Trotz turbulenter Jahre auf Schalke bleibt eines so gut wie sicher: Egal, ob Bundesliga oder 2. Liga – die Veltins-Arena mit ihren 62.271 Plätzen ist fast immer ausverkauft. Tickets für die Heimspiele zu ergattern, ist für viele S04-Fans deshalb zu einer echten Herausforderung geworden.
Kann der Schalke-Wunsch vom XXL-Stadion in Erfüllung gehen?
XXL-Stadion bei S04? Das ist dran
Kein Wunder also, dass die Anhänger von einem Ausbau der Arena träumen. Die Aussagen von Vorstandsvorsitzendem Matthias Tillmann haben diese vagen Gedankenspiele zuletzt zusätzlich angeheizt. SPORT1 ordnet die Überlegungen ein.
Kommt das XXL-Stadion bei Schalke 04?
Der Plan klingt zumindest in der Theorie simpel: Den Ring, also das Dach der Arena, oben abnehmen und einen dritten Rang draufsetzen.
Die Veltins-Arena würde damit zum größten Stadion Deutschlands werden und sowohl die Bayern mit ihrer Allianz Arena (75.024 Plätze) als auch den schwarz-gelben Konkurrenten mit dem Signal Iduna Park (81.365) übertreffen.
Tillmann sagte der Bild dazu: „Wir beschäftigen uns permanent mit der Entwicklung der Veltins-Arena. Dabei geht es einerseits um die kurzfristige Perspektive […] Andererseits diskutieren wir auch langfristige Visionen.“
Damit ließ er Raum für Spekulationen, fügte dann aber ganz rational hinzu: „Auch wenn das vielleicht nie zu realisieren ist, hilft es, über Visionen dieser Art zu sprechen, denn nur dann kann man Großes schaffen – die Veltins-Arena ist der beste Beweis dafür.“
Also: Wie realistisch ist ein Ausbau zur XXL-Arena?
XXL-Arena? Aus bautechnischer Sicht möglich
Ihren Ursprung hat die Vision ausgerechnet in einer Talkrunde. Beim 25-jährigen Jubiläum der Veltins-Arena berichtete Steven Wilbrenninck, ehemaliger Bauleiter des Generalunternehmers HBM, dass ein dritter Zuschauerrang aus bautechnischer Sicht grundsätzlich machbar wäre.
Bislang herrschte die Meinung, dass dies aus statischen Gründen gar nicht möglich wäre. Die Veltins-Arena ist auf Stelzen gebaut. Insgesamt 616 Betonpfähle reichen bis zu 17 Meter tief in den Boden. Der Grund: Unter dem Gelände wurde früher Bergbau betrieben, entsprechend gibt es dort zahlreiche Stollen.
Der Boden im Ruhrgebiet kann nachgeben oder sich bewegen. Die tiefen Pfähle fangen diese Bewegungen auf und schützen das Stadion vor Rissen und schweren Schäden.
Schalke-Stadionausbau aktuell keine Option
Grundsätzlich ist ein Ausbau also möglich. Realistisch ist dieser Traum – insbesondere die Idee eines dritten Zuschauerranges – für den finanzklammen Klub allerdings nicht.
Schon der FC Bayern prüfte vor einigen Jahren eine derartige Möglichkeit für die Allianz Arena. Die Münchner kamen jedoch schnell zu dem Ergebnis: Umbauten dieser Art gehören zu den teuersten Maßnahmen, die überhaupt an Gebäuden und Stadien möglich sind – und sind deshalb kaum umsetzbar.
Das ist auch den Verantwortlichen auf Schalke klar. Visionen zu haben und über mögliche Entwicklungen nachzudenken, ist absolut berechtigt und sinnvoll. Eine ernsthafte Überlegung zum Ausbau ist daraus allerdings nicht entstanden.
Und dennoch dürfen und werden die Schalke-Fans weiter von der XXL-Arena träumen. Nur mit der Realität hat dieser Traum zumindest im Moment noch wenig zu tun.