Der von Alphonso Davies verursachte Handelfmeter im Champions-League-Halbfinale zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern sorgt für hitzige Diskussionen. Nun hat Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg die Entscheidung des Schiedsrichters Sandro Schärer deutlich kritisiert und sich für eine Regeländerung ausgesprochen.
FC Bayern: Effenberg fordert Regeländerung nach Handelfmeter
Effenberg fordert Regeländerung
„Bei der Flanke von Paris‘ Ousmane Dembélé prallte der Ball zunächst gegen Davies‘ Oberschenkel und von dort aus dann gegen den linken Arm des Kanadiers. Was soll er da denn machen?“, nahm Effenberg den Linksverteidiger in seiner Kolumne für t-online in Schutz.
Gleichzeitig pflichtete er einem anderen FCB-Akteur bei: „Ich bin da voll bei Bayerns Joshua Kimmich, der nach der Partie eine Regeländerung oder zumindest Regelanpassung gefordert hat.“
Elfer-Kritik: Effenberg stützt Kimmich
„Ich finde schon, da kann man die Regel anpassen, dass nicht jedes Handspiel im Sechzehner ein Elfmeter ist, sondern dass wir da irgendwie eine andere Regel finden“, hatte Kimmich nach Abpfiff bei Prime Video erklärt.
Dieser Ansicht ist auch Effenberg: Die aktuellen Verhältnisse in Sachen Handspielregel seien „aus Sicht der Spieler, aber auch für frühere Aktive und Fans einfach nicht im Sinne des Fußballs“.
Aus dem Spiel heraus hatte Referee Schärer bei Davies‘ Handspiel nicht auf den Punkt gezeigt, wurde jedoch vom Videoschiedsrichter an die Seitenlinie gebeten, um sich die Szene noch einmal anzuschauen. Nach Überprüfung der Bilder entschied der Schweizer dann doch auf Strafstoß für PSG, den Dembélé zum zwischenzeitlichen 3:2 verwandelte.
Bayern-Legende: Regelwerk „knebelt die Schiedsrichter“
Dem Schiedsrichter selbst wollte Effenberg indes keinerlei Vorwürfe machen: Er sei nur derjenige, der „das verquaste Regelwerk“ umsetze. Und ebenjenes Regelwerk „knebelt die Schiedsrichter, von denen verlangt wird, sich sklavisch daran zu halten. Und ich muss es so deutlich sagen: Das ist mitunter völlig bescheuert“, polterte der Champions-League-Sieger von 2001 weiter.
Ob sich an den aktuellen Regularien tatsächlich etwas ändern könnte? „Das wage ich zu bezweifeln“, meinte Effenberg.
„Man kann nur im Sinne des Sports hoffen, dass dort irgendwann Vernunft einsetzt. Insofern war es vielleicht sogar das Beste, dass sich so eine Situation auf dieser großen Bühne im Halbfinale der Champions League zugetragen hat.“ Nun könne niemand mehr behaupten, „dass es an dieser Stelle kein Problem gibt“.