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Atlético Madrid: Simeones emotionale Minuten

Simeones emotionale Minuten

Atlético Madrid verliert das Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona, zieht aber dennoch ins Halbfinale ein. Atlético-Cheftrainer Diego Simeone wird emotional. Nils Petersen huldigt dem Argentinier.
Antoine Griezmann wird Atlético Madrid im kommenden Sommer in Richtung MLS verlassen. Vor dem Champions-League-Duell mit dem FC Barcelona richtet der Franzose dankende Worte an seinen langjährigen Trainer Diego Simeone.
Atlético Madrid verliert das Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona, zieht aber dennoch ins Halbfinale ein. Atlético-Cheftrainer Diego Simeone wird emotional. Nils Petersen huldigt dem Argentinier.

So erlebt man Diego Simeone selten. Nur wenige Minuten nach dem Halbfinal-Einzug seiner Mannschaft gegen den FC Barcelona stand der Argentinier mit glasigen Augen am Seitenrand und musste erst einmal durchpusten.

Sein Team hatte das Duell mit den Katalanen zwar knapp verloren (1:2), dank eines 2:0-Hinspielerfolgs steht Atlético Madrid dennoch im Halbfinale der Champions League. Kräftezehrende 98 Spielminuten hatten die Colchoneros überstehen müssen, die auch Simeone alles abverlangten.

„Auch im härtesten Hund steckt ein weicher Kern“, kommentierte DAZN-Moderator Daniel Herzog die Bilder eines emotionalen Atlético-Cheftrainers, der mit seiner Mannschaft nach 2014 und 2016 wieder mal im Halbfinale der Königsklasse steht.

Simeone? „Er hat das Streichholz“

Am Erfolg der Madrilenen hat Simeone ohne Frage einen großen Anteil. TV-Experte Nils Petersen hob in erster Linie eine besondere Qualität des Argentiniers hervor: „Das ist hier das emotionale Pulverfass, das Estadio Metropolitano. Und er hat das Streichholz und er weiß genau, wann er es anzünden muss. Das macht er brutal und das ist eine große Qualität und Stärke“, sagte der Ex-Freiburger in seiner Rolle als Experte bei DAZN.

Was Petersen meint, ist: Simeone hat ein spezielles Gespür dafür, wann und wie intensiv er die lautstarken Fans seiner Mannschaft dazu auffordert, akustische Akzente zu setzen. „Das hat auch Einfluss auf Schiedsrichter, Publikum und Gegner. Das nervt dich ja auch. Und noch mal: Es hat sich bis heute nicht abgenutzt.“

Emotionales Coaching – dafür stand der 55-Jährige schon immer. Seit 2011 ist Simeone Cheftrainer in Madrid und ist an der Seitenlinie der Colchoneros nicht mehr wegzudenken. „Ich bin seit 14 Jahren hier und fühle mich immer noch emotional … Ich habe meinen Spielern gesagt: Danke“, befand er nach dem Spiel sichtlich emotional.

Petersen glaubt an Atlético-Finaleinzug

Zweimal gewann das Team unter seiner Leitung die Europa League und die spanische Meisterschaft; in der Champions League traut Petersen den Spaniern einen erneuten Einzug ins Finale zu: „Egal, ob sie auf Arsenal oder Sporting treffen. Mein Gefühl sagt mir, dass sie ins Finale kommen. Sie sind eine K.o.-Mannschaft. Sie haben einen Schritt gemacht, auch in der Offensive. Das ist eine Mannschaft, mit der ich im Finale rechne.“

Was Atlético aus seiner Sicht besonders auszeichne: „Diese Arbeit gegen den Ball, diese Mentalität und auch diese Qualität im Kopf, nach dem 0:2 wieder zurückzukommen, das braucht viel Energie. Es überrascht mich nicht, dass sie diese haben.“ Zudem habe der Klub den FC Barcelona mit einer „wahnsinnigen Effizienz“ bezwungen, die Atlético so stark und unangenehm macht.

Im Halbfinale treffen die Madrilenen entweder auf den FC Arsenal oder auf Sporting Lissabon. Das Hinspiel entschied der Spitzenreiter der Premier League mit 1:0 für sich.