Julian Nagelsmann hat ein großes Warnschild aufgestellt. Rund drei Monate vor der Weltmeisterschaft teilt er der Öffentlichkeit mit, dass in seiner Kadernominierung Überraschungen stecken werden.
WM 2026: Die Gefahr für Nagelsmann ist groß - ein Kommentar
Nagelsmann? Die Gefahr ist groß
„Es wird Entscheidungen geben, die vermutlich nicht auf supergroßes Verständnis stoßen“, sagte der Bundestrainer dem Kicker.
Nagelsmann geht ungewöhnlichen Weg
Es ist der zentrale Satz in einem langen und durchaus bemerkenswerten Interview. Denn diese Aussage macht seine Sicht der Dinge besonders deutlich. Die Botschaft: Ich entscheide – und auf Kritik bin ich vorbereitet.
Nagelsmann unterstreicht damit seinen Ruf als jemand, der gerne mal „out of the box“ denkt und auf Ideen kommt, die andere Trainer nicht haben. Die Gefahr ist groß, dass das vielen Experten im eher konservativen Fußball-Deutschland zu ausgefallen ist.
Die Marschroute ist auch deswegen mutig, weil sie die Rolle des Bundestrainers noch mehr in den Fokus rückt. Ungewöhnliche Entscheidungen des Chefs verschieben die Verantwortung – weg von den Spielern, hin zu ihm selbst.
Nagelsmann macht sich also selbst großen Druck, indem er auf gute und gut gemeinte Vorschläge von außen verzichtet. Er ist bereit, gegen den Strom zu schwimmen.
Bundestrainer öffnet eine Flanke
Es ist erfrischend, dass sich der 38-Jährige intensive Gedanken macht und auch besondere Maßnahmen ins Auge fasst.
Trainer, die allzu gerne der Mehrheitsmeinung folgen und einfach das tun, was Ex-Spieler und Fans lautstark fordern, gibt es bereits zur Genüge – auch der DFB hatte sie.
Doch Nagelsmann öffnet damit seinen bereits jetzt zahlreichen Kritikern eine offene Flanke und geht ins Risiko. Sollte Deutschland frühzeitig aus dem Turnier fliegen, werden seine Personalentscheidungen genau hinterfragt werden.
In diesem Falle stünde er dann als der allein Verantwortliche da. Das muss er dann aushalten.