Der Rekordsieger VfL Wolfsburg hat eine Blamage gerade noch abgewendet und ist dank seiner Torhüterin Stina Johannes ins Endspiel des DFB-Pokals der Frauen eingezogen. Drei Tage nach dem Aus in der Champions League in Lyon setzte sich das ideenlose Team von Trainer Stephan Lerch im Halbfinale beim Bundesliga-Schlusslicht Carl Zeiss Jena nach 120 torlosen Minuten mit 5:4 im Elfmeterschießen durch.
Elfer-Thriller für Wolfsburg im Pokal
Elfer-Thriller für Wolfsburg
Jena-Trainer Florian Kästner war nach dem Spiel sichtlich niedergeschlagen: „Wir waren ein Schuss vom Finale entfernt, das ist dann natürlich schon bitter. Aber ich bin sehr sehr stolz auf die Mannschaft. Das habe ich schon vor der Verlängerung gesagt.“
Nun winkt das Traumfinale: Am Montag (15.30 Uhr) spielen Double-Gewinner FC Bayern und die SGS Essen den zweiten Teilnehmer aus.
DFB-Pokal: Stina Johannes wird Pokalheldin
Johannes parierte die letzten beiden Versuche des Außenseiters und bewahrte den Favoriten damit vor dem Aus. Almuth Schult lobte anschließend die Leistung der Torhüterin. „Vor allem die zweite Parade von Stina Johannes (im Elfmeterschießen, Anm . Red.), einfach herausragend. Wie sie den da noch rumlenkt“, schwärmte die Ex-Nationaltorhüterin in der ARD.
Nachdem Lineth Beerensteyn vergeben hatte, war Jena der Sensation bereits nah, doch die 18-jährige Fiona Gaißer verschoss den Elfmeter zum Finale. Nach dem kräftezehrenden 1:4 nach Verlängerung in der Königsklasse bei OL Lyonnes verhinderten die Niedersachsen den nächsten Dämpfer nur mit viel Glück.
VfL Wolfsburg zeigt Mentalität
Im Vorjahr war der VfL bereits im Viertelfinale an der TSG Hoffenheim gescheitert. Zuvor hatten die Niedersachsen zehnmal nacheinander den Titel gewonnen.
Beim Halbfinale am Sonntag lief Wolfsburg den Außenseiter oft vergeblich an, ohne die verletzte Alexandra Popp fehlte im Angriffsdrittel die zündende Idee. Jena beschränkte sich fast ausschließlich auf die Defensive.
Die Wolfsburgerin Svenja Huth lobte ihre Mannschaft nach dem Spiel für den unermüdlichen Kampf: „Diese Mentalität zu haben, bis zum Ende dran zu glauben. Auch obwohl der erste Elfmeter dann verschossen war, trotzdem weiter zu machen. Ich bin überglücklich!“
Bekommt Popp den perfekten Abschied?
An einem Final-Duell am 14. Mai in Köln zwischen den beiden Schwergewichten Wolfsburg und München besteht ob der bayerischen Dominanz kaum noch Zweifel. Für Popp wäre das der perfekte Abschluss ihrer Karriere in Wolfsburg, wie auch Schult nochmal betonte: „Sie ist ja auch Miss Pokal, die Rekord-Pokalsiegerin alleine. Das wird ein toller Abschied für sie in Köln.“
In der Liga können die Bayern, die den Pokal im vergangenen Jahr gewannen, die erfolgreiche Titelverteidigung bereits mit einem Sieg im nächsten Spiel bei Union Berlin (22. April) perfekt machen.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)