Champions League>

Christoph Kramer überrascht mit Analyse zu Bayern - PSG: "Nicht nachmachen"

Bayern – PSG? „Nicht nachmachen“

TV-Experte Christoph Kramer überrascht mit seiner Analyse des spektakulären Halbfinal-Hinspiels zwischen PSG und dem FC Bayern. Doch er liefert auch Argumente für seine These.
Angesprochen auf das torreiche Hinspiel geht FCB-Verteidiger Jonathan Tah auf die Spielweise der Bayern ein.
TV-Experte Christoph Kramer überrascht mit seiner Analyse des spektakulären Halbfinal-Hinspiels zwischen PSG und dem FC Bayern. Doch er liefert auch Argumente für seine These.

Fans und Experten reagierten nach dem berauschenden Fußballfest zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern (5:4) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League mit Lobeshymnen. Auch Christoph Kramer teilt grundsätzlich diese Sicht, überraschte aber auch mit einem mahnenden Appell.

„Wir machen einen Fehler gerade, dass wir alles mit Paris-Bayern vergleichen. Paris-Bayern ist aktuell eine andere Sportart. Vor allem, wenn diese beiden Mannschaften im direkten Duell aufeinandertreffen“, sagte Kramer bei Amazon Prime vor dem Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Arsenal und Atlético Madrid (Endstand: 1:0).

Kramers überraschender Appell: „Nicht nachmachen“

Kramers Aufruf lautete daher: „Eigentlich muss man über dieses Spiel schreiben: Bitte nicht nachmachen.“ Er warnte dabei vor der Übertragung dieses Maßstabs in den Breitensport, zu dem er zu Teilen auch die Bundesliga zählte. „Das ist gerade das Maß aller Dinge, trotzdem darf man es sich nicht abschauen.“

Bei Bayern und PSG sei es eben „nicht nur die hervorragende Offensive“, führte der Weltmeister von 2014 weiter aus: „Die können so spielen, weil die auf jedes Detail achten. Sie laufen ja auch nicht wie wildgeworden Eins gegen Eins. Je tiefer sie gedrängt werden, desto mehr verteidigen sie im Raum.“

FC Bayern? „Dann reicht es nicht gegen Heidenheim“

Sobald Trainer Vincent Kompany seine Stammelf großflächiger verändert, macht Kramer aufgrund der nicht optimal eingespielten Abläufe einen gewissen Qualitätsverlust aus. „Der zweite Anzug von Bayern München passt, aber nicht, wenn sie komplett wechseln“, sagte der frühere Mittelfeldspieler.

Als Beispiel nannte er das Innenverteidiger-Duo Jonathan Tah und Dayot Upamecano. „Die machen alles richtig, die fressen so viel im Vorwärtsverteidigen. Wenn dann Kim und Ito spielen – und ich habe höchsten Respekt vor diesen Spielern -, dann reicht es nicht gegen Heidenheim, und auch nicht gegen Mainz.“

Kramers Urteil: „Am Ende kannst du nur so spielen, wenn die Qualität der Spieler so ist.“

FC Bayern und PSG? „Benchmark im europäischen Fußball“

Abschließend zog der 37-Jährige noch einen Vergleich zum FC Arsenal, bei dem er vor einem halben Jahr ein Praktikum absolvierte. „Das ist ein ganz anderer Ansatz. Die gehen viel mit KI. Sie sagen übertrieben gesagt: Wenn wir rausschlagen, bekommen wir zu 75 Prozent den freien Fuß an der Mittellinie, wenn wir rausspielen nur zu 72 Prozent. Deswegen entscheiden wir uns für rausschlagen.“

Sein Fazit lautete: „Das sind unterschiedliche Ansätze von Fußball, keiner ist richtig, keiner ist falsch. Nur: Ich glaube, dass sich der Ansatz von Bayern und Paris, der gerade die Benchmark im europäischen Fußball ist, nicht nachahmen lässt, wenn du nicht die perfekten Spieler hast.“

Arsenal gewann dank des Treffers von Bukayo Saka (44.) mit 1:0 und zog als erste Mannschaft ins Finale ein. Dort bekommt es die Mannschaft von Mikel Arteta dann mit Bayern München oder Vorjahressieger Paris Saint-Germain zu tun.