Nach dem aberwitzigen Offensivspektakel im Prinzenpark leisteten die Münchner Mentalitätsmonster selbstbewusst einen Final-Schwur.
Schwur des FC Bayern von Paris: "Müssen nur gewinnen"
Bayern-Schwur vor Rückspiel
„Man sitzt in der Kabine und hat das Gefühl: Da ist noch was möglich“, sagte Joshua Kimmich bei Prime Video nach dem vogelwilden, historischen 4:5 (2:3) des FC Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain und betonte: „Wir müssen in Anführungszeichen nur gewinnen.“
SPORT1 fasst die wichtigsten Stimmen nach dem torreichsten Halbfinalspiel in der Wettbewerbsgeschichte zusammen.
Eberl lobt Kampfgeist des FC Bayern
Max Eberl: „Es war für mich nicht wild. Es war einfach große Qualität von beiden Seiten. Beide wollten das Spiel gewinnen. Großartig, dass wir nach 2:5 auf 4:5 zurückkommen, weil es die Ausgangslage deutlich verbessert.“
„Wir haben ja schon gezeigt, dass wir Paris schlagen können. Wir spielen ja nicht gegen irgendeine Mannschaft. Wir spielen gegen PSG und das ist unser Spiel. Unser Spiel ist Aktivität, unser Spiel ist nach vorne. Und im Rückspiel, die Situationen die wir vorne haben – und davon haben wir viele, viele, viele – die müssen wir sauberer zum Abschluss bringen. (…) Das ist auch das Spiel, warum wir bisher so erfolgreich waren.“
Auf SPORT1-Nachfrage bewertete Eberl noch die Defensivleistung: „Wir reden gerade über Champions-League-Halbfinale, über einen Gegner, der auch Fußball spielen kann. Ich finde, dass wir uns bravourös dagegen gewehrt haben. Und wir haben ein Rückspiel. Dann wird man sehen, wie es weitergeht.“ Es sei einfach ein grandioses Fußballspiel gewesen. „Ich selber habe noch nicht so viele Fußballspiele auf dem Niveau mit der Qualität gesehen. Dementsprechend freue ich mich auf das Rückspiel.“
Kimmich spricht von Überlegenheit
Kimmich: „Man hat irgendwie das Gefühl, man ist auf Augenhöhe und auf einmal liegt man 2:5 hinten. Es war jetzt auch nicht so, dass sie 8 Großchancen hatten. Trotzdem fühlt es sich positiv an, auch wenn wir verloren haben. Weil wir einfach nach einem 2:5 zurückgekommen sind. Ich glaube, dass Paris das heute auch gemerkt hat, dass wir eigentlich die bessere Mannschaft waren. Die Ausgangssituation ist einfach: Wir müssen gewinnen. Und wir, die in der Kabine saßen, glauben an den Sieg.“
Aleksandar Pavlovic: „Ich finde, wir hätten auch den Ausgleich verdient gehabt, wenn sogar nicht den Sieg. Darauf müssen wir jetzt aufbauen und im nächsten Spiel alles reinhauen.“
Pavlovic erzählt, was Vincent Kompany (konnte gelbgesperrt nicht mitwirken) der Mannschaft nach dem Spiel gesagt hat: „Dass er stolz auf uns ist, wie wir zurückgekommen sind. Was für eine Mentalität wir gezeigt haben (…) Er freut sich schon auf München!“
Neuer: „Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite“
Manuel Neuer: „Fünf Tore stören die Defensive und den Torwart natürlich, das ist klar. Es waren Situationen, die sie erstmal stark gemacht haben und wir dann vielleicht auch nicht das Quäntchen Glück auf unserer Seite hatten, dass er gegen den Pfosten geht, oder wir den Ball verteidigen können. Aber wir stecken nicht den Kopf in den Sand. Wir schauen nach vorne.“
„Wenn wir gut aufgelegt sind, können wir der Defensive wehtun. Und wir können es auch besser machen hinten, als wir es heute getan haben.“
Kompany appelliert an die Fans
Vincent Kompany: „Normalerweise, wenn du fünf Gegentore bekommst auswärts, dann ist es vorbei im Halbfinale, aber wir schießen vier. Wir können natürlich auch noch zwei bis drei mehr schießen in diesen Spielen. Was wir wissen ist, dass das nächste Spiel zu Hause ist und dass wir gewinnen müssen und das machen wir zu Hause sehr oft. Mit voller Unterstützung von unseren Fans ist der Glaube auf jeden Fall da.“
„Wir brauchen unsere Fans, wir brauchen Unterstützung. Es war so ein Feuer gegen Madrid (im Viertelfinale, Anm. d. Red.). Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen sogar noch mehr. Ich glaube, die Jungs geben immer alles, das haben die Fans gesehen heute. Die Fans geben auch immer alles für uns, aber wir brauchen 75.000 Fans nächste Woche, die genauso wie unsere Auswärtsfans heute mitfiebern, ab der ersten Minute. Ich würde zum Stadion kommen für so ein Spiel, aber nicht, um leise zu sein.”
Jonathan Tah: „Es steht nur 1:0 – und wir haben gezeigt, dass wir mindestens zwei Tore schießen können. Deswegen gehen wir mit vollem Selbstvertrauen in das Rückspiel rein, hauen in der Allianz Arena alles raus und wollen ins Finale.“
Das Wiedersehen mit Paris steigt am kommenden Mittwoch in München. Das Finale findet am 30. Mai in Budapest statt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)