Über eine Stunde dauerte die erste Pressekonferenz mit Jürgen Klopp als Bundestrainer. Klopp sprach dabei auch über mögliche Hoffnungsträger für den deutschen Fußball – und nannte dabei explizit die Nachwuchs-Champions von 2023.
U17-Weltmeister - wer kann Klopp im DFB-Team helfen?
Ein Quartett für Klopp?
„Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden. Die müssten jetzt 20 (Jahre) sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen“, sagte Klopp – eine gewohnte Prise Flapsigkeit durfte natürlich nicht fehlen.
Und doch wird es Klopp auch ernst sein. Fakt ist: Diese goldene Generation hat ihr Titel-Gen bereits nachgewiesen. Gut möglich, dass einer oder mehrere Spieler dabei sind, denen Klopp künftig eine Chance geben wird.
„Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spaß haben“, erklärte Klopp weiter: „Ich habe wahnsinnig viele Ideen. Jeder, der berechtigt ist, für die Nationalmannschaft zu spielen, sollte sich Mühe geben. Es ist ein Neustart. Es werden Spieler eine Chance bekommen, die damit noch gar nicht rechnen.“
Doch wer käme von den U17-Weltmeistern denn aktuell am ehesten in Frage? SPORT1 beleuchtet vier Spieler.
Assan Ouédraogo: Er kann schon ein Länderspiel im A-Team vorweisen. Ouédraogo debütierte in der WM-Qualifikation und steuerte sogar ein Tor zum 6:0-Sieg bei.
Durch die Verletzung von Lennart Karl rückte Ouédraogo sogar in den WM-Kader, bestritt bei der Mega-Endrunde aber kein Spiel.
Ouédraogo besticht durch seine Vielseitigkeit, kann im Mittelfeld wie auf der Außenbahn spielen. Ausgebildet wurde er bei Schalke 04, wechselte vor zwei Jahren zu RB Leipzig. Dort wurde er jedoch von Verletzungen zurückgeworfen.
Die kommende Saison könnte für ihn nun wegweisend sein – ob mit RB in der Champions League oder vielleicht auch bei Klopp im DFB-Team.
Finn Jeltsch: Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart gehört einem erlauchten Kreis an. Jeltsch ist für den “Golden Boy Web Award” der italienischen Sportzeitung Tuttosport nominiert und kann somit zum besten U21-Spieler Europas gekürt werden.
Jeltsch wechselte in der Rückrunde der Saison 2024/25 vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg nach Stuttgart. Dort entwickelte er sich zum Stammspieler, gewann den DFB-Pokal und spielt nun Champions League.
„Ich möchte meine Entwicklung fortsetzen“, sagt Jeltsch. Gelingt ihm das, könnte die ihn schon bald zu Klopp führen.
Max Moerstedt: Häufig wird er unterschätzt, kommt mit seinen 1,94 Metern Größe etwas schlaksig daher – und kann vor dem gegnerischen Tor doch unerbittlich sein. Beim WM-Titel mit der U17-Auswahl erzielte er in sechs Spielen vier Tore.
Beim Bundesligisten TSG Hoffenheim gehört er zu den Kaderspielern zwölf bis 16, zu kontinuierlichen Einsätzen in der Startelf fehlte in der vergangenen Saison noch etwas.
Das kann sich mit gewonnener Routine ändern. Gut ist für Moerstedt auch, dass er Erfahrung in der Europa League sammeln kann.
Paris Brunner: Er zählt sicherlich zu den bekanntesten Namen dieser Generation.
In der Jugend spielte er für Essen, Bochum und Dortmund, konnte sich mit dem BVB aber nicht auf einen Plan für die Zukunft einigen. So zog Brunner 2024 ins Ausland, zunächst auf Leihbasis zu Cercle Brügge, seit 2025 spielt er bei der AS Monaco.
Dort kam er in der vergangenen Saison in der Ligue 1 nicht über sieben Kurzeinsätze hinaus. Das muss sich ändern, wenn auch er eine Chance bei Klopp erhalten will. Die Qualitäten dazu sind auf jeden Fall vorhanden.