Der BVB sparte nach der desolaten Vorstellung gegen Tottenham nicht mit Selbstkritik. Kaum ein Dortmunder vermochte an diesem Abend im Londoner Nachthimmel auch nur einen positiven Ansatz zu erkennen.
Champions League: Kovac lässt BVB zusammenschrecken
Kovac lässt BVB zusammenschrecken
Sportdirektor Sebastian Kehl zählte die Mannschaft so heftig an wie selten zuvor. Und doch waren es vor allem die Worte von Trainer Niko Kovac, die einen empfindlichen Triggerpunkt trafen.
Kovac vermisst Mentalität beim BVB
Von mangelnder Qualität wollte Kovac auf der Pressekonferenz nach der Partie nichts wissen.
Stattdessen öffnete er ein Thema, das eigentlich aus dem Dortmunder Wortschatz verbannt schien: „Im Fußball gehört Mentalität auch dazu. Gerade wenn es am Abend ein Champions-League-Spiel gibt und du schon die Möglichkeit hast, hier vielleicht mit einem Sieg unter die letzten Acht zu kommen. Und das habe ich heute vermisst. Das war mir zu wenig.“
Kovac reißt alte Wunden auf
Mentalität – das verbotene Wort in Dortmund. Diese Debatte war beim BVB über Jahre ein Dauerthema. Zum Leidwesen der Spieler.
Marco Reus reagierte 2019 sichtlich gereizt auf entsprechende Vorwürfe. Nach einem 2:2 gegen Frankfurt meinte er seinerzeit: „Das geht mir so auf die Eier. Ihr mit eurer Mentalitätsscheiße.“
Doch Fakt ist: Auch wenn man es nie wirklich wahrhaben oder zumindest klein halten wollte – mangelhafte Mentalität war in der Vergangenheit ein riesiges Problem.
Umso größer war die Erleichterung, umso fester die Überzeugung, dass dieses Thema unter Kovac keine Rolle mehr spielen würde. Bis zu diesem Abend.
Nach einem desolaten Auftritt und der wohl schlechtesten Hälfte unter seiner Regie brachte der BVB-Coach dieses Thema selbst wieder auf den Tisch. Und könnte damit alte Wunden erneut aufreißen.