Mario Basler ist mit der Vorgehensweise von Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Torhüterposition alles andere als einverstanden. Nach der verletzungsbedingten Abreise von Jonas Urbig (FC Bayern) war zuletzt Finn Dahmen (FC Augsburg) nachgerückt und bildete neben Oliver Baumann (Hoffenheim) und Alexander Nübel (VfB Stuttgart) das Torwart-Gespann im DFB-Team.
DFB-Torwart? Basler nennt überraschenden Kandidaten
Basler fordert Comeback im DFB-Tor
Letztgenannter bekam für das Testspiel am Montagabend gegen Ghana (2:1) eine Einsatzgarantie ausgesprochen – was bei Basler im Vorfeld der Partie auf Ablehnung stieß. „Wenn ich sehe, wie mit Alexander Nübel umgegangen wird, dann frage ich mich schon: Ist das jetzt Vertrauen oder ist das ein Geschenk?“, meinte der Ex-Profi in seinem Podcast „Basler ballert“. „Ich halte nichts davon, einem Torwart wie Alexander Nübel kurz vor der WM einfach mal ein Spiel zu geben, nur damit er auch mal dran war.“
Nagelsmann hatte Nübels Einsatz als „eine Belohnung für die gute Leistung über einen langen Zeitraum“ beschrieben. Als Nummer eins ist Oliver Baumann im DFB-Tor für die WM eingeplant. Für Basler steht fest: „Bei einer Weltmeisterschaft muss der Beste spielen – und nicht der, dem man gerade ein gutes Gefühl geben will.“
DFB-Team: Basler wundert sich wegen Atubolu
Der 57-Jährige macht sich für andere Namen, die zuletzt nicht nominiert wurden, stark: „Dass Noah Atubolu erst Thema ist und dann plötzlich gar keine Rolle mehr spielt, ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar.“
Atubolu war im vergangenen Oktober nachnominiert worden, blieb aber ohne Einsatz. Wenn man den Torhüter des SC Freiburg über Wochen beobachte und diskutiere, müsse man ihn im Zweifel auch holen. „Alles andere ist inkonsequent“, betonte Basler.
Zugleich sprach er sich für ein DFB-Comeback von Kevin Trapp aus: „Ich hätte eher erwartet, dass man auf jemanden wie Kevin Trapp setzt – der bringt Erfahrung, Ruhe und Präsenz mit.“
Trapp-Comeback? „Genau solche Leute brauchst du in einem Turnier“
Der 35-Jährige, der seit dem vergangenen Sommer bei Paris FC angestellt ist, habe international gespielt und Drucksituationen erlebt, „genau solche Leute brauchst du in einem Turnier“, urteilte Basler.
„Warum ein Kevin Trapp gar keine Rolle mehr spielt, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen“, fügte er an. Der ehemalige Frankfurt-Keeper absolvierte sein neuntes und bis dato letztes Länderspiel im November 2023.
An Nagelsmann gerichtet legte Basler nach: „Die Torwartposition ist keine Position für Experimente – da brauchst du Klarheit und eine klare Hierarchie. Wenn du selbst bei den Torhütern anfängst, zu rotieren und zu testen, sendest du ein völlig falsches Signal an die Mannschaft.“