Jetzt spricht Schiedsrichter Robert Schröder! Der Unparteiische hat am Freitagabend das DFB-Pokal-Derby zwischen den beiden Rivalen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern geleitet und musste dabei auch die Fan-Eskalation vor der Verlängerung managen.
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Nachdem es auf dem Platz zu einer Rudelbildung gekommen war, kochten die Emotionen auf den Rängen über und es wurde unter anderem Pyrotechnik abgebrannt und auf den Platz geworfen. Daraufhin stürmten einige Fans und Hunderte Sicherheitskräfte das Feld. Schröder war gezwungen, die Partie für rund 30 Minuten zu unterbrechen.
DFB-Pokal: Derby kurz vor dem Abbruch
„Es gehört zu den Top-5 der schwierigsten Spiele in meiner Karriere. Das war schon besonders heute“, sagte der 40-Jährige nach der Partie bei Sky und fügte hinzu: „Mit den Situationen vor der Verlängerung war es sehr heftig. Wenn Raketen auf die Tribünen fliegen und Menschen verletzt werden können, dann ist es eine sensible Situation. Wenn Menschen gefährdet sind, hört der Spaß auf, dann ist man sehr nah am Abbruch.“
Schröder berichtete, dass er das weitere Vorgehen mit der Polizei und den Sicherheitsbehörden abgesprochen habe. Dabei habe die Sicherheit für die Spieler und Fans die allerhöchste Priorität: „Es wurde bestätigt, dass die Sicherheit wieder gegeben ist und dann haben wir eine Begehung gemacht, um zu gucken, ob der Platz in Ordnung ist. Wir haben dann festgestellt, dass es weitergehen kann.“
Schiedsrichter wollte die Rudelbildung verhindern
Der Unparteiische betonte, dass man natürlich immer hoffe, dass so ein Spiel ein sportliches Ende finde. Nachdem er mit seinem Team dann wieder aus den Katakomben gekommen sei, wäre er zuversichtlich gewesen, dass die Partie weitergeführt werden könne.
Auslöser der ganzen Eskalation war unter anderem Lauterns Marlon Ritter, der kurz vor dem regulären Ende in eine Rudelbildung verwickelt war. „Ich habe im Ansatz gesehen, dass sich etwas anbahnt und ich habe versucht, es noch zu verhindern, damit es nicht eskaliert. Das ist mir leider nicht gelungen und ich stand dann mittendrin. Dann zieht man sich als Schiedsrichter irgendwann heraus und beobachtet nur noch. Man kann es dann nicht mehr managen. Natürlich ist es schwierig ohne VAR so ein Rudel noch zu überblicken“, meinte Schröder.
„Es flogen immer wieder Gegenstände“
Nach dem Spiel wurde Ritter von Mannheims Sportdirektor Mathias Schober vorgeworfen, die Spieler und Fans von Waldhof Mannheim immer wieder provoziert zu haben. Zudem habe er die Ecken vor der Mannheimer Fankurve stets langsam ausgeführt.
Darauf angesprochen meinte der Schiedsrichter: „Es flogen auch immer wieder Gegenstände und er hätte es auch etwas schneller machen können an der einen oder anderen Stelle. Ich habe es probiert, zu beschleunigen, aber die Mittel sind dann auch begrenzt.“
Welche Sanktionen den beiden Vereinen noch drohen, konnte der 40-Jährige nicht abschätzen. Er verwies abschließend nur darauf: „Es waren genügend Leute vom DFB da, die das erfassen. Auch wir in unserem Sonderbericht erfassen das und entsprechend lang wird er sein. Dann ist es die Aufgabe des Spielausschusses oder des Sportgerichtes, die Sanktionen zu finden, aber das liegt dann nicht mehr in unserer Hand.“