Nicht nur Hansi Flick, sondern ganz Barcelona schäumte am Mittwochabend nach der Niederlage im Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid vor Wut. Auch Barça-Legende Thierry Henry ging nach dem Spiel hart mit dem Unparteiischen István Kovács, dem deutschen Video-Schiri Christian Dingert und dem Regelwerk ins Gericht.
Folgenschwerer Fehler des deutschen Video-Schiris? Legende ärgert sich
Auch eine Legende übt Schiri-Kritik
Im Gegensatz zu Flick bezog sich sein Ärger aber nicht auf den viel diskutierten „kid’s mistake“, sondern auf den Platzverweis gegen Pau Cubarsi kurz vor dem Seitenwechsel.
Champions League: Henry kritisiert Regelwerk
Was war passiert?
Der Innenverteidiger der Blaugrana hatte in der 44. Spielminute den durchgebrochenen Giuliano Simeone von den Beinen geholt. Zunächst zeigte der rumänische Schiedsrichter nur Gelb, wurde im Anschluss jedoch vom stark kritisierten deutschen Video-Assistenten Christian Dingert überstimmt, weshalb sich die Kartenfarbe auf Rot änderte.
Thierry Henry, ehemaliger Barca-Stürmer und französischer Weltmeister, beklagte bei CBS den Platzverweis: „Nein, nein, nein. Für mich ist das keine Rote Karte. Es tut mir Leid.“
Der ehemalige Weltklasse-Stürmer sieht den Fehler vor allem im Regelwerk: „Ich verstehe die Regel. Zwar ist es der letzte Mann, der eine Torchance verhindert, aber man muss sich die Situation ansehen. Der Ball ist nicht vollständig unter Kontrolle, der Winkel ist nicht perfekt und es bleibt noch Abstand zum Tor.“
Henry: „Du musst dich zu 100 Prozent sicher sein“
In einer solchen Situation stellt sich für Henry vor allem eine entscheidende Frage: „Sind wir sicher, dass er trifft?“
Tatsächlich war die Situation nicht völlig eindeutig. Der Ball von Julián Álvarez hoppelte in den Lauf von Simeone, und die Ballan- und Mitnahme in vollem Tempo wäre äußerst knifflig geworden.
„Ich bin nicht überzeugt“, beantwortete der Franzose seine eigene Frage und ergänzte: „Für mich ist es eine Gelbe Karte und keine Rote Karte. Denn sobald du ihn runterschickst, veränderst du das ganze Spiel und in der Champions League muss man sich zu 100 Prozent sicher sein.“
Flick glaubt an Barca-Comeback
Auch Flick sah den Platzverweis auf der anschließenden Pressekonferenz kritisch: „Ich weiß nicht, es hätte eine Rote Karte sein können, oder auch nicht“, sagte der frühere Bundestrainer. „Ich bin mir nicht sicher, ob er ihn genug berührt hat. Der Ball war hinter ihm.“
Nach der 0:2-Niederlage wird die Aufgabe für die Katalanen im Rückspiel ohne den dann gesperrten Cubarsi eine Mammutaufgabe. Als der Ärger über die Schiedsrichterentscheidungen bei Flick etwas verflogen war, blickte er bereits auf ein mögliches Comeback im Rückspiel voraus: „Wir glauben an uns. Wir haben uns mit einem Spieler weniger sehr gut geschlagen.“