Nach diesem historischen und höchst spektakulären Champions-League-Abend am Dienstag zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern wirkt es fast unfair, einen der so famosen Offensivspieler auf beiden Seiten herauszupicken.
Gala gegen FC Bayern: Er schickte ein ganzes Stadion in die Psychiatrie
Bayerns Alptraum
Dennoch kann festgehalten werden: Womöglich wäre es gar nicht zu diesem Wahnsinn gekommen, hätte nicht Khvicha Kvaratskhelia die Pariser in der 24. Spielminute mit einer famosen Einzelleistung zurück ins Spiel gebracht. „Kvaradona“ überragte auch im Anschluss, stellte Vereinsrekorde auf und verzückte dabei einmal mehr die nationale Presse.
Kvaratskhelia-Gala gegen FC Bayern: Die Parallele zu Dennis Schröder
„Ice in his Veins“ (Eis in seinen Venen). Diese Jubelgeste dürfte Basketball-Fans in Deutschland gut bekannt sein. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Dennis Schröder, feiert in der NBA und auch im DBB-Team nach einem gelungenen Dreier gerne mit dieser Pose. In Paris wird diese Geste mit einem anderen Namen verbunden, und zwar mit einem, der ganze 13 Konsonanten und sieben Vokale umfasst.
Als Khvicha Kvaratskhelia nach einem starken Zuspiel von Désiré Doué auf dem linken Flügel den bemitleidenswerten Josip Stanisic versetzte und seinen perfekt platzierten Abschluss zielgenau neben den Pfosten und in die Maschen setzte, war es wieder so weit. Mit energischem Gesichtsausdruck feierte der georgische Nationalspieler zusammen mit Achraf Hakimi und seinem Signature-Jubel den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer.
Er trotzte „Logik und Statistik“
Es war aus PSG-Sicht die Initialzündung an einem Abend, der „ein ganzes Stadion in die Psychiatrie schickte“, wie Le Parisien schrieb. Im Mittelpunkt dieses denkwürdigen Abends stand zweifellos „Kvaradona“.
„Im Herzen des Pariser Angriffs im Dieselmodus war der Georgier zweifellos der größte Trumpf, derjenige, der den Wecker läutete, Bayern unter Druck setzte und erneut Logik und Statistik trotzte“, beschrieb die französische Zeitung.
Der Statistik trotzen und sich in den Annalen der Pariser Vereinsgeschichte verewigen? Bei Kvaratskhelia sah das am Dienstag so aus: Mit seinem zweiten Treffer des Abends zum zwischenzeitlichen 4:2 erzielte er bereits sein zehntes Tor in diesem Wettbewerb und stellte damit den Vereinsrekord für die meisten Champions-League-Tore in einer Saison ein. Einzig Zlatan Ibrahimovic gelang bisher eine zweistellige Trefferanzahl in der Königsklasse für PSG (in der Saison 2013-2014).
PSG: Der Georgier und die Zahl 10
Die Zahl 10 begleitete den Georgier an diesem verrückten Fußballabend. Der Treffer zum Doppelpack war nämlich nicht nur sein zehnter Torerfolg in dieser Königsklassensaison, sondern auch der zehnte Streich für die Pariser insgesamt in einer K.o.-Phase der Champions League. Und das, obwohl der 25-Jährige erst seit Januar 2025 für PSG auf Torejagd geht. In dieser Statistik reihte er sich hinter die illustren Namen Kylian Mbappé (14) und Ousmane Dembélé (11) ein.
„Ich fühle mich gut, ich bin in guter körperlicher Verfassung. All das ist dem Kollektiv zu verdanken. Wir leisten gemeinsam großartige Dinge und ich bin froh, Teil dieses Teams zu sein“, beschrieb Kvaratskhelia auf der Pressekonferenz vor dem Spiel noch seinen Erfolgslauf.
Kvaratskhelia gegen Bayern: „Krieger, Anführer und Vorbild“
Dabei hätte sein geschichtsträchtiger Abend sogar noch früher enden können, als es sich viele Pariser erhofft hatten. Bereits nach 39 Spielminuten griff sich Kvara an den hinteren Oberschenkel und deutete eine Blessur an.
Der Georgier blieb aber auf dem Feld, und L’Équipe schwärmte: „Er verbrachte den Abend mit derselben Haltung eines Kriegers, ein Anführer durch Vorbild, was viel mehr sagt als alle Worte: Zähle nicht darauf, dass er aufgibt, niemals.“
Ebenso bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass der Georgier in den vergangenen Wochen noch eine kleine Zielscheibe der französischen Presse gewesen war. Vor allem seine Arbeits- und Zweikampfeinstellung in Ligaspielen wurde von Reportern kritisiert. Der Vorwurf: Kvaratskhelia würde nur in den Champions-League-Partien sein letztes Hemd geben.
Zumindest das tat er an diesem denkwürdigen Dienstagabend eindrucksvoll.