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Arteta klagt: FC Bayern und PSG haben Vorteil

Arteta klagt über Bayern-Vorteil

Bayern und PSG liefern Spektakel, der FC Arsenal kämpft mit anderen Mitteln. Ein Vergleich sei aber komplett unfair, findet Trainer Mikel Arteta.
Arsenal-Trainer Mikel Arteta kritisiert auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Atletico Madrid den Videobeweis.
Bayern und PSG liefern Spektakel, der FC Arsenal kämpft mit anderen Mitteln. Ein Vergleich sei aber komplett unfair, findet Trainer Mikel Arteta.

Mikel Arteta hat einen Vergleich zwischen dem englischen Top-Fußball und anderen europäischen Spitzenteams wie Paris Saint-Germain und FC Bayern zurückgewiesen. Die Anforderungen auf der Insel seien deutlich höher, behauptete der Trainer des FC Arsenal.

Mit den Gunners hatte er im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atlético Madrid jüngst ein 1:1 erkämpft. Die Partie stand dabei klar im Schatten des am Vortag ausgetragenen 5:4-Spektakels zwischen PSG und Bayern.

Zwar gab der spanische Coach unumwunden zu: „Wenn ich mir dieses Spiel anschaue, Bayern gegen PSG, dann ist es wahrscheinlich das beste Spiel, das ich je gesehen habe, was die Qualität der beiden Mannschaften und vor allem die individuelle Qualität der Spieler angeht – so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Bayern und Arsenal: „Unterschied wie Tag und Nacht“

Doch gleich darauf schränkte Arteta ein: „Aber wenn ich mir die Anzahl der Spielminuten und die Frische dieser Spieler anschaue, dann überrascht mich das nicht.“

Sein Argument: In England sei die Belastung für die Spieler deutlich höher als beispielsweise für die beiden Klubs aus der Ligue 1 und der Bundesliga.

„Um eine derart hohe Qualität zu liefern, muss man in Topform sein, und der Unterschied zwischen den Ligen und der Art und Weise, wie dort gespielt wird, ist wie Tag und Nacht“, verkündete Arteta.

Man müsse sich nur die aktuellen Statistiken dazu ansehen: „Wir vergleichen hier zwei völlig unterschiedliche Welten. Man kann nicht einen Aspekt davon isoliert betrachten, ohne den Kontext zu berücksichtigen – ich halte das nicht für fair.“

Arteta übergeht Gnabry-Ausfall

Das mit Abstand Wichtigste sei, die entscheidenden Spieler in Topform zur Verfügung zu haben. „Wenn du über die beiden anderen Mannschaften spricht (PSG und Bayern; Anm. d. Red.), wie viele Spieler standen zur Verfügung? Alle, und zwar in Bestform. Das ist das Wichtigste.“

Arteta verschwieg dabei, dass bei den Bayern mit unter anderem Serge Gnabry und Lennart Karl zumindest einige Leistungsträger derzeit nicht zur Verfügung stehen – und bei PSG einige Spieler wie Ousmane Dembélé oder Fabián Ruiz eine von Verletzungen durchzogene Saison durchmachen.

Klar ist: In England gibt es mit dem League Cup einen Wettbewerb mehr als in Deutschland, Arsenal tanzte lange auf vier Hochzeiten. Die Premier League hat zudem mehr Teams und damit mehr Spiele.

Der Blick auf die nackten Zahlen zeigt: Genau genommen hat Arteta beim Vergleich seines eigenen Teams mit dem des FC Bayern recht.

Bayern vs. Arsenal: Das sagen die Zahlen

31 eingesetzte Spieler der Gunners kommen gemeinsam auf 56.443 Spielminuten. Macht im Schnitt 1.821 Minuten pro Profi. Die Bayern kommen derweil als Team auf 49.393 Minuten, hier wurden 33 Spieler eingesetzt. Ergibt einen Schnitt von 1.497 Minuten.

Die Kicker des FCB haben also pro Kopf 324 Minuten weniger in den Knochen. Allerdings haben die Münchner auch deutlich mehr junge Spieler eingesetzt, die auf nur sehr wenige Minuten kommen und den Schnitt so deutlich nach unten ziehen. Der Vergleich hinkt also.

Nicht von der Hand zu weisen ist: Bei Arsenal kommen gleich drei Spieler (David Raya, Declan Rice und Martín Zubimendi) auf über 4.000 Minuten. Eine Marke, von der viele Bayern-Stars weit entfernt sind. Luis Díaz ist mit 3.715 Minuten am nächsten dran.