HSV-Trainer Merlin Polzin hat nach der zweiten heftigen Bundesliga-Klatsche innerhalb einer Woche Aussagen getroffen, die so manchen Anhänger der Hanseaten verwundern dürften.
Diese Polzin-Aussagen verwundern
Diese Polzin-Aussagen verwundern
Denn im Nachgang der 0:5-Pleite gegen RB Leipzig lieferte Polzin ein Statement, das nach solch einem Ergebnis eher unerwartet kommt.
Bei 0:5-Debakel: Polzin sieht „anderes Gesicht“
„Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass mir heute eine Sache ganz wichtig ist: Dass man heute ein anderes Gesicht sieht von der Art und Weise, wie wir auftreten“, erklärte der 35-Jährige bei DAZN. „Und das habe ich heute gesehen. Das hört sich beschissen an nach einem 0:5.“
Bereits am vergangenen Wochenende hatte der HSV sein Heimspiel gegen Mainz 05 ebenfalls mit 0:5 verloren. Gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Leipzig, der seinerseits selbst mit zwei Niederlagen (1:3 Bremen, 1:4 Como) ins Spiel ging, setzte es für Polzins Mannschaft das gleiche Resultat.
In der ersten Halbzeit hatten die Hamburger noch halbwegs mit den Hausherren mithalten können und lagen zum Seitenwechsel nur mit 0:2 zurück. In der zweiten Hälfte fiel der HSV jedoch phasenweise auseinander und kassierte in sechs Minuten drei Gegentore.
Besserer Auftritt? Das sagen die Statistiken
„Dann geht es zu schnell, das steht außer Frage. Dann darfst du dir diese Anzahl an Gegentoren nicht einfangen“, gestand Polzin zwar. Dennoch habe seine Mannschaft bis zur 70. Minute „definitiv ein sehr vernünftiges Auswärtsspiel gemacht“.
Die Statistiken geben Polzin zumindest in Teilen recht: Die Hanseaten beendeten das Spiel immerhin mit einem Expected-Goals-Wert von 0,94. Beim 0:5 gegen Mainz in der Vorwoche war der HSV tatsächlich deutlich harmloser gewesen (0,17 xG). Polzin habe von seiner Mannschaft „fünf, sechs Möglichkeiten, aus denen noch mehr entstehen kann“, gesehen. Im ersten Durchgang hatten die Hamburger tatsächlich ein paar Torchancen, konnten diese aber nicht nutzen.
HSV-Coach kämpferisch: „Wir stehen brutal zusammen“
Nichtsdestotrotz war man RB am Ende in beinahe allen relevanten Daten unterlegen: Leipzig gab mehr Torschüsse ab, hatte die bessere Passquote und gewann mehr Zweikämpfe. Nach einer in Teilen katastrophalen zweiten Halbzeit sprach schließlich auch das Ergebnis Bände.
Durch die Pleite rutscht Hamburg auf den letzten Tabellenplatz und legt den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte in der Bundesliga hin. Polzin ließ sich davon nach der Partie aber nur wenig beeindrucken: „Eines steht fest: Wir stehen brutal zusammen“, erklärte der Coach.
Man müsse nun den Spagat schaffen, die Niederlage kritisch aufzuarbeiten und trotzdem nicht alles schlechtzureden. Am kommenden Wochenende geht es für den HSV zu Hause gegen den 1. FC Köln.