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Real Madrid: Er verblüfft schon die Legenden

Er verblüfft schon die Legenden

Thiago Pitarch ist der neue Stern am Himmel von Real Madrid. Nach einem furiosen Startelfdebüt in der Champions League gerät selbst Thierry Henry ins Staunen.
Beim 3:0-Erfolg von Real Madrid gegen Manchester City in der UEFA Champions League erzielte Federico Valverde drei Treffer und wurde zum Matchwinner. Nach dem Spiel fand Trainer Álvaro Arbeloa große Worte für seinen Schützling. Die Real-Legende verglich den Mittelfeldstar sogar mit einen Real-Ikone.
Thiago Pitarch ist der neue Stern am Himmel von Real Madrid. Nach einem furiosen Startelfdebüt in der Champions League gerät selbst Thierry Henry ins Staunen.

Die meisten Schlagzeilen gehörten Federico Valverde. Aber im Schatten des großen Matchwinners von Real Madrid spielte sich beim fulminanten Sieg gegen Manchester City (3:0) noch ein weiterer erstaunlicher Auftritt ab. Ein Talent krönte seinen steilen Aufstieg und wurde zum X-Faktor.

Mit 18 Jahren und 220 Tagen wurde Thiago Pitarch zum zweitjüngsten Spieler, der für Real ein Spiel der Champions-League-Endrunde in der Startelf begann. Nur Vinícius Jr. war 2019 im Achtelfinale gegen Ajax Amsterdam vier Tage jünger. Unter allen Spaniern setzt sich der Youngster sogar vor Legende Raúl an die Spitze der Liste.

Insgesamt stand Pitarch 76 Minuten auf dem Feld und feierte dabei bis auf eine Situation ein nahezu makelloses Debüt. 94 Prozent Passgenauigkeit, vier Balleroberungen und laut der spanischen Marca „eine Heatmap, die den Eindruck erweckt, als habe er keinen Quadratzentimeter Rasen unberührt gelassen“, sprechen eine eindeutige Sprache.

Pitarch verblüfft Henry: „Was für ein Spiel!“

Real würdigte den Auftritt des zentralen Mittelfeldspielers auf der eigenen Homepage als „herausragende Leistung“ und auch die spanische Presse geriet ins Staunen. „Thiago Pitarch ist gerade einmal 18 Jahre alt, aber er spricht, bewegt sich und spielt mit einer Selbstverständlichkeit, die für sein Alter ungewöhnlich ist“, stellte die Marca fest.

Anschließend schrieb die Zeitung weiter: „Gegen Manchester City lieferte er jene Partie ab, die viele als seine endgültige Weihe interpretieren – nicht nur wegen der Zahlen, die ebenfalls für sich sprechen, sondern vor allem wegen des Gefühls von Kontrolle und Persönlichkeit, das er über die gesamte Partie ausstrahlte.“

Selbst Thierry Henry, der ehemalige Star des großen Rivalen aus Barcelona, schwärmte bei CBS Sports Golazo: „Ich möchte über … ich weiß nicht, wie man seinen Namen ausspricht, Pitarch, sprechen. Denn ich habe heute genau auf ihn geachtet. Was für ein Spiel! Er ist für jeden auf dem Platz gelaufen.“

Dem regelmäßigen Druck durch Stars wie Erling Haaland, Bernardo Silva oder Rodri hielt Pitarch ein ums andere Mal Stand. Nur wenige Augenblicke vor seiner Auswechslung zögerte er im eigenen Strafraum zu lange, verlor den Ball und zwang den eigenen Torhüter Thibaut Courtois zu einer Parade.

Champions League: Pitarch als X-Faktor für die Valverde-Gala

Pitarch hatte bereits in den Playoffs zwei Kurzeinsätze gegen Benfica Lissabon absolviert und bei den Ligaspielen gegen den FC Getafe und Celta Vigo in der Startelf gestanden. Dabei profitierte er natürlich auch vom Fehlen von Stars wie Jude Bellingham oder Eduardo Camavinga.

Auch nach der Rückkehr von Camavinga blieb der Spanier jedoch in der Startelf und wurde in der Königsklasse womöglich zum X-Faktor, der den Hattrick von Valverde erst ermöglichte.

„Pitarch verfügt über einen Motor, der es ihm erlaubt, enorme Räume abzudecken und überall auf dem Spielfeld zu helfen“, schrieb die Marca und führte aus: „Seine Präsenz im Zentrum, die Fede Valverde Freiräume verschafft, hat sich in den letzten Wochen zu einer der erfolgreichsten taktischen Maßnahmen von Arbeloa entwickelt. Dort begann sich die Überlegenheit von Madrid gegenüber City weitgehend aufzubauen.“

Unter Standing Ovations und lautstarken „Thiago“-Rufen des Publikums verließ Thiago in der Schlussviertelstunde den Platz und zeigte sich im Anschluss erkennbar begeistert. „Letztendlich ist es das Spiel, das man immer in FIFA spielt“, meinte er und sagte: „Ich bin sehr glücklich über den Sieg, darüber, wie es gelaufen ist und wie wir von der ersten Minute bis zum Schluss gespielt haben.“

Steiler Aufstieg dank Arbeloa: „Werde ihm immer dankbar sein“

Eingeleitet wurde der Aufstieg von Pitarch vor allem durch Arbeloa. Nach einem internen Testspiel stieg Pitarch von der U18 zur U19 auf. Unter dem Trainer debütierte er anschließend in der U19, wurde zum Stammspieler in der zweiten Mannschaft und feierte nun auch den Sprung zu den Profis.

Bereits unter Xabi Alonso stand der spanische U-Nationalspieler mehrfach im Profikader, allerdings ohne Einsätze zu erhalten. „Die Art und Weise, wie Xabi mit Thiago Pitarch umgegangen war, hatte im Klub für Unmut gesorgt, weil niemand verstand, warum er den Nachwuchsspieler so lange im Profikader hielt, ohne ihm Spielzeit zu geben“, schilderte die Marca.

Um dies zu korrigieren, ließ Arbeloa Pitarch zunächst wieder Spielpraxis in der Reservemannschaft sammeln, bevor er seine Chance bei den Profis erhielt.

„Ich werde ihm immer dankbar sein, weil er mir sein volles Vertrauen geschenkt hat“, erklärte Pitarch am Mittwoch seine Beziehung zu seinem größten Förderer: „Ich versuche, es ihm immer zurückzugeben. Er fordert von mir, Persönlichkeit zu zeigen, so zu spielen, wie ich es kann – das ist es, was mich hierher gebracht hat – und das versuche ich zu tun.

Pitarch? „Muss nicht der neue Toni Kroos sein“

Im Umfeld des Vereins gilt der Durchbruch von Pitarch jedoch nur als Spitze des Eisbergs. „Seit Arbeloa im Januar 2026 das Traineramt der ersten Mannschaft von Real Madrid übernommen hat, ist das Engagement für den Nachwuchs nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis, sondern Realität geworden“, behauptete die Marca. Statt symbolischer Maßnahmen gebe es im Klub nun eine langfristige Absichtserklärung, Talente aus den eigenen Reihen zu fördern.

Zudem habe man bei Real die Erkenntnis erlangt: „Um auf einen Spieler aus der Jugend zu setzen, muss er nicht der neue Toni Kroos sein. Manchmal reicht es, wenn er in diesem Moment schlicht mehr Lösungen anbietet als derjenige, der den Platz bislang innehat.“

In Pitarch sieht Arbeloa definitiv nicht nur einen Lückenfüller, bis sich die Verletztenliste wieder ein wenig verkürzt. Auf die Frage, ob Pitarch Gegenwart und Zukunft der Königlichen sei, antwortete der Coach kurz und knapp: „Ja.“