Manuel Neuer kennt die große Bühne des Estadio Santiago Bernabéu wie kaum ein Zweiter. Im Halbfinale 2012 avancierte er mit gehaltenen Elfmetern gegen Cristiano Ronaldo und Kaká zum Bayern-Helden. Nun kehrt der mittlerweile 40-Jährige zurück – als letzter verbliebener Profi jenes legendären Duells.
Kritische Berichte über Neuer in Spanien
Spanier säen Zweifel an Neuer
Dieser spezielle Abend war aber auch die letzte erfolgreiche Reise des FC Bayern nach Madrid. Die Königlichen haben die vergangenen vier K.o.-Duelle in der Champions League gegen die Münchner für sich entschieden, zuletzt 2024 im Halbfinale (4:3 in Addition von Hin- und Rückspiel).
FC Bayern: In Spanien gibt es Zweifel an Neuer
Speziell im Rückspiel machte Neuer eine unglückliche Figur. Nach einem zuvor starken Spiel patzte er kurz vor Schluss folgenschwer. Einen Schuss von der Strafraumkante ließ er abprallen, Joselu bedankte sich und schob zum zwischenzeitlichen Ausgleich ein. Wenige Minuten später erzielte der Spanier dann sogar noch den Siegtreffer.
Neuer reist also mit einer offenen Rechnung nach Spanien an, sorgt in der Presse vor dem Duell am Abend (ab 21 Uhr im LIVETICKER) aber bei Weitem nicht mehr für so große Ehrfurcht, wie 2012 nach seiner Gala im Elfmeterschießen. „Neuer lässt in seiner Wachsamkeit nach“, titelt die spanische Sportzeitung Marca in einer Geschichte über den 40-Jährigen und schreibt im Text: „Die Zeit schreitet voran. Auch für Neuer, der mit vielen Fragezeichen im Gepäck nach Madrid reist.“
Champions League: Zahlen sprechen gegen Neuer
Nach überstandener Muskelverletzung feierte er beim 3:2 gegen Freiburg sein Comeback. In Freiburg habe Neuer aber alles andere als sicher gewirkt, heißt es in der Analyse weiter. Speziell beim 0:2 habe er extrem schlecht ausgesehen.
„Er wirkt bei Standards zunehmend fehleranfällig. Das könnte zum Problem werden“, warnt Sky-UK-Reporter Dougie Critchley im Gespräch mit der Marca. Zudem nennt die spanische Sportzeitung einige Statistiken, in denen Neuer nicht mehr zu den besten Torhütern zählt.
29 Gegentore in 30 Pflichtspielen, dazu eine Abwehrquote von 58,7 Prozent – unter den Torhütern der fünf großen Ligen mit mindestens 17 Einsätzen ist das der schwächste Wert. Die Datenanalyse-Firma „Driblab“ ordnet ihn beim Verhältnis von Paraden zu Gegentoren im unteren Bereich aller Torhüter ein.
Mit dem Ball am Fuß bleibt Neuer dagegen ein Fixpunkt im Spielaufbau. 91,8 Prozent Passquote in der eigenen Hälfte und 45,3 Prozent in der gegnerischen sprechen für seine anhaltende Qualität als mitspielender Torwart.
Kompany stärkt Neuer den Rücken
Trainer Vincent Kompany stellt sich dagegen demonstrativ vor seinen Kapitän. „Mit 40 ist man noch jung. Entscheidend ist der Hunger“, betonte der Coach. Neuer habe sich von einer schweren Verletzung zurückgekämpft und liefere „immer wieder auf höchstem Niveau“ ab.
Auch Felix Magath adelte seinen früheren Schützling in der Bild: „Ich sehe Manuel auf einer Stufe mit Messi und Cristiano Ronaldo.“ Der einstige Bayern-Coach rät ihm, „so lange wie möglich weiterzumachen“.
Ob Neuer seine Karriere über die laufende Saison hinaus fortsetzt, ist offen. Am Mittwoch steht er wieder im Bernabéu – dort, wo er einst Geschichte schrieb.