Der FC Bayern hat den Einzug ins Finale der Champions League verpasst. Der deutsche Rekordmeister kam am Mittwochabend nicht über ein 1:1-Remis gegen Paris Saint-Germain hinaus – und viele machten dafür Schiedsrichter Joao Pinheiro mit verantwortlich.
"Dickes Brett!" Urs Meier über Schiri-Team bei Bayern-Aus schwer verwundert
„Dickes Brett!“ Meier irritiert
Neben den Bayern-Stars kritisierte zum Beispiel Ex-Referee Manuel Gräfe die Leistung deutlich. Nun schießt sich mit Urs Meier auch einer der bekanntesten Schiri-Experten Europas auf Pinheiro ein. „Ich würde nicht sagen, dass er überfordert war. Aber: In der Spielleitung und in der Kommunikation war das nicht durchgehend überzeugend“, begann der Fachmann aus der Schweiz bei ran.
Aus Sicht von Meier, ehemaliger FIFA-Schiri, hatte sich der Referee bereits mit den ersten Entscheidungen in der Allianz Arena keinen Gefallen getan.
„Er hat sich für eine Linie entschieden, die er am Ende nicht konsequent durchziehen konnte. Viele kleinere Fouls ließ er laufen, wodurch er sich selbst unter Druck setzte“, erklärte der Schweizer. „Am Ende musste er zu viele Kompromisse eingehen, weil die Linie nicht klar genug war. Das sind Details, die auf diesem höchsten Niveau den Unterschied machen. Und da hatte ich den Eindruck, dass ihm in manchen Momenten noch ein Stück Routine fehlt.“
Champions League: Meier kritisiert Vierten Offiziellen
Den Bayern war vor allem ein Handspiel des bereits mit Gelb vorbelasteten Nuno Mendes in der 29. Minute ein Dorn im Auge. Doch Pinheiro ahndete stattdessen ein Handspiel von Konrad Laimer. Für Meier war an dieser entscheidenden Fehlentscheidung aber speziell der Vierte Offizielle schuld. Zum Hintergrund: Laimer spielte den Ball gar nicht mit der Hand.
„Der Schiedsrichter selbst konnte das so, wie er positioniert war, gar nicht sauber erkennen. In solchen Momenten ist er auf die Unterstützung seines Teams angewiesen – und in diesem Fall auf den Vierten Offiziellen. Und das ist nicht irgendwer: Espen Eskas ist ein erfahrener FIFA-Schiedsrichter, der bei der WM dabei ist“, befand Meier.
Der Schweizer nahm sich Eskas verbal zur Brust. „Ich habe den Eindruck, dass er sich selbst nicht zu hundert Prozent sicher war und trotzdem so eine Entscheidung trifft. Das ist erstaunlich. Das darf auf diesem Niveau nicht passieren – das ist schon ein dickes Brett.“
Meier: „Klare Benachteiligung der Bayern“
Abschließend kam Meier bei der Szene zu einem eindeutigen Fazit. „Das wäre eine eindeutige Gelb-Rote Karte für Mendes gewesen. Dann hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen. Genau an diesem Punkt kann der FC Bayern München absolut verärgert sein. Denn solche Entscheidungen sind spielentscheidend. In diesem Fall war es eine klare Benachteiligung der Bayern.“
Spätestens als ein vermeintliches Handspiel von Joao Neves im eigenen Strafraum nicht geahndet wurde, waren die Münchner sauer. Dem Portugiesen wurde von Teamkollege Vitinha an den Arm geschossen.