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Neuer hält sich bedeckt - doch im Hintergrund passiert etwas

Wie es mit Neuer weitergeht

Manuel Neuer hat noch immer nicht verkündet, wo er seine Zukunft sieht. Seine Leistung in Madrid bringt neuen Schwung in die Diskussion – auch hinter den Kulissen des FC Bayern.
In der jüngeren Vergangenheit hatte Manuel Neuer immer wieder mit kleineren Muskelverletzungen zu kämpfen. Nach seinem Gala-Auftritt im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Real Madrid spricht der 40-Jährige über die Hintergründe dieser Blessuren sowie über seine Zukunft beim FC Bayern München.
Manuel Neuer hat noch immer nicht verkündet, wo er seine Zukunft sieht. Seine Leistung in Madrid bringt neuen Schwung in die Diskussion – auch hinter den Kulissen des FC Bayern.

Als Manuel Neuer im zweiten Untergeschoss des Bernabéu in der Mixed Zone erschien, dürfte er bereits irgendwie erfahren haben, dass Fußball-Deutschland quasi nur noch ein Thema kannte: Muss dieser Keeper in dieser Form auch bei der Weltmeisterschaft im DFB-Tor stehen?

Jene Frage wischte Neuer freundlich, aber bestimmt beiseite. „Sollen wir das Thema jetzt wieder aufmachen? Nein. Wichtig ist für uns, dass wir mit Bayern hier dieses Spiel gewonnen haben. Wir versuchen, das im Rückspiel zu bestätigen. Das ist entscheidend. Alles andere zählt für mich jetzt überhaupt nicht“, erklärte der mittlerweile 40-Jährige.

Dass das Wörtchen „jetzt“ durchaus Raum für Spekulationen lässt, dürfte Neuer bewusst sein. Das Thema DFB-Elf kann auf diese Weise immer wieder aufploppen, sofern Bundestrainer Julian Nagelsmann es zulässt. Aber davon ist nicht auszugehen.

Die Tür bleibt einen Spalt offen

Wenn es hingegen darum geht, ob er noch eine Saison beim FC Bayern dranhängt, hat Neuer mittlerweile freie Bahn. „Er braucht keine großen Argumente mehr liefern. Er soll einfach nur gesund und mutig bleiben und dann werden wir uns hinsetzen“, erklärte Max Eberl nach dem Spiel gegen Real. Geradezu ein Freifahrtschein, denn noch im Februar hatte sich der Sportvorstand im Interview mit SPORT1 zurückhaltender zur Causa Neuer geäußert.

Der Torhüter selbst hat jetzt also alle Trümpfe in der Hand – so dürfte er sich das in den vergangenen Monaten erträumt haben. Nicht allen großen Spielern ist es vergönnt, komplett selbst über ihr Schicksal entscheiden zu dürfen. Manche müssen sogar zum Rücktritt genötigt werden.

Neuer bestimmt allein den Kurs

Der einzige Faktor, der Neuer zum Abschied zwingen könnte, ist sein eigener Körper. Dass der 40-Jährige seit Dezember vergangenen Jahres immer wieder verletzt war, hat die Entscheidungsfindung verzögert – das gibt Neuer unumwunden zu.

„Ich wollte eigentlich die Monate Februar und März dafür nutzen, um zu sehen, auf welcher Höhe ich bin, wie es mir geht“, sagte Neuer am Dienstag darüber und erklärte weiter: „Ich war ja jetzt leider zweimal angeschlagen, mit meinen Muskelverletzungen in der Wade. Das hat mir jetzt nicht in die Karten gespielt. Aber wir haben alle Zeit der Welt. Der Verein und ich. Da sind wir entspannt.“

Der Körper bleibt der Schlüssel

Klar ist: Jede einzelne Blessur hatte nicht das Zeug dazu, den Weltmeister von 2014 zum endgültigen Karriereende zu bewegen – dafür waren sie jeweils zu klein. Einen erfahrenen Mann wie ihn können solche Dinge nicht nachhaltig stoppen.

Diese Muskelverletzungen hatten einen anderen Ursprung, weil ich etwas mit dem Magen und dem Darm zu tun hatte. Der Körper war ein bisschen geschwächt. Deshalb hatte ich unten diese Kleinigkeiten, das war wirklich wie so ein Schnupfen an der Wade“, so Neuers etwas kuriose Erklärung, als SPORT1 ihn auf die Verletzungen ansprach.

Kleine Rückschläge, große Wirkung

Die Ausgangslage im Poker um die Zukunft des Helden von Madrid ist eindeutig: Neuer selbst entscheidet allein, ob er weitermacht und wann er es verkündet. Aus Rücksicht auf das Rückspiel gegen Real dürfte es noch mindestens eine Woche dauern – wenn nicht sogar noch länger.

Fakt ist aber auch: Im Hintergrund werden schon entsprechende Vorbereitungen getroffen, um Neuers Entscheidung entsprechend zu begegnen – wie immer sie auch aussehen mag. Dass sein Berater am Dienstag nach Madrid reiste und im Stadion war, darf durchaus als Indiz dafür gewertet werden, dass bald Klarheit herrschen wird.

Hinter den Kulissen wächst die Spannung

Ist es davon abhängig, wie gut die CL-Saison endet? „Es geht nicht um die Champions League. Es geht für uns um alles. Alle Wettbewerbe sind für uns wichtig und entscheidend. Ich denke, dass es auch wichtig ist, wie es in der Mannschaft aussieht, dass es Spaß macht, dass es Spaß macht für Bayern zu spielen, mit dem Trainerteam zusammenzuarbeiten.“

Viele Faktoren spielen demnach eine Rolle: Dann natürlich auch, wie es mir gesundheitlich geht. Das sind alles Sachen, die halt für mich auch wichtig sind. Leider ist die eine Säule, die mir jetzt noch fehlt, diese Crunch-Time-Performance in den Monaten Februar und März, was jetzt nicht so einfach war, weil ich dann ausgefallen bin. Es verschiebt sich halt ein bisschen nach hinten.“