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FC Bayern: Aktion von Kimmich wirklich schlau? Böses Nachspiel bei anderen Fällen

Aktion von Kimmich wirklich schlau?

Joshua Kimmich und Michael Olise verpassen das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo aufgrund einer Gelbsperre. Von einer bewusst abgeholten Verwarnung will Kimmich nichts wissen, TV-Experte Mats Hummels kann sich ein Lachen nicht verkneifen.
Joshua Kimmich holt sich beim Stand von 6:0 des FC Bayern bei Atalanta Bergamo eine Gelb-Sperre ab und kann im Rückspiel nicht mitwirken. Auf die Frage, ob das Absicht war, weiß der Mittelfeld-Star von nichts.
Joshua Kimmich und Michael Olise verpassen das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo aufgrund einer Gelbsperre. Von einer bewusst abgeholten Verwarnung will Kimmich nichts wissen, TV-Experte Mats Hummels kann sich ein Lachen nicht verkneifen.

Verdächtig lange hatte sich Joshua Kimmich in der 83. Minute für die Ausführung eines einfachen Freistoßes in der eigenen Hälfte Zeit gelassen.

Immer wieder täuschte der 31-Jährige einen Pass zu einem Mitspieler an, zögerte wiederholt und verärgerte das Publikum in Bergamo. Irgendwann platzte Atalantas Yunus Musah der Kragen und stürmte auf Kimmich zu, Schiedsrichter Espen Eskas zeigte infolge der Szene beiden Spieler eine Gelbe Karte.

Kimmich handelt sich Gelbsperre ein

Eine mit Folgen für Kimmich: Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sah seine dritte Verwarnung der laufenden Champions-League-Saison und ist damit im Rückspiel in acht Tagen gesperrt. Auch Doppelpacker Michael Olise wird im zweiten Duell mit den Bergamasken gelb-gesperrt fehlen; der Franzose hatte sechs Minuten zuvor ebenfalls wegen Zeitspiels bei einem Eckball seine dritte Gelbe Karte gesehen.

Nur Zufall oder klare Absicht? Angesichts des deutlichen 6:1-Sieges bei den Italienern dürfte die Antwort eindeutig ausfallen. Beide Spieler ließen sich offensichtlich bewusst für das Rückspiel sperren, in einem möglichen Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City würde das Duo ohne Sorge vor einer Gelbsperre auflaufen.

Gelbe Karte für Kimmich „ärgerlich“

Kimmich selbst wollte nach dem Spiel jedenfalls nichts davon wissen, dass er sich mit Absicht die Gelbe Karte eingefangen hatte: „An sich war es unnötig. Ich habe nach einer passenden Anspielstation gesucht. Man will dann nicht ins Pressing reinspielen [...]. Ich glaube, wenn der gegnerische Stürmer nicht auf mich zustürmt, gibt er (der Schiedsrichter; Anm. d. Red.) vielleicht auch nicht die Gelbe Karte. Ich wollte dann gerade den Ball rausspielen und an sich war das dann zu spät. Ärgerlich", sagte der Bayern-Star bei Prime Video.

Eine Antwort, die ihm TV-Experte Mats Hummels nicht ganz abkaufen wollte. Der Ex-BVB-Star sei „beeindruckt“ von Kimmich, die Erklärung für das Zeitspiel beim Freistoß gefalle ihm sehr. „Ich glaube, wir wissen alle, was passiert ist. Ich finde es wunderbar, wie er es erklärt hat. Er hat die Situation noch sehr genau im Kopf, das muss man ihm auch lassen. Es war uns schon allen klar, dass er sich da noch eine Gelbe holt“, erklärte Hummels bei Prime Video.

Hummels erinnert an den Fall Sergio Ramos

Der Weltmeister von 2014 erinnerte auch an einen ähnlichen Fall aus dem Jahr 2019, als sich Real-Legende Sergio Ramos bewusst eine Gelbe Karte abgeholt hatte. Weil der Spanier im Nachgang zugab, er hätte sich die Karte absichtlich eingehandelt, sperrte ihn die UEFA sogar für zwei Champions-League-Spiele.

Ähnlich erging es einst Real-Profi Daniel Carvajal, der nach einer absichtlichen Gelben Karte von der UEFA zusätzlich gesperrt wurde. Auch Ex-Bundesliga-Profi Zlatko Junuzovic ist dies schon widerfahren.

Denn: In Artikel 15 der Disziplinarregularien schreibt die UEFA: „Wer sich ‚offensichtlich absichtlich‘ eine Gelbe oder Rote Karte einhandelt, wird mit einer Zwei-Spiele-Sperre belegt." Hummels vermutete, dass Kimmich auch deshalb von einer bewussten Inkaufnahme einer Verwarnung nichts wissen wollte.

„Ich verstehe auch, dass er da jetzt dieses Statement bringt, damit es eben nicht eine Bestrafung wie bei Real Madrid gibt. Deswegen: alles richtig gemacht, Josh. Von der ersten bis zur letzten Minute“, sagte Hummels.

Upamecano bleibt vorbelastet

Kimmichs Teamkollege Aleksandar Pavlovic schlug in eine ähnliche Kerbe wie sein Mittelfeld-Partner und wollte ebenfalls nichts von einer bewussten Sperre wissen. Der DFB-Star offenbarte, dass er gar nicht gewusst hätte, dass Kimmich und Olise im Rückspiel gelbgesperrt fehlen werden.

Übrigens: Dayot Upamecano verpasste es, sich absichtlich einen Gelben Karton einzuhandeln. Der Franzose steht bei zwei Verwarnungen und würde bei der nächsten Gelben Karte ein Spiel aussetzen müssen.