt unwahrscheinlich. Max Eberl bleibt – geht es nach Ehrenpräsident Uli Hoeneß – zu “100 Prozent” in München. Und auch Dortmunds neu installierter Kaderarchitekt Ole Book sitzt erstmal fest im Sattel.
Dann wäre da noch die Premier League. Auf der Insel gibt es eine Vielzahl von Klubs, die große Stücke auf das deutsche Transfergenie halten. In der Vergangenheit hatten bereits Tottenham Hotspur und der FC Liverpool vorgefühlt. Zuletzt prüfte der FC Arsenal ein Krösche-Engagement, auch wenn es bislang noch nicht zu konkreten Gesprächen, geschweige denn Verhandlungen, kam. Klar ist aber: Das Interesse aus England bleibt bestehen.
Krösche legt den Fokus auf Transferperiode
Dass Krösche sich in Frankfurt wohlfühlt, stritt er zu keinem Zeitpunkt ab. Das Interesse anderer namhafter Vereine wollte er aber auch nicht verneinen. “So gesehen gibt es natürlich viele interessante Klubs. Aber ich stehe bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag und finde es nicht angebracht, öffentlich über mögliche Interessenten zu sprechen”, betonte Krösche in einem Interview mit dem kicker.
Vielmehr genießt momentan die sportliche Neuausrichtung in Frankfurt Krösches Priorität. Am Main herrscht stetiger Verkaufsdruck. Mit dem Transfer von Nathaniel Brown (wechselte für bis zu 55 Millionen Euro inkl. Boni zum FC Bayern) konnte Krösche bereits eine beachtliche Summe Geld in die Kassen spülen.
Sportdirektor Timmo Hardung sagte zuletzt im SPORT1-Interview: “Auch wenn sein Abgang in sportlicher Hinsicht schade ist, so können wir froh sein, dass ein Spieler mit dieser Qualität in Deutschland bleibt.”
Auch Rasmus Kristensen (FC Midtjylland) und Aurèle Amenda (Coventry City) wurden bereits verkauft. Der Wechsel von Junior Dina Ebimbe zu Schalke 04 ist ebenfalls fix. Damit soll aber noch längst nicht Schluss sein. Die Streichkandidaten Michy Batshuayi, Noel Futkeu, Jessic Ngankam und Ellyes Skhiri reisten erst gar nicht mit ins Trainingslager. Niels Nkounkou hat wohl keine sportliche Zukunft mehr in Frankfurt. Der Kader soll weiter verkleinert werden.
Im dritten Anlauf: Krösche holt Wunschspieler nach Frankfurt
Auch auf der Zugangsseite war Krösche bereits aktiv. Neben Sturmhoffnung Malik Pimpong, U-Nationalspieler Noel Aseko und Verteidiger Otávio konnte der Kaderplaner im dritten Anlauf endlich auch Wunschspieler Raphael Onyedika an den Main lotsen. Dabei musste der Manager viel Überzeugungsarbeit leisten und stach im Werben um den nigerianischen Nationalspieler – mal wieder – einige andere namhafte Vereine aus.
Die weiteren Entwicklungen werden seitens der SGE-Bosse in jedem Fall ganz genau beäugt. Denn obwohl man mit der Arbeit von Krösche grundsätzlich mehr als zufrieden ist, steht der Sportvorstand auch unter Druck.
Das Experiment um Hütters Vorgänger Albert Riera ging gehörig schief. Ein Fehlgriff, der auch im Nachgang noch Wellen schlug und etwas, das Krösche so schnell nicht nochmal passieren sollte.
Besonders, wenn es den Kaderplaner zu einem späteren Zeitpunkt doch in die Premier League ziehen sollte. Mit weiteren Transfercoups in diesem Sommer und einer sportlich erfolgreichen Hinrunde würde Krösche nicht nur der Eintracht zurück zu alter Stärke verhelfen, sondern auch Werbung in eigener Sache betreiben.