Heribert Bruchhagen hält große Stücke auf Niko Kovac. Im Gespräch mit SPORT1 verteidigte der frühere Boss von Eintracht Frankfurt den Trainer von Borussia Dortmund gegen Kritik – und blickte dabei auch auf dessen Zeit beim FC Bayern zurück.
Bruchhagen lobt Niko und Robert Kovac
Bruchhagen lobt Niko und Robert Kovac
Der langjährige Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt hatte den heutigen BVB-Trainer 2016 gemeinsam mit dessen Bruder Robert zur Eintracht geholt und ist bis heute von beiden überzeugt.
Kovac musste insbesondere beim FC Bayern viel Kritik einstecken. Das kann Bruchhagen nicht nachvollziehen. „Was hat Kovac denn bei den Bayern für Fehler gemacht? Er hat einfach das Double geholt. Es wird nur in München anders interpretiert“, sagte der 78-Jährige.
Kovac gewann mit den Bayern 2019 die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Wenige Monate später musste er den Rekordmeister verlassen.
Heribert Bruchhagen: „Das sind ganz saubere Jungs“
Bruchhagens Wertschätzung für Niko Kovac und dessen Bruder Robert, der seit Jahren als Co-Trainer tätig ist, geht weit über das Sportliche hinaus.
„Die Kovac-Brüder haben mir beide zum Geburtstag gratuliert und haben mich auch angerufen, als es zehn Jahre her war, dass ich sie verpflichtet habe. Das sind ganz saubere Jungs. Die leben vollständig für den Profifußball. Sie sind untadelig. Sie arbeiten gründlich und geben das Beste.“
Dass Kovac beim FC Bayern trotz des Doubles letztlich nicht dauerhaft überzeugen konnte, ändert an Bruchhagens Urteil nichts.
„Wenn man in München glaubt, sie seien nicht gut genug, dann ist das eben so bei Bayern München. Das können sie ja auch entscheiden. Aber Titel haben sie dort auch geholt.“
Auch ein möglicher sportlicher Rückschlag beim BVB würde Bruchhagens Meinung nicht verändern: „Wenn Niko und Robert mit Borussia Dortmund jetzt gerade erfolgreich sind, freue ich mich natürlich. Aber wenn sie dort keinen Erfolg haben und Borussia Dortmund Fünfter wird, dann kann mir das Bild der Kovac-Brüder überhaupt gar keiner nehmen.“
„Man kann ja alles hineininterpretieren“
Dass Niko Kovac bei Borussia Dortmund noch einmal an Profil gewonnen habe, sieht Bruchhagen nur bedingt so. Kovac habe seine Qualitäten bereits bei Eintracht Frankfurt und beim FC Bayern gezeigt.
Ohnehin werde die Wahrnehmung eines Trainers laut Bruchhagen stark von seinem Umfeld und der jeweiligen Erwartungshaltung geprägt. Dabei könne praktisch jedes Auftreten gegen einen Trainer ausgelegt werden.
„Wenn der Trainer vor der Bank rumturnt wie ein Weltmeister, sagt man: Der macht die ganze Mannschaft verrückt. Wenn er ein stiller Analytiker ist, sagt man: Der schläft ein, also schläft die Mannschaft ein.“
Bruchhagens Urteil fällt deshalb eindeutig aus: „Man kann ja alles hineininterpretieren. Aber die Kovac-Brüder kann mir keiner ausreden. Die beiden sind erstklassige Trainer.“