Dass sich die Verantwortlichen von Borussia Dortmund immer wieder der Frage stellen müssen, ob der Kader zu jung und zu unerfahren ist, kann Mats Hummels nicht nachvollziehen. „Ich sehe den Punkt nicht, dass Erfahrung, Routine und Reife fehlen. Es ist schon eine Mannschaft, die auf vier, fünf Positionen sehr, sehr erfahren ist“, sagte der 37-Jährige in einer Presserunde von Prime Video, an der auch SPORT1 teilnahm.
Hummels: BVB-Schwäche? "Sehe den Punkt nicht"
Hummels kontert BVB-Kritiker
Hummels nannte Nico Schlotterbeck, Gregor Kobel, Julian Ryerson, Rami Bensebaini, Waldemar Anton und Serhou Guirassy als Beispiele. „Das sind alles auf jeden Fall erfahrene Leute“, betonte er: „Und da sind eben auch ein paar potenzielle Weltklasse-Talente dabei. Ich finde, das ist eine sehr spannende Mischung. Auch mit den beiden Griechen, jetzt erst einmal nur mit Konstantinos Karetsas, durch die Verletzung von Giannis Konstantelias.“
Ein Neuzugang hat es Hummels besonders angetan: Joan Gadou. „Den sehe ich schon jetzt auf einem Wahnsinnslevel und erwarte das auch in den nächsten Jahren. Es ist einfach eine furchtbar spannende Mannschaft und genau das, was den BVB immer ausgemacht hat. Dass du dahingeschaut hast und gewusst hast, da tummeln sich jetzt ein paar Spieler, die in den nächsten fünf Jahren Ballon-d’Or-Kandidaten sein sollten – das haben sie wieder geschafft mit dem Transfer“, urteilte der Weltmeister von 2014.
Sammer: „Das wäre eine scheinheilige Diskussion“
Matthias Sammer wiederum störte sich daran, dass viele von Trainer Niko Kovac fordern, er müsse im Vergleich zu einigen Teilen der vergangenen Saison einen attraktiveren Fußball spielen: „Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir die Grundtugenden des Fußballs ausbalancieren müssen, um eine gute Mischung zu finden zwischen Attraktivität mit dem Ball und Klarheit gegen den Ball, Persönlichkeit und Auftreten sowie verschiedenen Lösungen in verschiedenen Spielphasen. Das muss der Dortmunder Weg sein.“
„Aki Watzke hat gesagt, dass es manchmal ruckeln kann und wir nicht permanent diskutieren sollten, ob das Spektakel dabei war oder nicht. Das wäre eine scheinheilige Diskussion. Wir streben eine Veränderung an, gar keine Frage, und sind alle bereit dafür. Aber nicht um der Veränderung willen, sondern auf den stabilen Grundlagen. Das ist für mich sehr, sehr wichtig. Dann kann das spannend werden und richtig Freude machen“, stellte Sammer klar.