Packender Kampf und mächtig Elfmeter-Wirbel ohne Sieger: Atlético Madrid und der FC Arsenal haben sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League mit einem 1:1-Remis (0:1) getrennt. Arsenal-Coach Mikel Arteta ließ nach Abpfiff seinem Ärger freien Lauf, auch Atlético fühlte sich benachteiligt.
Elfmeter-Wirbel: Arteta tobt nach CL-Schlacht in Madrid
Elfer-Wirbel erzürnt Arteta
In einer unglaublich umkämpften Partie waren beide Teams je einmal vom Elfmeterpunkt erfolgreich. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf Viktor Gyökeres für die Gunners (44.). Julián Alvarez glich für Atlético schließlich aus (56.).
Strittige Elfmeter-Entscheidung zugunsten des FC Arsenal
Besonders der Elfmeter, den Arsenal zugesprochen bekam, galt als umstritten. Dávid Hancko hatte Gyökeres im eigenen Sechzehner berührt und der Schwede kam zu Fall. Danny Makkelie zeigte auf den Punkt, der VAR intervenierte nicht. Eine harte Entscheidung. Gyökeres trat selbst an und verwandelte. Madrids Trainer Diego Simeone wurde an der Seitenlinie zum Rumpelstilzchen und protestierte vehement.
„Wir sind durch einen meiner Meinung nach fragwürdigen Elfmeter in Rückstand geraten“, ärgerte sich Koke nach dem Spiel bei Movistar, merkte aber auch an: „Der Schiedsrichter hat sein Bestes gegeben. Genau wie wir Pässe und Tore verpassen. Wir alle versuchen, unser Bestes zu geben.“
Auch Antoine Griezmann – der Madrid im Sommer verlassen und zu Orlando City in die MLS wechseln wird – kam bei DAZN auf die erste Elfmeterentscheidung zu sprechen: „Jeder hat seine eigene Linie. Ich war zu weit weg, um ehrlich zu sein. Ich habe es nicht klar gesehen. Aber der Stürmer nimmt den Kontakt an und dann entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter.“
Der zweite Elfmeter hingegen galt als unstrittig. Ben White hatte den Ball im eigenen Sechzehner eindeutig mit der Hand berührt. Elfmeter gab es zunächst nicht. Nach VAR-Eingriff revidierte Makkelie seine Entscheidung.
„Wir sind in Führung gegangen und haben dann einen sehr vermeidbaren Elfmeter kassiert. Das ist ein der Champions League ein Elfmeter“, zeigte Arteta, zumindest was diese Entscheidung anbetrifft, sein Verständnis.
Elfmeter zurückgenommen: Arteta reagiert erbost
Ein weiterer vermeintlicher Elfmeter wurde nach VAR-Eingriff wieder zurückgenommen und war nicht minder umstritten. Diesmal erwischte Hancko Arsenals Eberechi Eze am Fuß, der Kontakt reichte Makkelie allerdings nicht aus. Nach Ansicht der Bilder nahm er den Strafstoß wieder zurück.
„Was ich nicht verstehe, und darüber bin ich sehr wütend und aufgebracht und das sind wir alle als Klub, ist, wie zur Hölle der Elfmeter für uns zurückgenommen wird. Ich verstehe es nicht und es verändert komplett den Verlauf dieser Begegnung“, tobte Arteta.
Der Unparteiische habe ihm seine Entscheidungsfindung im Nachgang nicht erklärt. „Aber es ist sehr einfach: Es ist ein klarer Elfmeter! Ich weiß nicht, wieso man zum VAR geht und es sich 13-mal anschauen muss. Das ist kein klarer Fehler. Das sind nicht die Regeln, und wir sind hier, um die Regeln einzuhalten. Vor allem, wenn sich die Begegnung wegen einer Entscheidung wie dieser so dramatisch ändert“, wurde der Spanier deutlich.
Atlético Madrid: Sorgen um Alvarez
Bitter für Atlético: Alvarez musste in der Schlussphase verletzungsbedingt ausgewechselt werden (77.). Für ihn kam Alex Baena in die Partie.
Zuvor hatte Alvarez den Rekord von Lionel Messi geknackt und als erster Spieler Südamerikas 25 Champions-League-Tore in 41 Spielen erzielt. Messi hatte dafür 42 Partien benötigt. Zudem erzielte Álvarez als erster Atlético-Spieler innerhalb einer Saison zehn Treffer in der Königsklasse.
Champions League: Wer zieht ins Finale ein?
Das Rückspiel findet am kommenden Dienstag in London statt (ab 21 Uhr im LIVETICKER). Dort wird dann der erste Finalist ermittelt. „Es wird ein interessantes Rückspiel. Wir wollten hier gewinnen, aber wir hatten es mit einem starken Gegner zu tun. In London werden wir alles geben, um weiterzukommen“, gab sich Griezmann kampfeslustig.
Einen Tag später duellieren sich der FC Bayern und Paris Saint-Germain um den zweiten Finalspot. Das Hinspiel hatte PSG mit 5:4 gewonnen. Das Endspiel findet dann am 30. Mai in Budapest statt.
Arsenal, das im Saisonendspurt noch nach zwei Titeln greift und Atlético in der Ligaphase mit 4:0 bezwungen hatte, musste auf den angeschlagenen Nationalspieler Kai Havertz verzichten.
Der 26-Jährige war am Samstag beim Sieg gegen Newcastle United (1:0) mit augenscheinlichen Schmerzen im Leistenbereich ausgewechselt worden und reiste nicht mit nach Madrid.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)