Champions League>

Champions League: "Diskriminierung!" Großer Fan-Ärger beim BVB

Fan-Ärger beim BVB

Borussia Dortmund muss im Playoff-Rückspiel in Bergamo möglicherweise auf Teile seiner Fans verzichten. Die Fan- und Förderabteilung tobt.
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac zeigt sich begeistert vom italienischen Top-Talent Samuele Inacio Pia.
Borussia Dortmund muss im Playoff-Rückspiel in Bergamo möglicherweise auf Teile seiner Fans verzichten. Die Fan- und Förderabteilung tobt.

Trotz gültiger Tickets kein Zutritt zum Stadion? Dieses kuriose Szenario könnte dem einen oder anderen BVB-Fan am nächsten Mittwoch im Rückspiel in Bergamo drohen.

Denn die Italiener haben ungewöhnliche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Der Ärger bei den Dortmundern über das Vorgehen – und vor allem über den Zeitpunkt – ist groß.

BVB „missbilligt“ die Maßnahmen von Bergamo

Die Stadt Bergamo schreibt vor, dass BVB-Fans, die nicht in Deutschland geboren sind oder keinen Wohnsitz in Deutschland haben, keine Tickets erwerben dürfen und somit auch keinen Zutritt zum Stadion erhalten.

„Die BVB Fan- und Förderabteilung missbilligt die von den Behörden & Verein in Bergamo verfügte Einschränkung der Ticket-Vergabe ausdrücklich“, heißt es in einem Statement der Fan- und Förderabteilung des BVB.

Der Grund für den Wirbel um BVB-Fans

Hintergrund: Die Ultraszene von Borussia Dortmund pflegt eine Fanfreundschaft mit Catania Calcio. In Bergamo besteht offenbar die Sorge, dass auch Anhänger aus Catania gemeinsam mit den BVB-Fans ins Stadion und in den Block gelangen könnten.

„Diese Entscheidung stellt aus unserer Sicht eine nicht hinnehmbare Diskriminierung dar. Sie widerspricht den fundamentalen Prinzipien der UEFA, die eine Benachteiligung von Fußballfans aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder Herkunft ausdrücklich untersagen“, macht die Abteilung deutlich und richtet sich mit ihrer Mitteilung an Bergamo sowie die UEFA.

Tobias Westerfellhaus, Abteilungsleiter der Fan- und Förderabteilung, erklärt: „Wer unsere Fans aufgrund ihres Geburtsortes oder Wohnsitzes vom Stadionbesuch ausschließt, greift diese Werte direkt an. Niemand darf vom Stadionbesuch ausgeschlossen werden, nur weil er oder sie außerhalb Deutschlands lebt oder geboren wurde. Eine solche Praxis ist nicht nur ausgrenzend und diskriminierend, sondern widerspricht dem Geist des Sports.”

Vor allem das Timing erscheint problematisch

Das große Problem ist jedoch vor allem das Timing: Die BVB-Fans erfuhren erst nach der Personalisierung der Auswärtstickets von dieser Einschränkung. Der Vorverkauf ist bereits seit Anfang Februar geschlossen. Demnach könnten BVB-Fans, die bereits Tickets erworben haben, aber keinen Wohnsitz in Deutschland besitzen oder nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, der Zutritt zum Stadion verweigert werden.

Die Fan- und Förderabteilung erklärte, man stehe im engen Austausch mit den BVB-Ansprechpartnern, um „mit Hochdruck“ an einer Lösung zu arbeiten. Ob der BVB am Mittwoch auf die Unterstützung aller 1.300 möglichen Auswärtsfahrer zählen kann, ist derzeit allerdings völlig offen.