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Kein Märchen, sondern ein guter Plan

Kein Märchen, sondern ein guter Plan

Aus Liga vier in die Champions League - und auch da ist für Como offensichtlich noch lange nicht Schluss.
Cesc Fàbregas feiert Comos 4:1-Sieg gegen RB Leipzig als historischen Abend: In zehn oder zwanzig Jahren wird sich jeder erinnern, doch kurz darauf geht der Blick schon wieder nach vorne.
Aus Liga vier in die Champions League - und auch da ist für Como offensichtlich noch lange nicht Schluss.

„Die Kunst, zu wissen, wie man Geld ausgibt.“

Um den filmreifen Aufstieg von Como 1907 aus der vierten italienischen Liga bis hin zu einem fulminanten Debüt in der Champions League zu erklären, trifft es diese Beschreibung der spanischen Zeitung Marca vermutlich am besten. Doch der Reihe nach.

Alles fing an vor sechs Jahren, als die indonesischen Brüder Robert und Michael Hartono den Traditionsklub aus der Lombardei, der damals in der Serie D spielte, für ein Anfangsinvestment übernahmen, das laut italienischen Medien bei rund 1,8 Millionen Euro lag. Die Erfolgsgeschichte der nächsten Jahre ist inzwischen bekannt. Was wie ein modernes Fußballmärchen klingt, ist das Ergebnis der konsequenten Umsetzung einer klaren Vision.

Viele Vereine werden von Investoren übernommen. Die wenigsten schaffen den Sprung in die europäische Spitze. Dass Como dazu fähig ist, hat der eindrucksvolle Auftakt gegen eine heillos überforderte Mannschaft von RB Leipzig bewiesen (4:1). Die Italiener schlugen die Sachsen mit einer Mischung aus Dominanz und gnadenloser Effizienz im Umschaltspiel – und spielten so, wie RB eigentlich am liebsten spielen würde.

Geld allein führt nicht zu Attraktivität

Und das nicht, weil dort das meiste Geld vorhanden ist. Sondern weil aus einer klaren Idee ein funktionierendes Gesamtkonzept entstand. Statt auf kurzfristige Erfolge zu setzen, investierte der Klub in Infrastruktur, Scouting und junge Spieler mit Entwicklungspotenzial.

Das Ergebnis ist ein Kader voller Talente, die inzwischen deutlich mehr wert sind als bei ihrer Verpflichtung. Mit unglaublichen 535 Millionen Euro bewertet das Portal Transfermarkt die Marktwerte des Kaders. Spieler wie Nico Paz, Martin Baturina, Assane Diao oder Máxi Perrone stehen beispielhaft für diese Strategie.

Klar: Auch in Como wird inzwischen reichlich Geld auf dem Transfermarkt ausgegeben. Aber Geld allein führt nicht zu Attraktivität. Der direkte Vergleich mit Leipzig hätte das kaum deutlicher darstellen können. Und hier kommt der Trainer ins Spiel.

Fàbregas dirigiert eine „oscarreife Show“

Als Cesc Fàbregas nach seiner Spielerkarriere in Como blieb, sahen viele Beobachter darin zunächst nur eine romantische Geschichte. Inzwischen hat sich der ehemalige Welt- und Europameister zu einem der spannendsten Trainer Europas entwickelt. Sein Team spielt mutig, kombiniert genauso schnell wie vertikal und lässt seine Handschrift auch Laien erkennen.

Der Spanier wollte von Lobeshymnen jedoch nichts hören und trat schnell auf die Bremse. „Diese Spieler, die fast alle 20 oder 21 Jahre alt sind, müssen wir ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückholen, denn im Fußball geht alles sehr schnell und man muss wachsam bleiben“, meinte Fàbregas. „Wir sind eine junge und ehrgeizige Mannschaft, aber man muss die Spieler auch erziehen. Ich bin sehr zufrieden, und jetzt geht es weiter.“

Was 10.198 Zuschauer im (damit bereits ausverkauften) Stadio Giuseppe Sinigaglia am Comer See sahen, war weit mehr als ein Sieg oder drei Punkte. „Die Show am ersten Spieltag der Champions League war oscarreif“, fasste es die Marca zusammen.

Es war ein symbolträchtiger Abend und ein Beweis für die Entwicklung eines Klubs, der schon jetzt weit über Italien hinaus Aufmerksamkeit erzeugt. Im Umfeld des Vereins engagieren sich prominente Namen wie Thierry Henry und Raphael Varane als Anteilseigner. Hollywood-Stars und internationale Gäste gehören mittlerweile ebenso zum Bild rund um den Comer See wie die treuen Anhänger, die den Verein schon in deutlich schwierigeren Zeiten begleitet haben.

Selbst der Bürgermeister ist Dauerkartenbesitzer

Die Kunst ist es, beide Seiten zu begeistern – und das scheint zu gelingen. „Man spürt, wie der Calcio die Stadt elektrisiert hat – der Enthusiasmus ist auch unter den traditionellen Fans explodiert“, freute sich Bürgermeister Alessandro Rapinese, der selbst stolzer Dauerkartenbesitzer – in der Kurve – ist.

Doch Como entwickelt sich nicht nur auf dem Platz weiter. Der entscheidende Standortvorteil der einzigartigen Lage am Comer See wird vom Klub optimal genutzt. Como verbindet Spitzenfußball mit organisierten Luxusreisen und legt zudem großen Fokus auf Merchandising und diverse Einkommensmöglichkeiten. Der Standort zwischen Luxushotels und Villen sowie Sternerestaurants und malerischer Landschaft macht es möglich.

Das wiederum macht den Klub auch für Sponsoren und Geschäftspartner besonders attraktiv. Como vermarktet sich nicht wie ein Fußballverein, sondern wie eine globale Marke. Die Präsenz von Hollywood-Stars, Unternehmern und internationalen Prominenten sorgt völlig fernab vom Fußballmarkt für zusätzliche Strahlkraft – und lässt im zweiten Schritt die Kassen klingeln.

Die Vision ist Realität geworden

Es gibt derzeit kaum Anzeichen dafür, dass Comos Aufstieg auf dem Platz an eine natürliche Grenze stößt. Die größere Herausforderung könnte schon bald abseits des Rasens liegen. Das Giuseppe Sinigaglia zählt trotz des Ausbaus nur knapp über 10.000 Plätze und wirkt angesichts der rasant steigenden Nachfrage schon heute wie ein Stadion, aus dem der Klub langsam herauswächst.

Vor sechs Jahren spielte Como noch in der vierten Liga. Heute locken die Heimspiele Touristen aus aller Welt und internationale Prominenz an den Comer See. Die Vision der Hartono-Brüder, von denen Michael im März mit 86 Jahren verstarb, ist längst Realität geworden – und vielleicht ist das größte Problem inzwischen, dass zu viele Menschen dabei sein wollen.

Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.