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"Blamage": Italiens Presse gnadenlos nach Sensation

Italiens Presse wütet nach „Blamage“

Der norwegische Außenseiter FK Bodö/Glimt schockt Inter Mailand und schreibt seine besondere Geschichte fort. Italiens Presse wütet nach der Blamage.
Mit 1:3 verlor Inter Mailand gegen Bodo/Glimt und muss nun um das Weiterkommen in der Champions League bangen. Trainer Cristian Chivu macht vor allem den Kunstrasen für die Niederlage verantwortlich.
Der norwegische Außenseiter FK Bodö/Glimt schockt Inter Mailand und schreibt seine besondere Geschichte fort. Italiens Presse wütet nach der Blamage.

Als die Helden von San Siro ihr kleines Fußball-Wunder feierten, vergaß der norwegische Ministerpräsident für einen kurzen Moment sogar die hohe Politik. „Es ist ein Märchen“, jubelte Jonas Gahr Störe.

Der Politiker hatte das sensationelle 2:1 (0:0) des FK Bodö/Glimt in der Champions League bei Inter Mailand in einer Hotellobby in Kiew verfolgt, am Rande eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

„Ich habe schon gesehen, wie sie Manchester City in Aspmyra mit 3:1 geschlagen haben. Das war ein Wahnsinnsmoment, und danach ging es einfach immer weiter“, schwärmte Gahr Störe im norwegischen Rundfunk und ergänzte euphorisch: „Alles ist möglich. Das ist eine Ermutigung für alle und wirkt weit über den Fußball hinaus.“

Champions League: Bodö-Torhüter ist „Gabe Gottes“

Nach dem 3:1 im Playoff-Hinspiel hatte sich der Außenseiter auch beim Vorjahresfinalisten durchgesetzt und war völlig überraschend ins Achtelfinale gekommen. Dort wartet bei der Auslosung am Freitag erneut die Startruppe von ManCity oder Sporting Lissabon als Gegner.

„Ich bin unheimlich stolz auf das, was wir sind“, sagte Trainer Kjetil Knutsen und betonte: „Es ist unglaublich, dass ein Verein wie Bodö/Glimt es bis ins Achtelfinale der Champions League schaffen kann.“ Den herausragenden Torwart Nikita Haikin bezeichnete er als eine „Gabe Gottes“.

Kapitän Patrick Berg sprach vom „Größten, was ich in meiner Karriere erlebt habe“.

Presse feiert: „Glimt im Himmel“

Und auch die Medien im hohen Norden waren verzückt. NRK fühlte sich angesichts der „Glimt-Pracht von Mailand“ an „Hollywood“ erinnert, Verdens Gang sprach von einer „Machtdemonstration“ und sieht „Glimt im Himmel“.

„Mamma mia! Jetzt haben die Italiener Albträume von Norwegen“, titelte Aftenposten.

Der frühere Frankfurter Jens Petter Hauge, der den ersten Treffer selbst erzielt und den zweiten vorbereitet hatte, habe „fast 70.000 Zuschauer im San Siro zum Schweigen gebracht“, schrieb das Boulevardblatt weiter.

TV2 kommentierte: „Glimt schockiert - schon wieder“. Glimt schrieb nationale Fußballgeschichte: Zwar stand Rosenborg Trondheim 1996/97 sogar im Viertelfinale der Königsklasse, erstmals aber setzte sich ein norwegischer Klub in einem K.o.-Duell der Champions League durch.

„Das ist komplett verrückt. Wir haben etwas völlig Aberwitziges geschafft“, sagte Torschütze Hakon Evjen. Und jetzt? „Alles ist möglich!“

Italienische Presse wütet: „Schande“

In Italien war die Stimmung dagegen erwartungsgemäß etwas anders. Der Corriere dello Sport stöhnte: „Bodö macht dem San Siro Schüttelfrost“. La Repubblica schrieb: „Das San Siro versinkt in Dunkelheit“.

„Inters Champions-League-Abenteuer endet in einer Schande: keine Aufholjagd, Bodö gewinnt auch noch im San Siro“, titelte La Gazzetta dello Sport und erklärte im Artikel: „Bodo ist eine Klapperschlange, die sich ducken und dann blitzschnell zuschlagen kann.“

Und Corriere della Sera schrieb: „Das gnadenlose Bodö lässt Inter nichts, nicht einmal die Illusion eines Comebacks, und gewinnt sogar auf dem echten Rasen des San Siro.“

Tuttosport schoss sich auf Trainer Cristian Chivu ein und sprach von einer „Blamage in den Playoffs“ für Inter und seinen Trainer.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)