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Robin Hack: "Der Junge hat außergewöhnliche Qualitäten"

Hack schwärmt von Gladbach-Talent

Hinter Robin Hack liegt eine Saison zum Vergessen. Im SPORT1-Interview blickt der Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach auf die schwere Zeit zurück und schwärmt von neuen Mitspielern.
Für Robin Hack endete eine lange Leidenszeit mit vielen Verletzungsproblemen. Nun will der Gladbacher wieder durchstarten und dabei den schlafenden Riesen Borussia mitreißen.
Hinter Robin Hack liegt eine Saison zum Vergessen. Im SPORT1-Interview blickt der Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach auf die schwere Zeit zurück und schwärmt von neuen Mitspielern.

Als sich Robin Hack gerade nach einem langwierigen Riss des Innenmeniskus zurück gekämpft hatte, warf ihn im März ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich erneut zurück. Nun will der Offensivspieler von Borussia Mönchengladbach wieder neu angreifen.

Im exklusiven SPORT1-Interview gibt der 28-Jährige einen Einblick in seine Gefühlswelt während der schweren Zeit. Sein Blick geht aber auch optimistisch nach vorne – auch wenn der Druck nach der Auftaktniederlage schon wieder steigt.

SPORT1: Robin Hack, das 0:3 bei RB Leipzig war ein ernüchternder Saisonstart. Wie fällt Ihr Blick auf den Auftakt aus? 

Robin Hack: Von der Stimmung und vom Gefühl her war vieles eigentlich positiv. Wir hatten uns für das Spiel viel vorgenommen, konnten es dann aber leider nicht so umsetzen. Die ersten 20, 30 Minuten waren wir gut im Spiel und hatten auch die Möglichkeit, ein oder zwei Tore zu erzielen. Wir haben es vorne aber nicht gut ausgespielt. Hinten waren wir in den entscheidenden Situationen nicht griffig genug. Leipzig hat das direkt ausgenutzt. Unterm Strich sind wir sehr unzufrieden.  

Klartext von Kleindienst? „Im Kern hat er recht“

SPORT1: Kapitän Tim Kleindienst hatte den Finger in die Wunde gelegt und von „Kindergarten-Fußball“ gesprochen.  

Hack: Wenn man sich anschaut, wie die Gegentore entstanden sind, kann ich schon verstehen, warum er das gesagt hat. Direkt nach dem Spiel spielen natürlich auch Emotionen eine Rolle. Aber im Kern hat er recht. Es gab einige Situationen, die wir deutlich besser verteidigen müssen. Gerade gegen den Ball waren wir nicht so stabil und diszipliniert, wie wir uns das vorgenommen hatten. Und auf diesem Niveau werden solche Fehler sofort bestraft. 

SPORT1: Einige Fans erinnerte das ein Stück weit an die vergangene Saison. Ist das etwas, das Sie in diesem Jahr unbedingt verbessern und aus dem Spiel lernen müssen?  

Hack: Ehrlicherweise hatte ich nach dem Spiel teilweise ein ähnliches Gefühl. Genau das darf aber nicht passieren. Wir haben viele Spieler im Kader, die seit mehreren Jahren hier sind. Wir wissen, was uns zuletzt gefehlt hat und was wir besser machen müssen. Deshalb hätte ich mir gerade in so einem Spiel mehr Gegenwehr gewünscht. In Leipzig, zum Bundesliga-Auftakt, musst du dich mehr wehren. Wir haben uns viel vorgenommen, am Ende muss davon aber mehr auf dem Platz zu sehen sein. 

Robin Hack: „Druck ist hier meistens auf dem Kessel“

SPORT1: Jetzt kommt mit Elversberg ein Aufsteiger nach Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr im LIVETICKER). Durch den schlechten Start ist gleich wieder etwas Druck auf dem Kessel.  

Hack: Das kennen wir ja. (lacht) Druck ist hier meistens auf dem Kessel. In der Bundesliga musst du jedes Spiel von Anfang an gleich angehen – ganz egal, ob es gegen einen Aufsteiger oder einen Titelkandidaten geht. Wir müssen aggressiv sein und dürfen nicht so einfach Tore kassieren. Offensiv müssen wir klarer in unseren Aktionen werden, da muss mehr dabei herauskommen. Da muss sich jeder Offensivspieler, der gespielt hat, auch an die eigene Nase fassen. Gegen Elversberg wird es auf keinen Fall einfach. Sie spielen guten Fußball. Da müssen wir von der ersten Minute an so auftreten, als würden wir gegen Bayern spielen.  

SPORT1: Im Sommer gab es einige Kaderveränderungen, gleichzeitig hat man sich klar zum Trainer positioniert. Was hat sich unter Eugen Polanski seitdem verändert?  

Hack: Vor allem die Herangehensweise. Es sind viele neue Spieler dazugekommen, aber ich habe das Gefühl, dass wir einen anderen Spirit entwickelt haben. Die Vorbereitung war in dieser Hinsicht sehr positiv. Wir waren läuferisch, körperlich und mental gut vorbereitet. Die Grundlagen haben gestimmt. Umso ärgerlicher ist es, dass wir davon in Leipzig zu wenig gezeigt haben. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir die Kurve schnell bekommen werden. 

SPORT1: Haben Sie das Gefühl, dass der Gladbacher Kader stärker ist als letzte Saison?  

Hack: Ja, das würde ich schon sagen. Es sind viele neue Spieler dazugekommen, bei denen man natürlich erst einmal sehen muss, wie sie sich in der Bundesliga schlagen. Im Training machen sie einen richtig guten Eindruck, viele sind jetzt auch schon zum Einsatz gekommen. Dazu haben wir junge Spieler dazubekommen, die einen Weg bei der Borussia vor sich haben und sich ihre Chancen in der Vorbereitung mit guten Leistungen erarbeitet haben. Es fühlt sich auf jeden Fall so an, als würde sich daraus etwas entwickeln und wir den nächsten Schritt gehen können – und auch müssen. Jeder im Verein und in der Mannschaft hat den Ehrgeiz, mehr zu erreichen als in den vergangenen Jahren.  

Hack schwärmt von Mohya: „Der Junge hat außergewöhnliche Qualitäten“

SPORT1: Gibt es einen Mitspieler, der Sie bisher besonders beeindruckt? 

Hack: Über Wael (Mohya, Anm. d. Red.) müssen wir eigentlich gar nicht groß reden. Der Junge hat außergewöhnliche Qualitäten. Das sieht jeder, der ihn im Training erlebt. Und ich bin mir sicher, dass er das auch in den Spielen zeigen wird. Sehr positiv überrascht hat mich aber auch Mathieu (Nguefack). Man sieht seine Ansätze sofort. Er kommt über die ersten Meter gut vom Gegenspieler weg, hat starke Körpertäuschungen und fühlt sich im Zentrum auf mehreren Positionen wohl. Egal ob als Achter oder Sechser, das macht er schon sehr ordentlich. Und wenn man sich seine Vorbereitung anschaut, dann hat er sich seinen Bundesliga-Einsatz auch verdient. 

SPORT1: Sie selbst sind vergangene Saison monatelang verletzt ausgefallen. Wie sehr haben Sie das Fußballspielen vermisst? 

Hack: Sehr. Fußball ist mein Leben. Wenn du sieben oder acht Monate raus bist und praktisch eine ganze Saison nur zuschaust, fehlt dir das enorm. Besonders in den Phasen, in denen die Reha nicht so verläuft, wie man es sich erhofft. Umso schöner ist es, wenn du wieder komplett fit bist, die gesamte Vorbereitung absolvieren kannst und keine Beschwerden mehr hast. Dann merkst du, wie sehr dir das gefehlt hat. Wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen, wieder Bundesliga zu spielen, wieder in der Startelf zu stehen, das hat sich einfach gut angefühlt. Natürlich hätten wir das Spiel in Leipzig gerne gewonnen. Aber ich bin vor allem dankbar, dass ich wieder gesund bin. 

„Dennoch hinterfragst du vieles und lernst daraus“

SPORT1: Wie sind Sie durch diese schwere Zeit gekommen?  

Hack: Ich habe das Glück, ein sehr stabiles Umfeld zu haben. Und es war ja nicht der erste Rückschlag meiner Karriere, da wusste ich schon ein Stück weit, wie ich damit umgehen muss. Meine Frau und meine Kinder geben mir immer Rückhalt, das hilft enorm. Klar tut es weh, wenn du fehlst. Aber das gehört im Fußball dazu. Du arbeitest einfach hart daran, wieder fit zu werden und zurückzukommen. Ich versuche immer, aus solchen Situationen das Beste zu machen, weil du es ohnehin nicht ändern kannst. Dennoch hinterfragst du vieles und lernst daraus. Es war keine schöne Zeit, aber definitiv eine lehrreiche – egal, wie man darauf blickt. Und jetzt geht es nach vorne.  

SPORT1: Sie haben einmal über das Traumziel Nationalmannschaft gesprochen. Wie präsent ist das noch? 

Hack: Das ist aktuell natürlich weit hergeholt, weil ich sehr lange verletzt war. Aber es ist nach wie vor einer meiner größten Träume. Das wird sich auch nicht ändern. Erst einmal muss ich performen, erst einmal muss ich Leistung bringen. Dann kommt alles andere von allein. Für mich ist jetzt also die Hauptsache: Gas geben und fit bleiben. Den Rest kann ich sowieso nicht beeinflussen.