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Der Geldautomat des FC Bayern: Das fällt bei den Transfers auf

Der Geldautomat der Bayern

Wenig einkaufen, viel verkaufen – das war die Marschroute des FC Bayern in diesem Transfersommer. Wie gut, dass der Campus inzwischen zuverlässig liefert.
Noch im Mai stand seine Vertragsverlängerung offenbar auf der Kippe. Nun wurde das Arbeitspapier von Max Eberl über diese Saison ausgeweitet. Ein persönlicher Erfolg nach zwei turbulenten Jahren.
Wenig einkaufen, viel verkaufen – das war die Marschroute des FC Bayern in diesem Transfersommer. Wie gut, dass der Campus inzwischen zuverlässig liefert.

Das Sommer-Transferfenster ist geschlossen und beim FC Bayern herrscht weitgehend Zufriedenheit – vor allem mit Blick auf die Einkäufe. Stand jetzt haben sich Nathaniel Brown und Ismael Saibari als wichtige Stellschrauben im Münchner Kader erwiesen.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Günstig waren sie nicht. Rund 100 Millionen Euro musste der Rekordmeister für beide zusammen hinblättern.

FC Bayern verkauft Palhinha, Zaragoza und Boey

Angesichts der Tatsache, dass der Aufsichtsrat Sportvorstand Max Eberl bereits im Frühjahr klargemacht hatte, dass man in der Transferbilanz maximal ein Minus von 50 Millionen Euro akzeptieren werde, war deshalb früh klar: Auf der Verkaufsseite musste deutlich mehr passieren als bei den Einkäufen. Genau dort liegt allerdings weiterhin ein Problem.

Das Verkaufen gestandener Profis wie Joao Palhinha, Bryan Zaragoza oder Sacha Boey fällt den Bayern erstaunlich schwer. Haben sie es gar verlernt? Aus diesem Trio konnte die sportliche Leitung jedenfalls lediglich Palhinha endgültig abgeben – und auch das für vergleichsweise kleines Geld. Bei Boey bleibt immerhin noch die Hoffnung auf einen Wechsel in ein Land, dessen Transferfenster länger geöffnet ist.

Umso wichtiger wurde in diesem Sommer der Campus.

Eigengewächse verschwinden aus München

Die Nachwuchsabteilung liefert längst nicht mehr nur Talente, sondern zunehmend auch bares Geld. Dass Eigengewächse wie Jonah Kusi-Asare, Wisdom Mike, Arijon Ibrahimovic und andere teilweise überraschend schnell aus München verschwanden, verwunderte deshalb manchen Fan – folgt intern aber einer klaren Logik.

Beim FC Bayern herrscht SPORT1-Infos zufolge weiterhin Sparzwang – trotz Rekordumsatz, eines rund 100 Millionen Euro teuren Umbaus an der Säbener Straße und grundsätzlich hervorragender wirtschaftlicher Voraussetzungen. Dass zeitnah weitere fünf Prozent der AG an Investor Viessmann abgegeben werden sollen, passt da ins Bild. Geld soll hereinkommen – zumal in diesem Sommer auch die zusätzlichen Millionen einer lukrativen Klub-WM fehlen.

„Wir versuchen immer, möglichst nicht von Verkäufen abhängig zu sein. Deswegen haben wir über all die Jahre gesagt: Wir sind ein Käuferverein. Nichtsdestotrotz gehört zum Transfergeschäft auch das Verkaufen“, erklärte CEO Jan-Christian Dreesen jüngst auf Nachfrage von SPORT1.

Finanziell habe man das in den vergangenen Jahren „ganz gut“ hinbekommen. Offenkundig auch mit Hilfe des Campus.

Nicht jeder Youngster hat das Zeug zum Bayern-Star

Dass der Nachwuchs zeitweise als eine Art Geldautomat herhalten muss, gefällt hinter den Kulissen allerdings nicht jedem. Internen wie externen Kritikern wird entgegengehalten, dass nun einmal nicht jeder Youngster das Zeug zum Bayern-Star besitzt – und eine erfolgreiche Ausbildung deshalb nicht zwangsläufig in der eigenen Profimannschaft enden muss.

Ohnehin wertet man die Entwicklung eines Spielers bereits dann als Erfolg, wenn er später in einer Spielklasse, in der üblicherweise 100.000 Euro oder mehr pro Jahr verdient werden, auf mindestens 30 Einsätze kommt. Legt man diesen Maßstab an, schafft das beinahe die Hälfte der am Campus ausgebildeten Spieler.

Dem eigenen Profikader hilft diese Quote allerdings nur bedingt. „Es ist auch wichtig, viele Spieler auf ein hohes Level zu bringen und dann gute Transfers damit zu tätigen. Und das ist uns in den letzten eineinhalb, zwei, drei Jahren wirklich ganz gut gelungen“, erklärte Sportdirektor Christoph Freund am Dienstag. Er betonte allerdings auch, dass es natürlich „das Höchste der Gefühle“ sei, wenn ein Talent den Sprung in den eigenen Profikader schafft.

Die nächste Verkaufswelle aus der jungen Riege könnte übrigens schon im Winter folgen. Sollte sich die U19 der Münchner bis dahin aus der UEFA Youth League verabschiedet haben, können sich die Klub-Bosse vorstellen, weitere Talente abzugeben – leihweise oder endgültig.