Als Nummer zwei zu Nagelsmann?

Janis Blaswich liefert beim Champions-League-Aus von Bayer Leverkusen eine überragende Leistung ab. Auch Julian Nagelsmann dürfte erneut genau hingeguckt haben. Dennoch wackelt sein Platz im Bayer-Tor.
Bayer 04 Leverkusen verliert das Achtelfinal Rückspiel der Champions League gegen Arsenal London mit 0:2. Torhüter Janis Blaswich überzeugte trotz der Niederlage und spricht nach der Partie über seine Leistung sowie den bevorstehenden Konkurrenzkampf mit dem eigentlichen Stammkeeper Mark Flekken.
Janis Blaswich liefert beim Champions-League-Aus von Bayer Leverkusen eine überragende Leistung ab. Auch Julian Nagelsmann dürfte erneut genau hingeguckt haben. Dennoch wackelt sein Platz im Bayer-Tor.

Es war ein Spiel, für das er in Erinnerung bleiben wird Janis Blaswich wuchs am Dienstagabend im Emirates über sich hinaus. Immer wieder musste der Torhüter von Bayern Leverkusen beim FC Arsenal in höchster Not retten, zeigte einige Glanzparaden und wirkte lange Zeit unüberwindbar (Sport1-Note: 1,5). Erst beim Traum-Abschluss von Eberechi Eze und dem Distanzschuss von Declan Rice war er dann machtlos.

Dennoch dürfte sich jeder einig gewesen sein: Blaswich war mit Abstand der beste Leverkusener an diesem Abend. Und trotzdem ist seine Zukunft im Bayer-Tor alles andere als sicher. Schon am Wochenende könnte sich der Überflieger auf der Bank wiederfinden.

Blaswich überzeugt – doch die Bank droht

„Er hat das gut gemacht. Sehr stabil über das ganze Spiel“, lobte Kasper Hjulmand seinen Keeper. Simon Rolfes stimmte zu: Er hat es sehr sehr gut gemacht, einen früher Rückstand häufig vereitelt und sehr viel Ruhe ausgestrahlt“, erklärte der Sport-Geschäftsführer kurz vor dem Rückflug auf SPORT1-Nachfrage.

Und sogar Blaswich selbst, der sonst immer sehr zurückhaltend ist, musste zugeben: „Heute war sicherlich ein Spiel, in dem ich mal mehr zu tun hatte und mich auszeichnen konnte.“ Trotz des großen Lobs droht dem 34-Jährigen am Samstag gegen Heidenheim (LIVETICKER) allerdings wieder die Zuschauerrolle.

Denn seit dieser Woche ist Stammkeeper Mark Flekken zurück im Mannschaftstraining. Beide Keeper wechselten im Sommer an den Rhein – die Rollenverteilung war von Anfang an klar: Flekken ist die Nummer eins, Blaswich die Vertretung. Flekken blieb sogar dann erste Wahl, als er patzte und es gute Gründe für einen Torwartwechsel gegeben hätte.

Mitte Januar zog sich der Niederländer eine Bänderverletzung im rechten Knie zu. Blaswich sprang ein und überzeugt seither auf ganzer Linie. Der Ex-Leipziger stellt damit auch Ansprüche auf den Stammplatz im Tor – zumindest sportlich.

„Da bin ich jetzt der falsche Ansprechpartner für“, gab sich Blaswich nach der Partie gewohnt defensiv: „Ich gebe einfach mein Bestes, und der Trainer muss entscheiden.“

Holt Nagelsmann Blaswich zurück zum DFB-Team?

Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, der Blaswich noch aus gemeinsamen Leipziger Zeiten kennt, dürfte genauer hingeguckt haben. Vielleicht ja schon bei der kommenden Kader-Bekanntgabe am Donnerstag? Bereits viermal gehörte Blaswich, der aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach kommt, dem DFB-Kader an: Erstmals im November 2023 gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2) und zuletzt im Oktober 2024 gegen Bosnien Herzegowina (2:1) und die Niederlande (1:0) – zum Einsatz kam er dabei nicht.

Doch in dieser Form dürfte Blaswich auch im Tor der Nationalmannschaft – zumindest als Nummer drei – eine gute Figur machen. Für ihn spricht, dass er jemand ist, der sich mit seiner Rolle im Hintergrund bestens auskennt und sich fügt. Blaswich stellt sich immer in den Dienste der Mannschaft, ordnet sich immer unter. Dazu passt seine Aussage auf den Konkurrenzkampf mir Mark Flekken: „Auf Einzelspieler kommt es nicht an.“

Und genau das, ein klares Bekenntnis zu seiner Rolle, schätzt der Bundestrainer sehr.

Flekken oder Blaswich? Hjulmand kündigt Entscheidung an

Sportliche Argumente, die für ihn sprechen, hat Blaswich auch: Gerade auf der Linie überzeugte Blaswich zuletzt, glänzte mit überragenden Reflexen. Fußballerisch dürfte Flekken die Nase etwas vorne haben.

„Wir haben zwei gute Möglichkeiten. Es ist eine schwierige Entscheidung, das ist aber gut für unsere Mannschaft“, betonte Hjulmand auf der PK nach der Partie und kündigte an „in den nächsten Tagen“ eine Entscheidung treffen zu wollen.

Wer am Samstag in Heidenheim das Bayer-Tor hüten wird, ist damit völlig offen. Doch ein besseres Bewerbungsschreiben hätte Blaswich nicht abgeben können.