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Toni Kroos exklusiv: "Die Bayern haben einen hervorragenden Job gemacht"

Kroos traut Bayern das Triple zu

Toni Kroos blickt im SPORT1-Interview im Rahmen der Icon League auf das Duell zwischen PSG und dem FC Bayern - und seinen prall gefüllten Terminkalender.
Der FC Bayern trifft im Halbfinale der Champions League auf Paris Saint-Germain. Toni Kroos fiebert dem Spiel entgegen.
Toni Kroos blickt im SPORT1-Interview im Rahmen der Icon League auf das Duell zwischen PSG und dem FC Bayern - und seinen prall gefüllten Terminkalender.

In Sachen Champions-League-Titeln macht Toni Kroos niemand etwas vor. Als nur einer von fünf Spielern hat er die Trophäe sechsmal gewonnen. Kroos ist dabei der einzige Spieler, der nicht alle Titel mit Real Madrid gesammelt hat, da er 2013 auch mit dem FC Bayern triumphierte.

Im direkten Aufeinandertreffen seiner beiden Ex-Teams im Viertelfinale der Königsklasse hat der 36-Jährige den Madrilenen die Daumen gedrückt, gibt Kroos im exklusiven SPORT1-Interview am Rande des 9. Spieltags der Icon League zu. Der Weltmeister von 2014 verrät zudem, wie er die Chancen der Bayern im Duell mit Paris Saint-Germain (ab 21 Uhr im LIVETICKER) einschätzt, wie er die Generation um Jamal Musiala und Lennart Karl bewertet und wie sein Titelfavorit in der Icon League heißt.

SPORT1: Wie geht es Ihnen, wie ist die Lage in Madrid?

Toni Kroos: Sehr gut, es geht mir sehr gut. Sehr voll ist der Terminkalender, fairerweise. Das hatte ich ja damals (in einem früheren Interview mit SPORT1) schon gesagt und das hält an. Das ist nach wie vor mehr als sogar während der aktiven Karriere. Aber es sind alles Sachen, die Spaß machen: Academy, Stiftung, Icon League. Von daher bin ich der Letzte, der sich beschweren will.

Kroos äußert sich zu Triple-Chancen des FC Bayern

SPORT1: Lassen Sie uns auf die aktuelle Saison mit dem FC Bayern schauen. Wie nehmen Sie Ihr Ex-Team wahr, trauen Sie Ihnen auch das Triple zu?

Toni Kroos: Ja, selbstverständlich. Also sie sind bis hierhin gekommen. Das ist ihnen in den letzten Jahren nicht gelungen. Da war häufig dann in der Champions League im Viertel- oder Halbfinale Schluss. Das Halbfinale muss noch gespielt werden, aber gerade im DFB-Pokal hatten sie jetzt einige Jahre hinter sich, wo sie vorzeitig ausgeschieden sind. Deswegen: Wenn du in diese Phase kommst, in die wir jetzt reingehen im Mai, und überall vertreten bist, dann hast du einen hervorragenden Job gemacht bis dahin. Natürlich musst du das immer über die Ziellinie bringen, aber die Meisterschaft ist über der Ziellinie. Im Pokalfinale sind sie großer Favorit. Und in der Champions League sehe ich jetzt ein 50:50-Match zwischen den in meinen Augen beiden besten Mannschaften Europas aktuell. Von daher wird das sehr spannend. Und ich hoffe natürlich in dem Fall nicht, dass sie – wie im Viertelfinale gegen Real – ausscheiden, sondern dass sie jetzt durchkommen bis ins Finale. 

SPORT1: Und beim Viertelfinale haben Sie eher Real die Daumen gedrückt? 

Kroos: Ja, ich glaube, das darf man verstehen. 

SPORT1: Darf man. Aber wie sehen Sie die Entwicklung der jungen deutschen Spieler um Lennart Karl oder Jamal Musiala – haben wir aus deutscher Sicht eine Generation, wo Sie mit gutem Gewissen sagen können: „Der trau ich einiges zu“? 

Kroos: Ja, was aber zu beweisen wäre. Das sind jetzt zwei Beispiele, die ein bisschen unterschiedlich sind. Jamal ist schon ein paar Jahre länger unterwegs als Lennart Karl und hat schon einiges nachgewiesen. Aber ich glaube schon, dass wir talentmäßig wirklich einige gute Jungs haben. Und jetzt muss man gucken, dass man das im Idealfall zu einer erfolgreichen Truppe macht. Denn bei den Turnieren – das wissen wir alle – geht’s nicht nur um Talent einzelner Spieler. Da geht’s vor allem darum, dass du eine ausgewogene Truppe hast, auch von diesen Spielern, aber vor allem auch an Leuten, die das Ganze zusammenhalten. Und das wird dann zu beweisen sein in der Zukunft.

Icon League: Kroos nennt Überraschungen und Enttäuschungen

SPORT1: Sie erwähnten anfangs auch schon die Icon League. Wir hatten jetzt Spieltag 9, die FOKUS Eagles sind sehr dominant unterwegs. Was sind die Überraschungen und Enttäuschungen?

Kroos: Es gibt Teams wie OneFootball zum Beispiel, die eher dann etwas enttäuscht haben bisher. Die jetzt Elfter sind, die ich weiter vorne erwartet hätte. Die Eagles hatte ich weit oben auf dem Zettel, gerade durch den Zusammenschluss auch von Anton und Sidney. Von beiden Mannschaften konnten sie aus einer großen Ansammlung von guten Spielern da ein Team zusammenbauen. Aber ich habe es eben schon gesagt: Die sind jetzt Erster geworden in der Regular Season, aber der Erste der Regular Season ist noch nie Champion geworden am Ende. Von daher kann in Zürich beim Finale dann doch alles passieren am Ende.  

SPORT1: Sehen wir Sie hier auch nochmal auf dem Feld mitwirken? Schaffen Sie noch einmal 24 Minuten, also ein komplettes Spiel bei der Icon League?

Kroos: Das wird von Saison zu Saison schwerer (lacht). Nein, das glaube ich schon. Dadurch, dass du hier auch fast nie durchspielen musst, also fliegende Wechsel hast. Und bisher bin ich noch bei drei von drei Siegen. Ich habe dreimal mitgespielt und dreimal gewonnen. Jetzt schaue ich, ob ich diese Statistik noch mal infrage stellen werde (lacht). 

SPORT1: Wer ist Ihr Meisterschaftsfavorit für diese Saison?  

Kroos: Auf die Eagles zu tippen, wäre langweilig, oder? Ich glaube, die Eagles sind schon der große Favorit, wenn man sich das anschaut. Es gibt aber so ein paar Mannschaften, die sich dahinter tummeln. Zum Beispiel Two Stripes oder auch andere.

SPORT1: Sie müssen jetzt Two Stripes sagen, oder? Das ist schließlich das Team ihres Bruders Felix.

Kroos: Nee, ich würde sehr gerne nicht Two Stripes sagen, das ist eher andersrum (lacht). Ansonsten: Berlin Underdogs, und auch Berlin City ist immer eine Mannschaft, die in einem Spiel jeden schlagen kann. Aber Favorit sind schon die Eagles. 

SPORT1: Abschließend noch einmal zu Ihnen persönlich: Sie wurden letzte Woche mit dem Laureus Sporting Inspiration Award ausgezeichnet. Was hat Ihnen dieser Preis bedeutet?

Kroos: Ich darf ja verraten: Man wird davor ja schon informiert, dass man diesen Preis gewinnt. Und das war schon besonders, weil ich das immer als sehr, sehr wertigen Preis gesehen habe. Wenn man schaut, wer die Preisträger in den letzten Jahren waren … und auch die Veranstaltung an sich – sehr, sehr hochwertig. Da muss ich sagen: Das war schon besonders. Ein besonderer Abend mit ganz vielen besonderen Menschen, Sportlern, die wirklich viel erreicht haben, Großes erreicht haben, Großes geleistet haben. Von daher war das eine sehr besondere Ehre, da ausgezeichnet zu werden.