Kuriose Szenen in Istanbul: Nach dem durchaus gelungenen Auftakt in die erste Champions-League-Saison seit 18 Jahren hat Fenerbahce-Istanbul-Coach Ismail Kartal seinen eigenen Rücktritt bekanntgegeben. „Ich trete von meinem Amt zurück“, sagte der 65-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem 1:1-Remis gegen die AS Rom.
Irre Trainer-Posse bei Fenerbahce
Irre Trainer-Posse bei Fenerbahce
Kartal ist seit Ende Juni bereits zum dritten Mal bei Fenerbahce im Amt – nun will er aber seine Amtszeit schon wieder beenden. „Ich trete zurück, damit der Verein die Mannschaft und die Spieler besser führen kann. Ich möchte keine Fragen beantworten“, erklärte Kartal und ließ alle Anwesenden verdutzt zurück.
Fenerbahce-Chaos wegen Flaschenwurf?
Weshalb genau der Türke Hals über Kopf seinen Abschied verkündete, ließ er offen. Kartal kündigte lediglich an, unter keinen Umständen zum Verein zurückzukommen: „Ich trete unter der Bedingung zurück, niemals zurückzukehren.“ Im Anschluss an die denkwürdige Pressekonferenz nahm die Posse dann so richtig Fahrt auf.
Denn Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim hat offenbar kein Interesse daran, seinen Coach einfach so ziehen zu lassen. „Ismail Kartal bleibt im Amt. Die gesamte Vereinsfamilie soll zu unserem Trainer stehen. Solange ich hier bin, ist Ismail Kartal der Cheftrainer von Fenerbahce“, sagte Yildirim und erklärte Kartals Rücktritt für unwirksam.
Immerhin lieferte der Präsident im Gegensatz zum Trainer eine Erklärung für die chaotische Situation: Kartal habe ihm im Gespräch nach dem Spiel eröffnet, beim Stand von 1:1 von einer Flasche am Kopf getroffen worden zu sein. „Deshalb ist er verärgert. Das ist der Grund“, erklärte Yildirim. Der Vorfall sei eine „Schande“. Wer nun beim nächsten Spiel auf der Trainerbank des türkischen Spitzenklubs sitzt, ist also noch völlig unklar.