Jupp Heynckes hat sich nach dem Tod seines langjährigen Assistenten Peter Hermann zu Wort gemeldet.
Heynckes meldet sich nach Tod von Weggefährte Hermann
Heynckes meldet sich nach Tod von Weggefährte Hermann
In einem Gastbeitrag für den kicker nahm Heynckes mit bewegenden Worten Abschied von seinem Weggefährten. Fünf Jahre lang trainierten die beiden den FC Bayern, gekrönt war die Ära von der Triple-Saison 2013.
Heynckes hatte eine „schlimme Vorahnung“
„Es gibt im Leben Tage, die man nie vergisst. Und es gibt im Leben Nachrichten, von denen man in andauernder Verängstigung weiß, dass sie einen früher oder später erreichen werden. Dennoch ereilen sie einen unvorbereitet und mit einer brutalen Wucht, weil ihr Inhalt von einer niederschmetternden Endgültigkeit ist“, schreibt Heynckes.
Als er die Nummer von Peter Hermanns Tochter Rebecca auf seinem Mobiltelefon sah, mit Bitte um dringenden Rückruf, habe er bereits eine „schlimme Vorahnung“ gehabt.
Kurz darauf sollte Heynckes vom Tod seines ehemaligen Co-Trainers erfahren. Der einstige Bundesligaprofi litt seit längerer Zeit an der Nervenkrankheit ALS. Am Samstag verlor er den Kampf gegen die heimtückische Erkrankung.
Heynckes und seiner Frau Iris kamen die Tränen
„Meine Frau Iris und ich saßen am Tisch und konnten unsere Tränen nicht mehr aufhalten. Das menschliche Vokabular bietet für solche Situationen nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wie uns dieser Verlust getroffen hat“, erzählt Heynckes. Hermann selbst habe sich über sein schlimmes Schicksal nie beklagt.
Heynckes berichtet auch von der letzten gemeinsamen Begegnung: „Als ich ihn vor etwa drei Monaten letztmals besucht habe, konnte er kaum noch sprechen. Sein Schwiegersohn half bei der Konversation, weil ich Peter kaum mehr verstehen konnte. Auf der Heimfahrt habe ich, das Bild meines so schrecklich gezeichneten Freundes vor Augen, im Auto bitterlich geweint.“
„Wir waren Brüder im Geiste“
Auch danach waren die beiden stets in Kontakt, über WhatsApp. Heynckes gewährte Einblicke in die gemeinsamen Konversationen. Dabei ging es um geopolitische Themen, das DFB-Team, Spaniens Weltmeistertrainer Luis de la Fuente, den FC Bayern, Jamal Musiala und einen Stadionbesuch von Hermann bei seinem Heimatklub Bayer Leverkusen (4:0 gegen Union Berlin).
Anschließend berichtet Heynckes noch von der gemeinsamen Zeit auf der Trainerbank: „Diese Klarheit gefiel mir grandios. Auf dieser Basis konnte unsere Zusammenarbeit starten. Peter wurde zu meinem stets loyalen Partner auf Augenhöhe. Weder 2009 bis 2011 in Leverkusen, 2011 bis 2013 in München noch im Dreivierteljahr 2017/18 wieder beim FC Bayern hatten wir jemals Dissonanzen oder gar Streit. Wir waren Brüder im Geiste.“
Heynckes beschreibt Hermann als „empathisch und sympathisch, weil er so still und leise, so uneitel, einfach liebenswert war“, nennt ihn „zweiter Mann erster Klasse“. Abschließend erzählt Heynckes noch von der letzten WhatsApp-Nachricht, in der er schrieb: „Du bist für mich mehr als nur ein Freund.“