Bei Union Berlin ist die Stimmung nach der herben 0:7-Klatsche gegen den FC Bayern München am vorläufigen Tiefpunkt angelangt. Beim Auswärtsspiel in der Allianz Arena fielen die Eisernen in ihre Einzelteile auseinander und warten nach vier Spieltagen noch immer auf den ersten Saisonsieg.
Alarm nach 0:7! Plan von Union Berlin gescheitert?
Alarm nach 0:7! Plan von Union Berlin gescheitert?
Damit ist der Fehlstart unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli komplett – mit einem Punkt und einem Torverhältnis von 4:17 stehen die Berliner auf Relegationsplatz 16.
Union-Coach wird deutlich: „Wir sind zu lieb“
„Wir haben viel zu viele individuelle Fehler gemacht und Bayern hat uns einfach bestraft“, erklärte Lustrinelli nach Spielende bei Sky. „Wir sind aus meiner Sicht noch immer etwas zu lieb.“ Als Beispiel nannte der Schweizer exemplarisch zwei Szenen der Münchner: Einmal grätschte Manuel Neuer im Mittelfeld einen Ball weg, auf der anderen Seite setzte Jamal Musiala einmal aggressiv gegen Union-Keeper Frederik Rönnow nach.
„So etwas hätte ich auch von unserer Seite erwartet“, sagte Lustrinelli. Über weite Strecken der Partie hatten die Köpenicker der Spiellaune des deutschen Rekordmeisters überhaupt nichts entgegenzusetzen. Das kritisierte auch Union-Kapitän Christopher Trimmel sehr deutlich: „Wir bekommen zu viele Tore. Wir lassen zu viel zu. Wir müssen stabiler werden. Wir müssen besser harmonieren. Unser Defensivverhalten muss besser werden.“
Nach 0:7-Debakel: Fehlstart unter Lustrinelli perfekt
Nach den Niederlagen gegen Leverkusen (0:4) und Schalke (1:3) steht Union bei gerade mal einem Zähler – der spielerische Neustart, den Lustrinelli seiner Mannschaft einimpfen wollte, ist fürs Erste gescheitert. So hatte der Schweizer etwa die seit Jahren eingespielte Dreier- durch eine Viererkette ersetzt – bisher geht dieser Schachzug aber noch nicht auf.
„Wir sind nicht gefestigt. Wir sind noch in der Findungsphase. In der Bundesliga hast du nicht viel Zeit und in München bist du einfach chancenlos“, erklärte Trimmel. Ob die Eisernen nun im Abstiegskampf stecken? „Ja natürlich“, antwortete Trimmel unmissverständlich. „Ein Verein hat schon Trainer gewechselt. Man sieht wie schnell das geht. Jeder sammelt Punkte und wir müssen auch damit anfangen.“
Lustrinelli steht nun nach den ersten vier Spieltagen bereits heftig in der Kritik. Die anstehende Länderspielpause, die in diesem Jahr fast drei Wochen dauert, wolle er nutzen, um in vielen „Bereichen zu arbeiten.“ Die nächsten beiden Spiele bestreitet Union in der Liga zu Hause gegen das stark gestartete Elversberg sowie auswärts bei Borussia Dortmund. Dass Lustrinelli dann noch auf der Trainerbank sitzen wird, scheint nach dem Debakel in München nicht in Stein gemeißelt.