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"Hätte er den Ball weggeschossen, wäre Schalke Meister"

Ritter erinnert an Schalke-Albtraum

Marlon Ritter rückt beim DFB-Pokal-Krimi in den Fokus. Der Spielmacher von Kaiserslautern gibt ein bemerkenswertes TV-Interview und erinnert dabei an einen der schmerzhaftesten Momente der Schalke Vereinsgeschichte zurück.
Marlon Ritter bezieht im Interview klar Stellung zur Auseinandersetzung mit der Bank von Waldhof Mannheim.
Marlon Ritter rückt beim DFB-Pokal-Krimi in den Fokus. Der Spielmacher von Kaiserslautern gibt ein bemerkenswertes TV-Interview und erinnert dabei an einen der schmerzhaftesten Momente der Schalke Vereinsgeschichte zurück.

Marlon Ritter vom 1. FC Kaiserslautern hat gegen Waldhof Mannheims Sportdirektor Mathias Schober ausgeteilt und zugleich bei den Fans vom FC Schalke 04 böse Erinnerungen geweckt. Aber der Reihe nach.

„Er hat mehrere Sachen bemängelt, deswegen ist es mir relativ egal, was Herr …“, sagte Ritter zunächst bei Sky.

Bayern, Schalke, HSV, Schober und der 19. Mai 2001

Reporter Patrick Wasserziehr schob ein: „Schober. Früherer Profi bei Schalke unter anderem.“ Damit spielte er auf die gemeinsame Verbindung zwischen Ritter (spielte in der Jugend sechseinhalb Jahre für Königsblau) und Schober (trug über zehn Jahre das Trikot der Knappen) an.

„Weiß ich. Hätte er den Ball damals weggeschossen, wäre Schalke Meister geworden“, entgegnete Ritter und blickte damit auf die vielleicht legendärsten Minuten der Bundesliga-Geschichte zurück.

Was Ritter meint? Den 19. Mai 2001 – den letzten Spieltag. Eigentlich schien die Meisterschaft schon entschieden. Titelverteidiger FC Bayern ging mit drei Punkten Vorsprung auf Schalke ins letzte Saisonspiel beim HSV.

Wie der FC Bayern doch noch Meister wurde

Schalke landete einen 5:3-Sieg gegen Unterhaching und in Gelsenkirchen feierte man schon die Meisterschaft, weil die Bayern zu verlieren drohten (und Schalke das bessere Torverhältnis hatte). Doch dann unterlief ausgerechnet Schober, der damals an den HSV ausgeliehen war, ein folgenschwerer Fehler.

Hamburgs Tomas Ujfalusi spielte in Bedrängnis den Ball zu Torwart Schober zurück und dieser nahm ihn mit den Händen auf. Seit 1992 ist das strafbar, sofern eine Absicht erkennbar ist. Und genauso bewertete Schiedsrichter Markus Merk die Szene auch.

Der daraus resultierende indirekte Freistoß sollte alles verändern. Der Schwede Patrick Andersson drosch den Ball flach zwischen Sergej Barbarez und dem eingewechselten Andreas Fischer hindurch – mitten ins Netz.

Szenen, die bis heute wohl jedem Fußball-Fan in Erinnerung geblieben sind. Wasserziehr merkte am Freitagabend an: „Ich kenne Ihre Vergangenheit.“

DFB-Pokal-Spiel von Fan-Eskalationen überschattet

Ritter, damals sechs Jahre alt, sollte anderthalb Jahre später selber in die Schalker Jugend wechseln. Am Freitag war er mit Lautern bei Rivale Waldhof Mannheim gefordert. Im Rahmen des dramatischen 1:0-Sieges nach Verlängerung, der von gewaltigen Fan-Eskalationen überschattet wurde, fiel Ritter immer wieder mit kleinen Provokationen auf.

Schober suchte letztlich sogar die Schuld bei Ritter. „Kurz vor Ende der Partie hat sich der Ritter da bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und das wirklich provoziert. Das muss man einfach so sagen“, sagte der Waldhof-Boss und legte nach: „Was dann so noch abgegangen ist, gerade von der Seite, wie hier provoziert wurde von der Nummer 7 (Rückennummer Ritters; Anm. d. Red.) , da muss man sagen: Das gehört sich auch nicht.“

Ritter sah es offenkundig anders. Und was Schober angeht, schloss der 31-Jährige: „Ja schön. Jeder darf seine Meinung haben, das ist legitim.“