Champions League>

Nach CL-Aus des FC Bayern: Kroos übt forsche Kritik

Kroos geht mit Bayern hart ins Gericht

An der Leistung der Bayern gegen Paris lässt Toni Kroos kein gutes Haar. Baustellen macht er sowohl auf mentaler als auch auf sportlicher Ebene aus.
Der FC Bayern trifft im Halbfinale der Champions League auf Paris Saint-Germain. Im exklusiven SPORT1-Interview spricht Toni Kroos von den zwei besten Teams Europas.
Conrad Fröhlich
An der Leistung der Bayern gegen Paris lässt Toni Kroos kein gutes Haar. Baustellen macht er sowohl auf mentaler als auch auf sportlicher Ebene aus.

Es war der denkbar schlechteste Start für den FC Bayern im Champions-League-Halbfinal-Rückspiel gegen PSG. Bereits nach drei Minuten musste Manuel Neuer hinter sich greifen. Ein Wirkungstreffer für die Münchner, der den Grundstein für das Aus der Kompany-Elf legte (Endstand nach Hin- und Rückspiel 6:5).

Dieser Gegentreffer war auch für Toni Kroos der Knackpunkt. An der Reaktion auf den frühen Gegentreffer ließ er in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“ kein gutes Haar.

„Bayern hat die erste halbe Stunde nicht stattgefunden“, kritisierte der Ex-Bayern- und Real-Akteur: „Ich finde, dass dieser Funke gefehlt hat. Ganz, ganz viele Ungenauigkeiten, total ungewöhnlich für Bayern. Falsche Entscheidungen, technische Fehler, falsche Pässe.“

Der 36-Jährige vermutet, dass sich nach dem frühen Gegentreffer Nervosität in der Mannschaft breitgemacht habe. „Man hat gemerkt, dass die Größe des Spiels schon Gewicht hatte.“

Kroos kritisiert FC-Bayern-Offensive

Ein weiterer Grund sei aber natürlich auch der stark aufspielenden Gegner gewesen. So fand Kroos lobende Worte für Luis Enrique. Dieser habe „eine Mannschaft geformt, die da mit Eiern auftritt. Das ist Bayern nicht gewohnt, schon gar nicht zu Hause.“ Auf Seiten der Münchner habe derweil „der letzte Glaube“ und der „letzte Push“ gefehlt.

Nicht nur mental habe der FCB etwas vermissen lassen, auch spielerisch seien der Elf von Vincent Kompany die Lösungen abhandengekommen. „Das ganze Spiel war es entweder ein Eins-gegen-eins von Olise oder ein Eins-gegen-eins von Luis Diaz. Es waren die einzigen Waffen. Durch die Mitte ging eigentlich nichts nach vorne“, analysierte der sechsfache Champions-League-Sieger.

Die „Flügelwaffen“ der Bayern hatte das Team aus der französischen Hauptstadt jedoch recht gut unter Kontrolle. „Olise hat für seine Verhältnisse ein recht durchschnittliches Spiel gemacht und dann merkst du, dass eine wichtige Option für Tore bei den Bayern fehlt“, bemängelte Kroos.

Bereits im Vorfeld der Halbfinalpaarung meinte Kroos, dass die beiden besten Mannschaften Europas aufeinandertreffen. Zwar unterstrich er die Aussage auch nach der Partie, ergänzte dabei aber eine entscheidende Komponente: „Vielleicht haben wir doch nochmal gesehen, dass die eine einen Tick besser ist als die andere.“