Renate Lingor sammelte zahlreiche Titel. Im SPORT1-Podcast „Deep Dive“ übte die zweimalige Europa-und Weltmeisterin Kritik an der Idee, dass männliche und weibliche Fußballprofis das gleiche Gehalt bekommen sollen.
Reizthema Gehalt: DFB-Legende sieht es anders als viele andere
DFB-Legende über Reizthema Gehalt
„Ich mag den Vergleich insofern nicht eins zu eins, weil das Geschäft ja ein anderes ist. Wir vergleichen da nicht genau das gleiche Event“, erklärte Lingor, die mit Deutschland 2003 in den USA und 2007 in China die Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Diese Aussage begründete sie unter anderem mit den niedrigeren Zuschauerzahlen und den geringeren TV-Einnahmen des Frauenfußballs – nicht nur auf Klubebene.
Lingor verwies auf die vergangene EM 2025 in der Schweiz: „Da sind immer noch keine schwarzen Zahlen geschrieben worden. Klar kann man auch sagen: Ok, die machen doch eigentlich das Gleiche auf dem Rasen, aber es steht ja ein ganz anderes Produkt dahinter.“ Dabei sei es die Aufgabe aller Beteiligten, dafür zu sorgen, dass das Produkt Frauenfußball besser vermarktet wird.
Gleiches Gehalt? Für Lingor nicht die richtige Forderung
Um die Situation zu verdeutlichen, verwendete die 50-Jährige ein Beispiel aus dem Krankenhaus: „Wenn ich jetzt ein Chirurg bin an der Frankfurter Uniklinik und da ist eine Frau und ein Mann. Sie sind in derselben Klinik, machen den selben Job, dann müssen sie gleich bezahlt werden. Dann reden wir wirklich von Equal Pay. Die machen ja wirklich das Gleiche und haben das Gleiche studiert. Trotzdem kriegt der Mann mehr Geld. Das macht keinen Sinn.“
Anders sei es im Fußballgeschäft, da dort der Männerfußball deutlich mehr Profit abwirft. Deshalb spricht sich die Ex-Weltmeisterin zunächst für mehr Förderungen im Frauenfußball aus, die dann zu einer Weiterentwicklung führen sollen – bevor der Blick aufs Gehalt auf der Tagesordnung steht.
„Von heute auf morgen zu sagen: Ich vergleiche das jetzt und ich möchte das haben, was die Männer haben“, hält Lingor dabei nicht für den richtigen Weg.