Elversberg-Cheftrainer Vincent Wagner darf beim ersten Bundesliga-Aufeinandertreffen der Saarländer mit dem FC Bayern (JETZT im LIVETICKER) auf der Bank sitzen, weil der Klub erfolgreich gegen die Ein-Spiel-Sperre für den Cheftrainer protestierte.
Wagner gibt emotionale Einblicke
Wagner gibt emotionale Einblicke
Kurz vor dem Duell mit den Münchnern nahm der Aufstiegscoach Stellung zum vieldiskutierten Thema der Vorwoche und gab emotionale Einblicke in sein Gefühlsleben. „Natürlich beschäftigt das einen. Für unsere Verhältnisse war schon ordentlich was los. Es hat uns schon beschäftigt, vor allem mich“, sagte Wagner bei DAZN und verriet, dass vor allem seine Familie unter der Entscheidung gelitten habe.
Ballack: Entscheidung „im Sinne des Fußballs“
TV-Experte Michael Ballack befand, dass die Aufhebung der Ein-Spiel-Sperre für Wagner „im Sinne des Fußballs“ die richtige Entscheidung gewesen sei. Der einstige DFB-Kapitän freute sich mit dem Elversberger Aufstiegstrainer, dass dieser das erste Aufeinandertreffen des Klubs mit dem FC Bayern erleben darf.
Am Montag hatte der DFB einen ersten Einspruch der SV Elversberg gegen die Ein-Spiel-Sperre für Trainer Vincent Wagner zunächst abgelehnt. Begründung: Es handele sich bei dem Platzverweis um eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters Martin Petersen, „an die auch die Sportgerichte grundsätzlich gebunden“ seien.
Dennoch hatten die Saarländer erneut Einspruch gegen die Sperre eingelegt, der am Freitag in Frankfurt neu verhandelt wurde. Das Ergebnis: Das Sportgericht unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz hob in einer mündlichen Verhandlung das vorangegangene Urteil auf.
Schiedsrichter Petersen räumt Wahrnehmungsfehler ein
„Es war ein schöner Medienrummel. Erst mal danke für die deutschlandweite Unterstützung. Auch danke an die Schiedsrichter. Der Austausch war jederzeit fair“, witzelte Wagner und erklärte anschließend, weshalb es zur Wende um seine Sperre kam.
„Im schriftlichen Urteil am Montag stand drin, dass die Wahrnehmung war, dass ich auf das Feld gelaufen bin und dass ich von meinen Spielern zurückgehalten werden musste. Das war die erste Urteilsbegründung.“ Allerdings entsprach diese Darstellung nicht der Realität, wie er erläuterte.
Wagner habe auch das Gespräch mit Schiedsrichter Petersen, der ihn am 2. Spieltag beim 4:3-Sieg in Mönchengladbach mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen hatte, gesucht. „In dem Fall war es ein Wahrnehmungsfehler. Das hat Herr Petersen klar und transparent angegeben. Seine Wahrnehmung war, dass ich auf den Platz gelaufen wäre und zurückgehalten werden musste. Aufgrund dessen, das hat er auch selbst eingeräumt, hat er mir die Gelbe Karte gezeigt.“
Auch weil Petersen seinen Fehler der Wahrnehmung einräumte, darf Wagner am Sonntag gegen Bayern München auf der Trainerbank sitzen. In der mündlichen Verhandlung am Freitag bezeichnete der Schiedsrichter den Platzverweis nun als Fehler. „Im Nachgang empfand ich meine Reaktion als unangemessen. Ich würde die Entscheidung nicht noch einmal so treffen. Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert“, sagte der Unparteiische.
Vincent Wagner freut sich, gegen die Münchner dabei zu sein: „Danke, dass ich gleich dabei sein darf. Es ist ein besonderes Spiel, gegen Bayern an der Linie stehen zu dürfen. Das haben sich die Jungs und wir erarbeitet. Das ist ein geiles Spiel. Ich freue mich, was wir dieses Mal zu sehen bekommen. Vollgas! Die Bayern sind so schlau, die sind so lernfähig.“