Vincent Kompany war bei der Niederlage des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain in einem denkwürdigen Halbfinal-Hinspiel der Champions League nur Zuschauer – und wie so viele Zuschauer war auch er von dem Spektakel begeistert. Nach der Partie (4:5) mischten sich aber durchaus kritische Töne in seine Analyse.
FC Bayern benachteiligt? Kompany sieht zwei irreguläre PSG-Tore!
Kompany sieht zwei irreguläre PSG-Tore
Im Zentrum stand dabei nicht seine mehrmals geschlagene Defensive, sondern vielmehr das Schiedsrichterteam um Hauptreferee Sandro Schärer. Kompany, der wegen einer Gelb-Sperre auf der Tribüne ausharren musste, bemäkelte gleich zwei irreguläre PSG-Tore.
„Zwei der Tore in der ersten Hälfte sind ein Elfmeter und eine Ecke“, sagte Kompany bei CBS Sports, als er nach einem Mittel gegen weitere Gegentreffer im Rückspiel gefragt wurde: „Der Elfmeter ist kein Elfmeter, meiner Meinung nach. Er (der Ball, Anm.) geht vom Körper zur Hand, außer die Regeln sind anders …“
Kompany sieht klare Fehlentscheidung bei Davies-Handspiel
Kompany spielte damit auf den Handelfmeter an, den Schärer nach Intervention des VAR kurz vor Ende der ersten Halbzeit gegeben hatte. Eine Hereingabe hatte Bayerns Verteidiger Alphonso Davies aus kurzer Distanz erst an der Hüfte und dann am Arm getroffen. Die Folge war ein Strafstoß und das zwischenzeitliche 2:3.
In der Mixed Zone legte Kompany weiter nach: „Der Elfmeter für Paris war auch höchst diskutabel – von den Bildern, die ich gesehen haben. Es sieht so aus, als ob der Ball erst gegen den Körper geht und dann an den Arm. Wenn das der Fall ist, dann ist es kein Elfmeter.“
Bei genauer Betrachtung der Bilder könne man zu der Erkenntnis kommen, „dass da vielleicht auch noch was falsch passiert“ sei.
Und auch mit dem zweiten Gegentreffer – das 1:2 aus Münchner Sicht fiel nach einem Eckball – haderte Kompany: „Und die Ecke: Der Ball geht durch die Beine, natürlich muss man es besser verteidigen, aber niemand berührt den Ball, es ist also nicht einmal eine Ecke.“
Zahlreiche Experten beschweren sich über Elfmeter für PSG
Kompany wäre aber nicht Kompany, wenn er nicht auch fair anerkannt hätte, dass PSG auch über die (strittigen) Treffer hinaus stets Gefahr ausgestrahlt hatte. Die Schiedsrichterentscheidungen seien lediglich „der Anfang der Analyse.“
Rückendeckung bekam Kompany in seiner Einschätzung übrigens von diversen Experten. Schon in der Halbzeit fällten die Ex-Spieler Christoph Kramer und Mats Hummels ein klares Urteil.
Später reihte sich bei Sky auch Dietmar Hamann in die Gruppe der Schiri-Kritiker ein. „Der Schiedsrichter steht fünf Meter daneben. Der Ball kann ja nur an die Hand gehen, so wie er zu Boden fällt, aber der schießt ihm aus zwei Metern an die Hand. Für mich ist das kein strafbares Handspiel. Er dreht sich weg, dann geht der Arm natürlich raus. Wo soll er den Arm denn hintun?“
Entscheidender spanischer Einfluss bei PSG – Bayern?
Zu Wort meldeten sich auch diverse Ex-Schiedsrichter, die heute als TV-Experten tätig sind. Graham Scott, der einst in der Premier League an der Pfeife war, meinte: „Hier lag kein Handspiel vor – der Ball wurde aus kurzer Distanz getroffen, Davies hielt die Arme eng am Körper, seine Bewegung war völlig gerechtfertigt, und es gab keine Anzeichen für eine absichtliche Handlung.“
Brisant: Scott behauptete, dass es einen solchen Pfiff in England niemals gegeben hätte. In Spanien aber schon – und der VAR sei nun mal aus Spanien. Sein Fazit: „Eine wirklich ärmliche Entscheidung.“
Der ehemalige Top-Referee Manuel Gräfe sprach ebenfalls von einer Fehlentscheidung, nahm dabei allerdings vor allem den VAR in die Verantwortung. Auch er verwies explizit auf den spanischen Einfluss im Video-Raum. Sandro Schärer attestierte er derweil eine insgesamt gute Leistung.