Bayerns Sportvorstand Max Eberl hat mit vielsagenden Worten auf die Zweifel von Klubpatron Uli Hoeneß hinsichtlich einer möglichen Vertragsverlängerung reagiert und dabei sogar mit der Andeutung überrascht, er könne auch selbst einen Schlussstrich ziehen.
FC Bayern: Pikante Eberl-Aussagen wegen Hoeneß! "Dann gehe ich nach Hause"
Hat Eberl genug?
Nach dem Triumph im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart (3:0) kokettierte Eberl damit, dass er ja auch von sich aus gehen könne, nachdem der Aufsichtsrat eine Entscheidung getroffen habe. „Dann hat der, an dem gezweifelt wird, die Möglichkeit, zu sagen: Mache ich weiter? Oder nicht? Das ist ein völlig normaler Prozess“, stellte der 52-Jährige klar.
FC Bayern: Trotz Double sind Eberl und Hoeneß das Top-Thema
Sogar über die Möglichkeit einer Blitz-Trennung musste der Sportvorstand am späten Samstagabend in der Mixed Zone des Olympiastadions von Berlin sprechen. „Blitz-Trennung? Nicht von meiner Seite“, antwortete Eberl auf eine entsprechende Frage: „Ich bin da der falsche Ansprechpartner. Ich habe immer gesagt, ich möchte meine Arbeit machen. Die haben wir jetzt getan“, sagte Eberl.
Mit dem Gewinn des Doubles habe man die Saison „sehr, sehr erfolgreich und gut zu Ende gebracht. Jetzt wäre Transferperiode – und der werde ich mich jetzt widmen“, richtete Eberl das Augenmerk nach vorne.
Hoeneß irritierte mit Aussagen zu Eberl
Die Zweifel, die Hoeneß im Spiegel-Spitzengespräch kundgetan hatte, schienen jedoch nicht spurlos an Eberl vorbeigegangen zu sein. Bayerns Ehrenpräsident hatte die Chancen auf Eberls Verbleib auf „60:40“ geschätzt und zugleich die Frage bejaht, ob er noch Zweifel am Sportvorstand habe, der zum 1. März 2024 als Nachfolger von Hasan Salihamidzic zu den Bayern gekommen war.
„Die Zweifel, die sind da. Scheinbar. Sonst hätte er es ja nicht gesagt. Ich war natürlich überrascht, dass das an dem Tag heute so passiert“, zeigte sich Eberl am Abend angefressen. Dass man sich im Aufsichtsrat Gedanken mache, sei zwar ein ganz normaler Prozess, aber: „Ob man jetzt Prozente in der Öffentlichkeit sagen muss, das weiß ich nicht. Ist aber auch egal.“
Eberl: „Dann gehe ich nach Hause“
Er sei nach wie vor interessiert an einer weiteren Zusammenarbeit, stellte Eberl klar – sagte aber auch: „Wenn man sagt, man möchte verlängern – dann redet man darüber. Und wenn man sagt, man möchte nicht mehr, dass ich weitermache, dann gehe ich nach Hause. Mein Leben wird weitergehen.“
Dabei wollte der Bayern-Boss aber nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass er seine Arbeit mit „sehr, sehr viel Herzblut und mit sehr, sehr viel Freude“ mache: „Wenn man mich lässt, dann bin ich auch bereit, weiterzumachen.“
FC Bayern: Eberl kündigt Gespräch mit Hoeneß an
Vielmehr schien sich Eberl daran zu stören, dass Hoeneß‘ Zweifel ausgerechnet vor dem Pokalfinale die Runde machten. „Das Fell ist dick geworden – aber an einem Finaltag fand ich es jetzt nicht den richtigen Zeitpunkt“, monierte Eberl. Die Mannschaft habe es derweil „0,0 beeinflusst“.
Über die Thematik – und den Wirbel den Hoeneß mit seinen Aussagen entfachte – haben die beiden noch nicht miteinander gesprochen, insbesondere nach einem gewonnenen Pokalfinale. „Dann ist nicht das erste Thema, dass ich sage: ‚Uli, wollen wir mal drüber reden?‘ Es wird der Zeitpunkt kommen. Er wird’s mir erklären, oder ich werde fragen. Und dann redet man drüber“, meinte Eberl.
Und bei all dem Wirbel konnte sich Eberl eine kleine Spitze gegen Hoeneß nicht verkneifen. Denn während seine Personalie und eine potenzielle Vertragsverlängerung – trotz des Erfolges – stets munter diskutiert werden, war bei der überraschenden Verlängerung von Trainer Vincent Kompany nahezu das Gegenteil der Fall: „Es war eine Woche, und zum ersten Mal seit langer Zeit, dass es sehr geräuschlos über die Bühne ging. Da waren wir Beteiligten alle sehr stolz.“
Eberl besitzt in München noch einen Vertrag bis 2027. Ob der Kaderplaner diesen auch erfüllt, verlängert oder sogar vorzeitig geht, bleibt vorerst abzuwarten.