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Champions League: Unfassbares Bayern-Spektakel in Paris

Unfassbares Bayern-Spektakel in Paris

Paris Saint-Germain und der FC Bayern liefern sich im Halbfinal-Hinspiel ein atemloses Torspektakel, das in die Geschichtsbücher eingeht. Am Ende beweisen die Münchner zwar Moral, verlieren aber dennoch.
Die SPORT1-Fantalk-Runde verfolgt das Champions-League-Halbfinale zwischen PSG und Bayern mit großer Spannung. Trainer-Legende Peter Neururer verzweifelt dabei an Bayerns Eckball-Verteidigung.
Paris Saint-Germain und der FC Bayern liefern sich im Halbfinal-Hinspiel ein atemloses Torspektakel, das in die Geschichtsbücher eingeht. Am Ende beweisen die Münchner zwar Moral, verlieren aber dennoch.

Was für ein Spektakel in Paris! Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League haben sich Paris Saint-Germain und der FC Bayern ein historisches Torfestival geliefert – mit dem besseren Ende für die Franzosen, die die Partie mit 5:4 (3:2) gewannen.

Schon die erste Halbzeit war historisch: Fünf Tore bis zur Pause hatte es in einem Halbfinale der Königsklasse noch nie gegeben. Und auch insgesamt stellt das 5:4 die torreichste Partie dar, die es je in einer Vorschlussrunde gab.

Harry Kane (17.) brachte den deutschen Rekordmeister per Elfmeter in Führung. Doch PSG schlug zurück: Khvicha Kvaratskhelia (24.) und Joao Neves (33.) drehten die Partie. Michael Olise glich aus (41.), ehe Ousmane Dembélé in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+5) vom Punkt zur 3:2-Pausenführung für die Gastgeber traf.

Champions League: FC Bayern braucht Heimsieg für das Finale

Auch nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter: Kvaratskhelia erhöhte für PSG (56.), nur zwei Minuten später legte Dembélé mit dem 5:2 scheinbar die Vorentscheidung nach. Doch die Bayern zeigten Moral: Dayot Upamecano (65.) und Luis Diaz (68.) verkürzten innerhalb weniger Minuten auf 4:5 und machten die Partie noch einmal spannend.

Am Ende blieb es beim knappen Heimsieg für die Pariser, die mit der besseren Ausgangslage ins Rückspiel gehen. Beim Wiedersehen am Mittwoch kommender Woche braucht es einen Heimsieg der Münchner Mentalitätsmonster, um das Endspiel am 30. Mai in Budapest noch zu erreichen.

Kompany zittert auf der Tribüne

Im stimmungsvollen Prinzenpark zitterte und bibberte der gesperrte Bayern-Coach Vincent Kompany auf seinem Tribünenplatz inmitten seiner Spielanalysten. Er sah Abwehrfehler in Serie und völlig losgelöste Offensivreihen. Mit einem Knopf im Ohr hielt er Kontakt zur Bank, wo ihn Assistent Aaron Danks vertrat.

„Vincent ist im Herzen dabei, wir spielen auch für ihn“, sagte Kapitän Manuel Neuer vor dem „Kampf der Häuptlinge“ (Le Figaro). Die Bayern gingen es mit Jamal Musiala in der Startelf an – 297 Tage nach seiner schweren Verletzung beim bitteren Klub-WM-Aus gegen Paris (0:2). „Nicht nur einer, die ganze Mannschaft muss da sein“, sagte Kompany. Und zu seiner Sperre: „Ich habe Vertrauen in die Jungs.“

Was auf dem Spiel stand, wurde den PSG-Profis bei der Busankunft von den Fans mit reichlich Pyronebel klargemacht. Im Stadion spielte eine Blaskapelle inmitten von Bühnenflammen die Star-Wars-Melodie. Die Choreo zeigte ein Schlachtengemälde mit einem um Gnade flehenden roten „Bayern-Soldaten“, vor dem Anpfiff ging ein Feuerwerk hoch.

Kane verwandelt zur Führung

Das erlebten die Zuschauer auch auf dem Platz, nur anfangs gebot der große Respekt Vorsicht. Schon die erste gute Offensivaktion der Bayern brachte die Führung, als Verteidiger Willian Pacho gegen Luis Díaz zu hart einstieg. Kane verwandelte den Elfer sicher, Kompany zeigte die Faust.

Es war der Startschuss für einen offenen Schlagabtausch, in dem sich Paris bald ein Übergewicht erarbeitete. Olise (20.) hatte nach Kanes Zuckerpass zwar das 2:0 auf dem Fuß. Dann aber trat erstmals Superstar Dembélé in Erscheinung, vergab frei vor Neuer (23.). Vor dem 1:1 übertölpelte Kvarazchelia den schläfrigen Josip Stanisic.

„Alles geben für unseren Traum“, lautete der Auftrag der Gästefans, ihre Lieblinge blieben dran. Neves lenkte den Ball nach einem feinen Olise-Dribbling an den eigenen Pfosten – und schlug im Gegenzug nach einer Ecke zu. Musiala hatte ihn aus den Augen verloren.

Davies als Pechvogel

Olises Zaubertor, bei dem er sich gegen vier Mann durchsetzte, brachte das 2:2. Doch Paris blieb dran. Ein Handspiel von Alphonso Davies, der zur Pause für Konrad Laimer Platz machte, ermöglichte Dembélé die abermalige Führung. Neuer war mit den Händen dran, konnte den scharf getretenen Strafstoß aber nicht abwehren.

Nach dem Seitenwechsel entglitt den Gästen das Spiel, Paris zeigte eine Wucht, der auch die Schwergewichte Chelsea und Liverpool nichts entgegenzusetzen hatten. Kvaratskhelia hatte beim 2:4 viel zu viel Platz, Dembélé erhöhte nach einem Konter.

Doch das war nicht der K.o. für die Münchner Mentalitätsmonster. Upamecano traf nach Freistoßflanke von Joshua Kimmich per Kopf, Díaz nutzte einen weiteren Traumpass von Kane zu einem technisch herausragenden Treffer. Die Bayern drängten nun, hatten aber Glück, als Senny Mayulu (87.) für Paris die Latte traf.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)