Die Überraschung stand Vincent Kompany sichtlich ins Gesicht geschrieben. „Das kommt völlig aus den Wolken“, sagte der Bayern-Trainer lachend, als er am Freitag von SPORT1 auf einen brisanten Bericht angesprochen wurde. Demnach soll sich der Belgier nach Ismael Saibari und Nathaniel Brown einen dritten großen Transfer gewünscht haben – die Führungsriege habe ihm diesen Wunsch allerdings verwehrt.
Bayern-Trainer Kompany reagiert überrascht - darum ist dieser Bericht so brisant
Warum dieser Bericht so brisant ist
„Ich bin nicht einmal mit diesem Gedanken aufgestanden“, beteuerte Kompany und verortete die Herkunft des Themas kurzerhand in einer „KI-Wolke“.
Wie viel Einfluss soll und darf ein Bayern-Trainer nehmen?
Was auf der Pressekonferenz so launig daherkam, hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn an der Säbener Straße geht es seit Jahren immer wieder um die Frage, wie viel Einfluss ein Bayern-Trainer auf die Transferpolitik des Vereins nehmen soll – und vor allem darf. Ex-Trainer wie Felix Magath oder Niko Kovac berichteten nach ihrer Zeit beim Rekordmeister, dass ihre Möglichkeiten dabei begrenzt gewesen seien.
Und auch Kompany hat bereits seine Erfahrungen gemacht. Als er und Christoph Freund im Sommer 2025 unbedingt Xavi Simons holen wollten und deswegen bei Uli Hoeneß vorstellig wurden, bekamen sie statt eines neuen Stars lediglich Apfelkuchen – so erzählte es der Patron vom Tegernsee später und der Trainer bestätigte das. Erlebte Kompany jetzt also wieder einen solchen „Apfelkuchen-Moment“?
Kompany: Gesamter Vorgang „ein bisschen Wahnsinn“
„Normalerweise“, erklärte der Bayern-Coach, würde er entsprechende Meldungen nicht kommentieren. „Was wir intern besprechen, ist letztendlich eine interne Sache“, sagte Kompany und bezeichnete den gesamten Vorgang als „ein bisschen Wahnsinn“.
Immerhin: SPORT1 bescheinigte er wörtlich „Qualitätsarbeit“ und sagte mit einem Lächeln in Richtung der anwesenden Journalisten: „Zum Glück haben wir euch.“
Die Brisanz des Berichts ergibt sich auch aus einem anderen Punkt. Kompany gilt für viele Fans und Beobachter als möglicher künftiger Trainer von Manchester City. Bereits rund um den Abschied von Pep Guardiola bei den Citizens hatte es entsprechende Spekulationen gegeben. Und genau deshalb werden manche Bayern-Anhänger nervös.
Die Bayern-Fans treibt eine Sorge um
Ihre Sorge: Die weiterhin vorsichtige Transferpolitik des Rekordmeisters könnte Kompany irgendwann dazu bewegen, früher als gedacht nach England zurückzukehren – dorthin, wo die finanziellen Möglichkeiten bekanntlich ganz andere sind.
Am Freitagvormittag stellte Kompany allerdings einmal mehr eine seiner großen Stärken unter Beweis: Er jammert nicht. Während sein direkter Vorgänger Thomas Tuchel den Ruf hatte, immer wieder neue Spieler einzufordern – auch das hatte Uli Hoeneß seinerzeit öffentlich thematisiert – bleibt der aktuelle Bayern-Trainer auffallend gelassen.
Kompany arbeitet mit den Profis, die ihm der Verein zur Verfügung stellt. Und selbst wenn ihm tatsächlich einmal ein Wunsch verwehrt werden sollte, trägt er den Konflikt zumindest bislang nicht nach außen. Für einen Trainer des FC Bayern ist allein das schon bemerkenswert.