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FC Bayern: Das Spiel, das Hoeneß toben ließ

Das Spiel, das Hoeneß toben ließ

Vor acht Jahren müht sich der FC Bayern gegen den FC Sevilla zu einem 2:1-Sieg im Viertelfinale der Champions League. In Erinnerung blieb dieses Spiel vor allem wegen zweier Personen: Juan Bernat und Uli Hoeneß.
Die Social-Media-Abteilung des KSC hat sich für ihren neuen Torhüter Hans-Christian Bernat etwas Besonderes für dessen Verkündung einfallen lassen. Uli Hoeneß' Wutrede sorgt für einen Marketing-Coup.
Vor acht Jahren müht sich der FC Bayern gegen den FC Sevilla zu einem 2:1-Sieg im Viertelfinale der Champions League. In Erinnerung blieb dieses Spiel vor allem wegen zweier Personen: Juan Bernat und Uli Hoeneß.

Im Laufe der Jahre hat Uli Hoeneß immer wieder mit scharfen Aussagen für Aufsehen gesorgt – gegenüber Spielern, Trainern oder Funktionären. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hält mit seiner Meinung für gewöhnlich nicht hinter dem Berg, äußert diese stattdessen wortgewaltig.

Eine besonders denkwürdige Episode ereignete sich in der Saison 2017/18 – eine, die vielen Anhängern bis heute im Gedächtnis geblieben sein dürfte. Denn im Oktober 2018 gaben die Bosse der Bayern eine mehr als nur bemerkenswerte Pressekonferenz, die Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß als große Medienschelte nutzten.

Die Berichterstattung über Spieler des deutschen Rekordmeisters hatte die Verantwortlichen verärgert. Rummenigge zitierte sogar Artikel eins des Grundgesetzes, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist. So werde man sich die „herabwürdigende Berichterstattung nicht mehr bieten lassen“.

Zahlreiche Spieler wurden dabei ausdrücklich in Schutz genommen – darunter Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Franck Ribéry und Arjen Robben. Einer aber fiel aus diesem Schutz heraus: Juan Bernat, der kurz zuvor zu Paris Saint-Germain gewechselt war.

Stattdessen nahm Hoeneß den Spanier öffentlich in die Kritik und machte ihn rückblickend für beinahe folgenschwere Probleme in einem Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla verantwortlich. Bernat habe demnach „einen Scheißdreck“ gespielt.

FC Bayern: Hoeneß machte Bernat für Pleite verantwortlich

„Als wir in Sevilla gespielt haben, war Juan Bernat fast alleine dafür verantwortlich, dass wir aus der Champions League beinahe ausgeschieden sind. Da wurde entschieden, dass er verkauft wird“, fügte Hoeneß an.

Der Außenverteidiger stand damals in der Startelf und fiel in einer insgesamt schwachen ersten Halbzeit, nach der die Bayern mit 0:1 zurücklagen, besonders negativ auf. So wurde er in der Pause ausgewechselt und durch Rafinha ersetzt. Später gewannen die Münchner noch 2:1

Genau acht Jahre ist dieser Tag nun her, passiert am 03.04.2018. Doch jener „Scheißdreck“ sorgte nicht nur seinerzeit für einen Aufschrei – er ist bis heute geblieben und rund um den FC Bayern zum Meme mutiert. Läuft etwas an der Säbener Straße schief, wird Bernat nach wie vor (scherzhaft) als Schuldiger ausgemacht. Und das, obwohl er zum Zeitpunkt der Aussage bereits nicht mehr bei den Bayern unter Vertrag stand. Als Witz taugen die Aussagen rund um den Abwehrspieler dennoch auch weiterhin.

Hoeneß hatte sich Wochen später öffentlich entschuldigt: „Es hat mir sehr leidgetan, Juan Bernat beleidigt zu haben, seine Spielweise in einem Spiel. Das würde ich so nicht mehr machen.“ Bernat wiederum ließen diese Aussagen zumindest nach außen hin kalt. „Ja, ich habe davon gehört, aber ich habe darüber nichts zu sagen. Mir wurde schon als Kind beigebracht, dankbar zu sein“, sagte er, angesprochen auf die Kritik. Er sei in erster Linie dankbar für vier wundervolle Jahre in München.

Nach Hoeneß-Schelte: Bernat erlitt schwere Verletzung

Nach seiner Zeit in Deutschland spielte Bernat fünf Jahre lang bei Paris Saint-Germain. Von 2014 bis 2023 sammelte der Verteidiger unzählige Trophäen, darunter je vier Meistertitel mit beiden Teams. Insgesamt 18 Vereinstitel stehen in seiner Vita. Allerdings nahm seine Karriere 2020 eine dramatische Wendung: Er erlitt einen Kreuzbandriss, wurde dreimal operiert und fiel über ein Jahr aus. 

Erst im Oktober 2021 kehrte der Defensivspieler auf das Spielfeld zurück, konnte aber nie wieder an seine frühere Form anknüpfen. In der Saison 2023/24 wurde er an Benfica Lissabon, in der darauffolgenden Spielzeit an den FC Villarreal ausgeliehen.

Anfang Februar 2025 folgte schließlich ein fester und ablösefreier Wechsel in seine Heimat zu Getafe, für das er 15 Mal auf dem Platz stand. Doch einen Sommer später kam es wieder zur Trennung. Danach tat sich erst einmal nichts.

Sein Name ist bis heute immer wieder zu hören

Mittlerweile ist Bernat immerhin nicht mehr vereinslos und beim SD Eibar in der zweiten spanischen Liga untergekommen, fernab der Welten des FC Bayern oder der Champions League.

Trotzdem ist sein Name bis heute immer wieder zu hören. Denn auch wenn Hoeneß seine Aussagen später revidierte, wurde Bernat in München zu einer geflügelten Metapher – für Fehler, nicht für Erfolge.