Champions League>

FC Bayern: Warum es bei Jamal Musiala noch nicht für Real Madrid reicht

Der schmale Grat bei Musiala

Jamal Musiala befindet sich auf dem Weg zu alter Form. Doch noch ist Geduld angesagt, was einen Teamkollegen umso wichtiger macht.
Jude Bellingham schwärmt vor dem Champions-League-Rückspiel mit Real Madrid vom FC Bayern. Seinem Kumpel Jamal Musiala wünscht er nur das Beste.
Jamal Musiala befindet sich auf dem Weg zu alter Form. Doch noch ist Geduld angesagt, was einen Teamkollegen umso wichtiger macht.

Das Abschlusstraining des FC Bayern ließ Trainer Vincent Kompany am Dienstagnachmittag mit einem wild anmutenden Spielchen beginnen: Zwei Tore, die in ihrer Größe denen aus Handballspielen ähnelten, standen in der Mitte – die Netze zueinander gedreht, drumherum die Stars des FC Bayern.

Die Regeln waren nicht leicht zu durchschauen, doch auch Außenstehende konnten erkennen: Hier sollen Spaß und Unordnung herrschen.

„Es geht um Aktivierung und Reaktion – man kann nicht in ganz großen Räumen die gleiche Intensität wie in einem Spiel haben. Der erste Teil des Trainings besteht immer aus physischer, aber auch mentaler Vorbereitung. Es geht auch um Chaos“, sagte der Coach auf Nachfrage von SPORT1.

Langer Musiala-Einsatz ausgeschlossen

In der Tat: Das Spiel wirkte wie gemacht für Typen, die Freiheit, Schnelligkeit und Kreativität lieben – so Typen wie Jamal Musiala. Doch der 23-Jährige befindet sich noch auf dem beschwerlichen Weg zu alter Form.

Ein langer Einsatz gegen Real Madrid am Mittwochabend gilt als fast ausgeschlossen, Serge Gnabry dürfte erneut die Position hinter Harry Kane übernehmen – so lassen sich zumindest Kompanys Worte deuten.

„Es läuft im Moment sehr positiv. Unser Gefühl ist, dass es in eine gute Richtung geht und wir irgendwann wieder den Jamal haben werden, den wir alle sehen möchten. Trotzdem müssen wir alle ein bisschen ruhig bleiben“, erklärte der Belgier.

Musiala auf einem guten Weg zur Topform

Fakt ist: Musiala hat mit seinem Tor und seinem Assist im Spiel auf St. Pauli gezeigt, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Dass er die Länderspiele Ende März nicht bestritt, hat ihm merklich gutgetan. Er und die Bayern befinden sich auf einem guten Weg, dass er bald wieder 100 Prozent Leistung zeigen kann.

Fakt ist aber auch: Für eine intensive Partie wie gegen Real Madrid reicht es dem Vernehmen nach noch nicht. Im Hinspiel war Musiala anzumerken, dass er noch nicht der Alte ist. Wie auch? Sein Problem ist, dass der Wadenbeinbruch, den er sich während der Klub-WM zugezogen hatte, nicht nur eine lange Heilungszeit benötigt, sondern auch eine ausgesprochen komplizierte Verletzung war – Rückschläge sind da normal.

So sieht es auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg. Ihm zufolge gibt es bei Musiala „natürlich ein Kopfproblem. Nach so einer schweren Verletzung ist es ein Prozess.“ Aus seiner Sicht ist Musiala mittlerweile aber darüber hinweg: „Er hat die Fitness und die Zeit muss man ihm geben.“

Die besondere Rolle von Gnabry

Da nicht absehbar ist, wie viel dieser Zeit Musiala noch benötigt, gewinnt Gnabry immer deutlicher an Wichtigkeit. Am Montag konnte der Nationalspieler nur dosiert trainieren, an der Säbener Straße wollte man keinesfalls einen Fehler machen – bei ihm war Vorsicht geboten. Am Dienstag war er dann wieder voll dabei.

„Wir wollten mit Serge nicht ein Prozent an Risiko eingehen, da wir fast den vollen Kader zur Verfügung haben. Er ist physisch ready“, sagte Kompany. Gnabry könne 90, aber auch 120 Minuten lang spielen.

Es ist eine Tatsache, die die Gesamtkonstellation für die Bayern so aussichtsreich macht. Sie absolvieren das Rückspiel gegen Real zu Hause, haben einen Sieg aus Madrid mitgebracht und außer Lennart Karl und Sven Ulreich alle Spieler zu Verfügung – drei Punkte, die in der vergangenen Saison nicht vorhanden waren.