Die Pfiffe gegen Manuel Neuer beim Gastspiel des FC Bayern auf Schalke sind bei Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen nicht gut angekommen. Im FIROCKX DOPPELPASS auf SPORT1 wurde der CEO des Rekordmeisters deutlich.
FC Bayern: Boss Dreesen kritisiert Pfiffe gegen Manuel Neuer
Dreesen kritisiert Pfiffe gegen Neuer
„Ich finde das überflüssig nach 15 Jahren“, betonte Dreesen: „Manuel hat so viele fantastische Spiele für dieses Land bestritten als Nationaltorwart. Ich glaube nicht, dass er diese Karriere je gemacht hätte, wenn er bei Schalke geblieben wäre. Und dass sich so ein Torwart dann mal anders entscheidet, ist, glaube ich, ganz normal.“
FC Bayern: Das sagt Dreesen zu den Pfiffen gegen Neuer
Darum seien die Pfiffe aus seiner Sicht „nicht nötig“. Dreesen hat aber auch für die Zukunft wenig Hoffnung, dass sich daran etwas ändern wird: „Das wird ein Ritual bleiben. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“
SPORT1-Experte Stefan Effenberg warf ein, dass es nach Neuers Wechsel von S04 zu den Bayern 2011 ebenfalls wütende Fan-Reaktionen gab – Stichwort: Koan Neuer. „Wir dürfen nicht vergessen, wie er hier empfangen wurde, als er zum FC Bayern kam. Das war nicht freundlich“, sagte der frühere Bayern-Star: „Und dass sich das gedreht hat, das ist doch das Entscheidende für ihn.“
Effenberg gibt Neuer Rat: „Du musst das als Motivation nehmen“
Effenberg blickte auch auf eigene Erfahrungen zurück, die ihm als polarisierendem Spieler seinerzeit entgegengebracht wurden. „Ich habe das als Motivation genommen“, betonte er: „Wir hatten das ja auch mit Oliver Kahn im Tor. Da flogen erstmal 500 Bananen in seinen Strafraum, bevor er sich überhaupt warm machen konnte. Und ich habe mich so oft ausgetauscht mit ihm: Du musst das als Motivation nehmen. Daraus Motivation ziehen. Das ist ganz wichtig.“
Neuer selbst erklärte am Samstag auf SPORT1-Nachfrage, dass ihn die Pfiffe nicht treffen würden: „Das ist ja Liebe, das weiß ich. Das war eigentlich ein Kompliment.“
Der Keeper wurde in Gelsenkirchen geboren und durchlief die Jugend des FC Schalke 04, bevor er sich bei den Königsblauen als Profi etablierte. 2011 wechselte er zum FC Bayern – der Transfer wurde vom großen Unmut der Schalker Fans begleitet, die den Torhüter in den Folgejahren immer wieder auspfiffen. Auch beim harten Kern der Bayern-Fans ist er angesichts seiner Vergangenheit als Schalke-Ultra nicht unumstritten.