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Hinter den UEFA-Kulissen bewegt sich angeblich etwas

Sorgt Kompany für eine Regeländerung?

Der Ärger von Vincent Kompany über seine Sperre für den Kracher FC Bayern vs. PSG ist noch nicht verraucht. Die UEFA soll jetzt sogar eine Regeländerung prüfen.
Vincent Kompany ist beim Hinspiel gegen Paris Saint-Germain gesperrt. Einen spektakulären Versuch wie einst José Mourinho trotzdem zur Mannschaft zu stoßen, schließt er aus.
Der Ärger von Vincent Kompany über seine Sperre für den Kracher FC Bayern vs. PSG ist noch nicht verraucht. Die UEFA soll jetzt sogar eine Regeländerung prüfen.

Führt der Ärger von Vincent Kompany tatsächlich zu einer Änderung der UEFA-Regeln? Zumindest prüft der Verband nach der erneuten Kritik des Trainers des FC Bayern jetzt eine mögliche Änderung der Bestimmungen für Gelbsperren in der Champions League. Das berichtet t-online.

Demnach habe die UEFA bereits zuvor darüber nachgedacht, ob die bislang geltende Schwelle für eine Sperre nach Verwarnungen angepasst werden sollte. Durch Kompanys wiederholte Kritik sei die „Diskussion darum zumindest hinter den Kulissen mit weiteren Argumenten befeuert“ worden, heißt es in dem Bericht.

Auch andere Trainer teilen die Einschätzung des Belgiers demnach.

FC Bayern: Kompany gegen PSG gesperrt

Kompany hatte im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid seine dritte Gelbe Karte in dieser Champions-League-Saison gesehen und fehlt damit im Hinspiel des Halbfinales gegen Paris Saint-Germain am Dienstag (21 Uhr im LIVETICKER) gesperrt.

In den UEFA-Klubwettbewerben werden Spieler und Teamoffizielle grundsätzlich nach drei Gelben Karten (sofern diese nicht zu einem Platzverweis geführt haben) für das nächste Spiel gesperrt; weitere Sperren folgen bei jeder weiteren ungeraden Verwarnung (fünfte, siebte usw.).

Gleichzeitig sieht die UEFA-Regelung vor, dass Gelbe Karten nach Abschluss des Viertelfinals verfallen und nicht in die Halbfinals übertragen werden. Genau dieses System war zuletzt stärker in den Fokus geraten, weil die Champions League durch die Reform mehr Spiele umfasst, die Sperrschwelle aber unverändert blieb.

Kompany ärgert sich über Gelb-Regel – und wird selbst gesperrt

Kurios: Kompany hatte sich schon vor dem Viertelfinal-Rückspiel seines Teams gegen Real Madrid über die aus seiner Sicht „zu aggressive“ Regelung beklagt, die bereits nach der dritten Verwarnung eine Sperre vorsieht. Mit Blick auf seine Spieler argumentierte der Belgier dabei mit dem Grundgedanken, dass drei Gelbe Karten über einen langen Wettbewerb nicht zwangsläufig auf besonders unsportliches Verhalten hindeuten müssten – und trotzdem in einem späten, entscheidenden Spiel zur Sperre führen können.

Im Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid (4:3) sah ausgerechnet der Trainer selbst dann seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und darf somit gegen PSG zunächst nicht mitwirken. Seine Kritik daran erneuerte der Belgier am Montag auf der PK: „Sie wissen, dass ich nicht zufrieden bin, wie ich gesperrt wurde. Ich finde das nicht fair, aber okay.“

Bundesliga-Bosse wie Carro und Watzke beteiligt

Wie kann es nun zu einer Regeländerung kommen? Zentraler Ansprechpartner für solche Fragen ist das Club Competitions Committee (CCC) – ein UEFA-Gremium, das Empfehlungen zu Änderungen an UEFA-Klubwettbewerben und deren Regularien erarbeiten kann. Zu den Aufgaben des CCC zählt laut UEFA ausdrücklich, „Empfehlungen bezüglich möglicher Modifikationen“ der bestehenden Klubwettbewerbe und der dazugehörigen Regularien auszuarbeiten.

Im CCC sitzen auch prominente Vertreter aus der Bundesliga – darunter Fernando Carro (Geschäftsführer Bayer Leverkusen) und Hans‑Joachim Watzke (Präsident Borussia Dortmund). Carro wird bei t-online mit einer klaren Einschätzung zitiert: „Ich persönlich teile die Einschätzung von Vincent Kompany“, sagte der Leverkusener Geschäftsführer. Zugleich verwies Carro aber auch darauf, dass es im Gremium „unterschiedliche Positionen“ gebe und die Diskussion aktuell intensiv geführt werde.

Watzke, der im CCC sogar stellvertretender Vorsitzender ist, wollte sich auf t-online-Anfrage nicht äußern und bat um Verständnis, dass ihm dies aufgrund seiner besonderen Rolle innerhalb des Komitees nicht möglich sei.

Welche Änderungen stehen im Raum?

Konkrete Beschlüsse gibt es bislang nicht. Als naheliegende Option nennt t-online eine Anhebung der Gelb-Grenze, etwa von drei auf vier Verwarnungen, bevor eine Sperre greift. Eine weitere Möglichkeit, die offenbar diskutiert wird, wäre eine Differenzierung zwischen Spielern und Trainern/Teamoffiziellen.

Eine schnelle Entscheidung sei allerdings nicht zu erwarten: Das CCC kann lediglich Empfehlungen formulieren, die letztliche Entscheidung über Regeländerungen liegt jedoch bei der UEFA bzw. dem Exekutivkomitee. Dieses könnte dann bei einer der nächsten Sitzungen eine mögliche Änderung beschließen. Ob dies dann schon zur neuen Spielzeit geschehen würde, ist noch nicht abzusehen.