Es war eine Szene, die den Wahnsinn dieses Halbfinal-Hinspiels in der Champions League noch einmal zuspitzte.
Gegen FC Bayern: So könnte PSG Hakimi ersetzen
So könnte PSG Hakimi nun ersetzen
In der 89. Minute des spektakulären 5:4 gegen den FC Bayern sackte Achraf Hakimi nach einem Laufduell mit Konrad Laimer zu Boden und griff sich an den rechten Oberschenkel. Austauschen konnte Luis Enrique ihn nicht mehr – alle Wechsel waren bereits vollzogen.
Der Spanier reagierte pragmatisch. Hakimi blieb auf dem Feld, rückte in die Offensive, um die Defensive nicht weiter zu entblößen und Laimer zumindest durch seine Präsenz zu beschäftigen. Der Plan ging auf, Paris brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und verschaffte sich eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel am 6. Mai in München.
Doch die Erleichterung wich schnell der Ernüchterung. Zunächst hatte man in Paris gehofft, dass Hakimi nur mit Krämpfen zu kämpfen hatte. Wie der Klub am Mittwoch nun aber mitteilte, ergab eine MRT-Untersuchung eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel.
Mittelfeld-Ass könnte Hakimi vertreten
Hakimi ist damit für das Duell in der Allianz Arena definitiv raus, die Ausfallzeit wird auf zwei bis drei Wochen geschätzt. Das erwischt den Titelverteidiger empfindlich. Nun muss Enrique erneut improvisieren.
Als naheliegende Lösung gilt laut der französischen L’Équipe Mittelfeld-Ass Warren Zaire-Emery, der den Marokkaner in der laufenden Saison bereits überzeugend vertreten hatte. Schon im Winter hatte Hakimi zwischen dem 4. November 2025 und dem 28. Januar 2026 gefehlt.
Sowohl in der Ligue 1 als auch in der Champions League kam Zaire-Emery mehrmals als Rechtsverteidiger zum Einsatz. In der Königsklasse gab es in diesen Partien einen Sieg gegen Tottenham (5:3), ein 0:0 gegen Athletic Bilbao sowie eine Niederlage gegen Sporting (1:2).
„Auch wenn ihm naturgemäß defensive Automatismen fehlen, überzeugte er durch Laufstärke, Intensität und taktisches Verständnis“, schrieb L’Équipe und analysierte mit Blick auf das Rückspiel gegen den FC Bayern: „Das bietet zumindest ein gewisses Maß an Sicherheit, wenn es darum geht, gegen einen so brillanten Flügelspieler wie Luis Díaz anzutreten.“
Wer rückt ins Mittelfeld?
Rückt Zaire-Emery nach hinten, entsteht allerdings im Mittelfeldzentrum eine Lücke neben Vitinha und Joao Neves.
Fabián Ruiz sei dem Bericht nach „die logische Option“ für diese Position. Der Spanier kämpft nach dreimonatiger Pause wegen einer Knieverletzung jedoch noch mit seiner Form und habe nach seinem Comeback bisher schwächere Leistungen gezeigt.
Als Alternativen bringt L’Équipe den Innenverteidiger Lucas Beraldo als Sechser ins Spiel. Eine dem Bericht zufolge durchaus plausible Variante sei auch, Désiré Doué auf die Spielmacherposition zurückzuziehen. Youngster Doué dürfte dann hinter einer offensiven Dreierreihe aus Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé und Bradley Barcola auflaufen. Eine Variante, die Enrique bereits in der Liga genutzt hat – und die wohl noch offensiver ausgerichtet wäre.
Zusätzliche Sorgen bereitet darüber hinaus Lucas Chevalier. Der Ersatzkeeper zog sich am Mittwoch ebenfalls eine Verletzung am Oberschenkel zu und fällt mehrere Wochen aus.
Im Rückspiel dürfte aber wohl ohnehin wieder Matvei Safonov zwischen den Pfosten stehen.